Grüne Produktionstechnologien sind Innovationstreiber

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Bis 2030 hat sich die EU verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen um 55 Prozent im Vergleich zu 1990 zu reduzieren. Dieses Ziel wird damit zu einer rechtlichen Verpflichtung für die EU-Mitgliedstaaten.

Neben den USA setzen sich auch Japan, China und Russland ehrgeizige Klimaziele.Es ist ein Wettlauf um grüne Technologien entbrannt, um als erster Staat Global Player einer Green Economy zu werden. Denn energieeffiziente Maschinen und klimaneutrale Technologien könnten einen neuen Wirtschaftsboom auslösen! ProduktionNRW hat deshalb zu einem Online-Erfahrungsaustausch mit DMG MORI am 20. April 2021 eingeladen! An der auf Englisch durchgeführten Veranstaltung nahmen Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Deutschland, den Niederlanden, Belgien und der Schweiz teil. Ziel war es darzustellen, wie Unternehmen sich klimaneutral stellen können und welche Schritte dafür notwendig sind.

Als global agierender Werkzeugmaschinenhersteller hat DMG MORI in Bielefeld bereits die ersten Maschinen hergestellt, die keine CO2-Emissionen verursachen. Zudem ist auch das Unternehmen selbst seit Mai 2020 klimaneutral gestellt. DMG MORI stellte seine CSR-Strategie vor, welche die Grundpfeiler für die Transformation in Richtung einer CO2-Neutralität schuf. Das Bielefelder Unternehmen vermeidet Emissionen auch in allen Produktionsbereichen einschließlich Heizung, Luftzirkulation und Kühlung. Gleichzeitig nutzt es an fast allen Standorten regenerative Energie und Ökostrom. Der Solarpark am Standort Bielefeld deckt allein 10 Prozent des gesamten Energiebedarfs ab! Die verbleibenden und bislang unvermeidbaren CO2-Emissionen werden durch Investitionen in nachhaltige, zertifizierte Klimaschutzprojekte kompensiert. Insgesamt konnte der Company Carbon Footprint um rund 75.000 Tonnen CO2 reduziert werden. Unter anderem hat DMG MORI ein „Green Office“ eingeführt, das sich auch um einfache und banale Dinge wie das Abschalten der Beleuchtung bei Nacht kümmert. Denn selbst kleinste Beiträge können die CO2-Bilanzen erheblich aufwerten. Auch auf seine Lieferketten nimmt DMG MORI positiven Einfluss: So wurde ein Programm entwickelt, über welches das Unternehmen seine Lieferanten schult, wie diese ebenfalls ihren CO2-Fußabdruck reduzieren können!

VDMA-Nachhaltigkeitsexpertin Judith Herzog stellte zu Beginn der Veranstaltung vor, welche CSR-Themen den Maschinenbau betreffen und welche Regularien auf die Unternehmen zukommen. Mittel- bis langfristig wird das übergeordnete Ziel der Klimaneutralität für den gesamten Maschinen- und Anlagenbau eine Rolle spielen, weil die Chancen dieses Booms von den Unternehmen erkannt werden. Zum anderen schafft die Politik aber auch Regularien und Gesetze zur Erreichung der CO2-Ziele, welche die Unternehmen befolgen müssen. Für kleine und mittelständische Unternehmen ist dieser Wandel inmitten der immer noch stattfindenden Transformation zur Industrie 4.0 jedoch zunächst einmal eine finanzielle und kapazitive Doppelbelastung. Deshalb schafft die Politik Unterstützungsangebote durch Förderungen. Der VDMA hat für Unternehmen aus dem den Praxisleitfaden „Klimaneutral Produzieren: Handlungsempfehlungen für den Maschinen- und Anlagenbau“ veröffentlicht. Zudem hat der Verband eine Fokusseite zum Thema eingerichtet, unter der sich interessierte Unternehmen informieren können.

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