Innovation – Change Management

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Innovationen können nur erfolgreich umgesetzt werden, wenn Unternehmen in Bezug auf Arbeitsweisen, Rollen und Führung optimal aufgestellt sind. Gezieltes Change Management kann erforderliche Prozesse anstoßen.

Der Mensch steht als „Gewohnheitstier“ Veränderungen erstmal skeptisch gegenüber, da sie mit Unsicherheit über die Zukunft und damit auch mit Gefahren und Risiken verbunden sein können. Oft sind Veränderungen aufgrund von äußeren Faktoren –  wie aktuell der Fall – notwendig und können nicht aufgeschoben werden. Es ist immer günstiger, eine langfristige Strategie zu haben, die auch disruptive Veränderungen berücksichtigt und nicht nur auf kurzfristigem Reagieren basiert. Dass das Thema „Change Management“ für die Unternehmen wichtig ist, zeigte die rege Beteiligung an der Veranstaltung „Innovation: Change Management“ am 11. März 2021.​​​​​​

Laut der vorab durchgeführten Teilnehmerumfrage hat nur eine Minderheit der Firmen aktuell noch kein Changeprojekt durchgeführt oder geplant. Die Veranstaltungsteilnehmerinnen und -teilnehmer kamen vorwiegend aus der Geschäftsführung, dem Innovationsmanagement und dem Personalbereich – zwei Drittel der Befragten bezeichneten sich laut Eigeneinschätzung als „Anfänger“, während doch schon ein Drittel sich zum Teil der „Fortgeschrittenen“ zählten. Der im Vergleich zu anderen Veranstaltungen mit 70 Prozent relativ hohe Teilnehmeranteil  aus der Firmengrößenklasse „KMU“ zeigt, dass das Thema nicht nur für Großunternehmen interessant ist.

Andrea Veerkamp-Walz vom VDMA Business Advisory ging in ihrem Impulsvortrag auf die theoretischen Grundlagen des Change Managements ein. Unter anderem ist es demnach notwendig, ein Gefühl von Dringlichkeit für die Veränderung innerhalb der Belegschaft zu entwickeln. Wie in vielen ähnlichen Veranstaltungen darauf hingewiesen, ist es ohne Einbindung eines bedeutenden Anteils der Führungskräfte nur schwer möglich Veränderungen durchzusetzen – so sollten alle Personen der Geschäftsführung und fast alle weiteren Führungskräfte hinter dem Changeprojekt stehen. Ebenso sollte mindestens ein Drittel der Mitarbeiter die Veränderung aktiv unterstützen. Dies sind natürlich nur Anhaltswerte, die je nach Situation verschieden sein können. Neben dem eigentlichen Changeprozess gibt es sechs weitere Basisprozesse der Veränderung. Mit dem „Diagnose / Problem“-Prozess wird zunächst der Ist-Zustand durch Einbindung der Mitarbeiter und Kunden analysiert. Ein weiterer Basisprozess stellt der „Lern-/ Verlern“-Prozess dar. Dieser dient dazu, die Mitarbeiter durch Pilotprojekte zu schulen und auch alteingespielte Prozesse wieder zu verlernen.

Anhand der vorab durchgeführten Teilnehmerumfrage sowie im Rahmens des Workshops gingen die Teilnehmenden auf ihre Vision von Veränderung und auf mögliche Erfolgsfaktoren für eine gelungene Umsetzung ein. Dabei ließen sich die Ergebnisse auszugsweise in folgende Erfolgsfaktoren clustern: 

  • Führung
  • ​​​​​​​Mitarbeiter
  • ​​​​​​​Belegschaft
  • ​​​​​​​kritische Themen angehen / Fehlerkultur anstreben.

 

Von den Führungskräften wird demnach ein klares Commitment für Veränderungen und eine gelebte Fehlerfreundlichkeit gefordert. Die Mitarbeiter sollten in einer angemessenen Art und Weise eingebunden werden. Es ist nach Auffassung der Teilnehmer auch wichtig, kritische Themen anzusprechen und auch anzugehen – Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit aller Beteiligten sind dabei unabdingbar. Neben den genannten Punkten gibt es weitere Gründe, die einen Changeprozess negativ beeinträchtigen. Mit einem Veränderungsprozess werden häufig Angst und Ungewißheit auf Seiten der Mitarbeiter und Führungskräfte verbunden: Zum einen können es eine grundsätzliche Angst vor Neuem oder vor Veränderungen sein, zum anderen aber auch nachvollziehbare Ängste vor dem Verlust des eigenen Arbeitsplatzes aufgrund einer Umstrukturierung. Ebenso können fehlende Ressourcen (Zeit, Personal, Infrastruktur) dazu beitragen, dass ein Veränderungsprozess „im Sande verläuft“.

Eine weitere Frage, die im Rahmen der Veranstaltung aufgeworfen wurde, behandelte den Aspekt „Bei welcher Gelegenheit oder Situation wäre ein Change Management sinnvoll?“. Laut Teilnehmeraussage kann es ein sinnvoller Startpunkt sein, wenn die Organisationsstruktur eines Unternehmens sich ändert, wie zum Beispiel durch eine interne Umstrukturierung oder den Zukauf eines anderen Unternehmens). Eine weitere günstige Gelegenheit sei es, laut Meinung, eines Teilnehmers, wenn ein Generationswechsel in der Führungsebene ansteht. ​​​​​​​

Veranstalter

Die Veranstaltung wurde von ProduktionNRW angeboten. ProduktionNRW ist das Kompetenznetz des Maschinenbaus und der Produktionstechnik in Nordrhein-Westfalen und wird vom VDMA NRW durchgeführt. ProduktionNRW versteht sich als Plattform, um Unternehmen, Institutionen und Netzwerke untereinander und entlang der Wertschöpfungskette zu vernetzen, zu informieren und zu vermarkten. Wesentliche Teile der Leistungen, die ProduktionNRW erbringt, werden aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.