9. Blitzumfrage: NRW-Maschinenbau sieht ein kleines Licht am Horizont

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Die 9. Blitzumfrage des VDMA zeigt, dass die Auswirkungen der Coronapandemie für den Maschinen- und Anlagenbau in NRW nicht so gravierend ausfallen wie befürchtet.

Auch wenn die Auswirkungen der Coronapandemie für den nordrhein-westfälischen Maschinen- und Anlagenbau nicht so gravierend sind wie befürchtet, so werden diese die Branche doch noch länger begleiten – so das Ergebnis der 9. Blitzumfrage des VDMA. An der Mitte Januar durchgeführten Umfrage haben 575 Mitgliedsunternehmen, davon 131 aus Nordrhein-Westfalen, teilgenommen.

Demnach rechnen knapp drei Viertel der befragten NRW-Unternehmen in diesem Jahr mit einer Umsatzsteigerung. Fast die Hälfte (49 Prozent) geht dabei – allerdings von einem extrem niedrigen Niveau kommend – von einer Umsatzentwicklung von 0 bis plus 10 Prozent aus, während 27 Prozent weiterhin von einem Umsatzrückgang ausgehen. Bei der Einschätzung, wann die befragten Unternehmen mit ihrem Umsatz wieder ihr ohnehin in der Mehrzahl der Fälle bescheidenes Vorkrisenniveau von 2019 erreichen werden, zeigt sich ebenfalls ein sehr differenziertes Bild: 15 Prozent sind zuversichtlich, dieses Ziel noch in diesem Jahr zu erreichen, während 32 Prozent dieses erst im Jahr 2022 und 21 Prozent im Jahr 2023 erwarten. 7 Prozent gehen nicht davon aus, ihr Umsatzniveau von 2019 überhaupt wieder zu erzielen. 26 Prozent der Befragten in NRW verzeichneten im letzten Jahr trotz der Pandemie keinen Umsatzrückgang.

Beeinträchtigungen durch Auftragseinbußen und -stornierungen

Die Auftragseinbußen und -stornierungen sind in den letzten vier Monaten deutlich zurückgegangen. Aktuell beklagen allerdings immer noch rund die Hälfte der Maschinenbaufirmen in NRW merkliche (37 Prozent) oder gravierende (12 Prozent) Rückgänge, während dies vor vier Monaten noch auf drei Viertel der Unternehmen zutraf. 32 Prozent der Befragten fühlen sich hinsichtlich der Nachfrage nur gering und 18 Prozent gar nicht beeinträchtigt.

Geltende Auflagen erschweren Abläufe weiterhin

Der exportstarke Maschinen- und Anlagenbau leidet nach wie vor stark unter den geltenden Reise- und Aufenthaltsbeschränkungen – die große Mehrheit (82 Prozent) der befragten Unternehmen meldete hier Beeinträchtigungen. Die Gesundheits- und Hygieneauflagen stufen immerhin noch 41 Prozent der Unternehmen als problematisch ein. „Ziel war es, die Produktion unter Einhaltung aller Auflagen aufrechtzuerhalten. Dieses hat der nordrhein-westfälische Maschinen- und Anlagenbau in den vergangenen Monaten gut und zuverlässig umgesetzt“, erklärt Hans-Jürgen Alt, Geschäftsführer des VDMA NRW.

Noch 45 Prozent (September 2020: 60 Prozent) der Unternehmen greifen auf das Instrument der Kurzarbeit zurück und noch 40 Prozent (September 2020: 60 Prozent) halten an einem Einstellungsstopp fest. Gleichwohl ist Personalabbau für 21 Prozent (September 2020: 22 Prozent) der Befragten immer noch ein Thema.

Ausblick

77 Prozent der befragten Unternehmen vermissen Planungssicherheit. „Vor dem Hintergrund der Infektionsraten und des bestehenden Lockdowns braucht unsere Branche verlässliche Kriterien für Lockerungen. Darüber hinaus brauchen wir ein Szenario für die Wirtschaft nach der Pandemie“, mahnt Alt. „Ganz konkret ist jetzt für die vor uns liegenden Monate wichtig, dass der Warenverkehr, die Serviceleistungen oder die Inbetriebnahmen von Maschinen und Anlagen nicht noch weiter durch Reise- und Aufenthaltsbeschränkungen eingeschränkt werden.“

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