Interview mit Stefan Seitz, Leiter Brand Management ISH - Messe Frankfurt Exhibition GmbH

"Der USP der ISH digital ist die herausragende Rolle der Weltleitmesse für die gesamte SHK-Branche. Wir brauchen eine Plattform für Business und Wissensaustausch – gerade in diesen Zeiten."

ISH Frankfurt

VDMA: Herr Seitz, die ISH findet dieses Jahr aus bekanntem Grund nicht physisch sondern digital statt. Sie haben hierfür ein entsprechendes Angebot entwickelt.

Wie sieht das Angebot konkret aus und worin unterscheidet es sich von anderen digitalen Messen?

Stefan Seitz: Zur ISH digital stellen wir unseren Ausstellern vier Angebotspakete mit jeweils unterschiedlichen Features zur Auswahl, wobei wir jungen und innovativen Start-up-Unternehmen ein eigenes Start-up Paket geschnürt haben. Die Teilnahme der Aussteller besteht aus zwei Bausteinen, nämlich zum einen aus dem digitalen Live-Event auf der ISH digital Plattform vom 22. - 26. März 2021 und zum anderen aus der Präsenz auf dem ISH Contactor, der größten internationalen Suchmaschine für Wasser, Wärme und Klima auf unserer Webseite. 

Auf der ISH digital Plattform präsentieren sich die Aussteller mit Produkten, Informationen und Ansprechpartnern. Ins Gespräch kommen Aussteller und Kunden über Chatfunktionen sowie 1-zu-1 Video-Calls. Damit Angebot und Nachfrage zueinander passen, unterstützt eine intelligente Matchmaking-Funktion im Hintergrund. 

Des Weiteren wird es Live-Streamings und On-Demand-Übertragungen des Rahmenprogramms geben, in dem wir die Top-Themen der ISH-Bereiche Water und Energy aufgreifen. Es gibt eine große Bandbreite an relevanten Themen, wie zum Beispiel die Digitalisierung in der Trinkwasserinstallation oder Hygiene in Corona-Zeiten. Auch die Suche nach einer europäischen Trinkwasserrichtlinie ist von Relevanz für die Branche. Im Bad geht es um smarte Lösungen für wachsende Hygieneanforderungen sowie um Barrierefreiheit und Komfort. Die ISH Energy fokussiert den Green Deal der Europäischen Union und seine Auswirkungen auf den Wärmemarkt. Ein weiteres Top-Thema ist der Beitrag der Klima- und Lüftungsindustrie zur Bekämpfung der Corona-Pandemie.

Ins Gespräch kommen Aussteller und Kunden über Chatfunktionen sowie 1-zu-1 Video-Calls. Damit Angebot und Nachfrage zueinander passen, unterstützt im Hintergrund eine intelligente Matchmaking-Funktion.

Der USP der ISH digital ist die herausragende Rolle der Weltleitmesse ISH für die gesamte Branche. Der Termin ist in den Kalendern der Marktteilnehmer geblockt. Sie ist der bedeutendste Ort für geschäftliche Beziehungen und für den Austausch über Innovationen, Technologien und Design der SHK-Welt. Viele Hersteller arbeiten auf den Messe-Termin hin, um ihre neuen Produkte und Lösungen erstmals einem Weltpublikum zu präsentieren. Außerdem ist die ISH eine zentrale Drehscheibe für Aus- und Weiterbildung sowie Wissenstransfer. Das ändert sich auch nicht, wenn die ISH in diesem Jahr digital stattfindet. In den vergangenen Wochen haben wir daran gearbeitet, dieses Versprechen auch einzuhalten und in ein digitales Format zu transferieren. Die Branche braucht eine Plattform für Business und Wissensaustausch – gerade in diesen Zeiten.

VDMA: Wie viele Aussteller und wie viele Besucher erwarten Sie?

Stefan Seitz: Da wir noch mittendrin sind im Prozess der Aussteller-Anmeldung kann ich nicht sagen, wie viele Unternehmen letztlich dabei sein werden. Viele Top-Player der Branche haben sich aber schon registriert, darunter zum Beispiel Franke, Geberit, Hansa, Hansgrohe, Kaldewei, Kludi, Neoperl, KWC, Toto, und Villeroy & Boch.  Ab dem 25. Januar können Sie über den ISH-Contactor auf unserer Webseite direkt einsehen, wer dabei sein wird. Eine Einschätzung zu den Besucherzahlen ist jedoch wie das Lesen in der Glaskugel. Wir haben zwar inzwischen einige digitale Fachmessen durchgeführt, aber keine davon ist mit der ISH vergleichbar.

VDMA: Wie schätzen Sie die Erreichbarkeit des deutschen Handwerks ein?

Stefan Seitz: Das installierende Handwerk ist eine bedeutende Besuchergruppe der ISH und wir wissen, dass unsere Aussteller sie auch auf der digitalen Veranstaltung unbedingt treffen will. Es wird nicht so einfach sein, dass Handwerk für ein digitales Format zu gewinnen, aber dieser Herausforderung begegnen wir mit speziell auf das Handwerk zugeschnittenen Angeboten. So werden wir während der Messe relevante Themen für das Handwerk gesondert in einem eigenen Streaming-Kanal zur Verfügung stellen, wie etwa Produkt-Checks, Vorträge und Wettbewerbe. Hier arbeiten wir eng mit unserem Trägerverband, dem ZVSHK, zusammen, der darüber hinaus den Herstellern weitere Services anbietet, um ihre Kunden besser zu erreichen. Wir bieten dem Handwerk vereinfachte Zugänge zur Plattform an und unterbreiten den Landesverbänden und Innungen direkte Angebote zur Teilnahme. Eine umfassende Handwerks-Marketingkampagne sorgt im Vorfeld für die entsprechende Aufmerksamkeit. 

VDMA: Wie stellen Sie die Internationalität der ISH 2021 auf der Besucherseite sicher?

Stefan Seitz: Wir haben ein internationales Netzwerk von Tochtergesellschaften und Vertretungen, das für die Teilnahme an der ISH digital wirbt. Hier greift unsere internationale Marketingkampagne in den Kernmärkten, die wir, wie zu jeder ISH, auch jetzt lancieren. Die Plattform der ISH digital mit all ihren Features wird natürlich auch auf Englisch zur Verfügung stehen. Alle Angebote sind während der Veranstaltung, rund um die Uhr, über die verschiedenen Zeitzonen hinweg, weltweit verfügbar. Events aus dem Rahmenprogramm, die für die internationale Community interessant sind, werden aufgezeichnet und können somit jederzeit – on demand – abgerufen werden. Damit können erstmals auch Besucher teilnehmen, die nicht an einer physischen ISH teilgenommen hätten.

VDMA: Herr Seitz, vielen Dank für das Interview.

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ISH:

Weltleitmesse für Wasser, Wärme, Klima

https://ish.messefrankfurt.com/frankfurt/de.html

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