Mit Startups erfolgreich kooperieren

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Am 12. Oktober 2020 fand die Onlineveranstaltung „Startup-Lösungen für den Maschinenbau“ mit dem Fokus auf Erfolgsfaktoren für die erfolgreiche Kooperation zwischen Maschinenbauunternehmen und Startups.

Zum gegenseitigen Kennenlernen wurde im Zuge der Veranstaltung eine Teilnehmerumfrage durchgeführt. Knapp drei Viertel der befragten Teilnehmer ließen sich Unternehmen mit weniger als 1.000 Beschäftigten zuordnen. Der vorwiegende Teil des Auditoriums kam aus dem Unternehmensbereich Innovationsmanagement sowie aus der Geschäftsleitung. Von den Zuhörern hat die Mehrheit bereits mit Startups kooperiert, beziehungsweise möchte innerhalb eines Jahres starten – knapp 40 Prozent haben allerdings diesbezüglich noch keine Erfahrungen gesammelt und freuten sich daher besonders auf die Expertise der Referentinnen und Referenten. Neben den eigentlichen Vortragsthemen ist es aus der Sicht von knapp 50 Prozent der Teilnehmer des Online-Erfahrungsaustausches aber auch wichtig, sich mit anderen, das heißt der Startup-Community, zu versetzen, um von deren Erfahrungen zu profitieren.

Dr. Laura Dorfer von der VDMA Startup-Machine gab im Rahmen ihres Beitrages einen Einblick in die Studienergebnisse der aktuellen VDMA-Studie „Gemeinsam stark“. So ist eine Erkenntnis der Befragung, dass sich für rund 70 Prozent der Maschinenbauer eine Zusammenarbeit mit Startups gelohnt hat. Auch wenn sich junge Unternehmen und Maschinen- und Anlagenbauer meistens von der Unternehmenskultur her unterscheiden, steigt laut Studie doch das gegenseitige Verständnis und die Zufriedenheit, je mehr Kooperationserfahrungen gesammelt wurden. Der Maschinen- und Anlagenbau verspricht sich von der Zusammenarbeit mit Startups unter anderem neue Produkte und Geschäftsmodelle sowie Prozessoptimierungen beispielsweise in der Produktion.

Auf der anderen Seite sollten aber auch Startups die Nähe zum Maschinen- und Anlagenbau suchen, da in dieser Branche ein großer Bedarf an den Produkten der Jungunternehmen besteht. Zudem können Startups mit ihrem Know-how und ihren Lösungen den Nachholbedarf hinsichtlich der Digitalisierung, der auch im Maschinenbau noch vorhanden ist, verringern. Wichtig für eine erfolgreiche Zusammenarbeit ist auf Seiten des Maschinenbauers unter anderem eine realistische Zielsetzung, was mit der Startup-Kooperation erreicht werden soll. Auf Seiten der Jungunternehmen wurde betont, dass – aufgrund der logischerweise noch geringeren Finanzmittel – feste Budgetzusagen seitens der Maschinenbauer notwendig seien.

Wie eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen dem „traditionellen“, familiengeführten Maschinenbauunternehmen Achenbach Buschhütten, das bereits im Jahr 1452 gegründet wurde, und dem Startup Scitis.IO. funktionieren kann, zeigte der gemeinsam vorgetragene Beitrag. Die Zusammenarbeit wurde anhand der gemeinsam entwickelten und preisgekrönten, cloudbasierten Plattform OPTILINK erläutert. Wichtig war bei der Kooperation, dass die häufig geforderte Unterstützung seitens der Geschäftsführung, tatsächlich vorhanden war und ein gegenseitiges Vertrauen aufgebaut werden konnte. Anfängliche Ängste seitens des Startups vor der Abhängigkeit von nur einem Kunden waren genauso unbegründet wie die Bedenken auf Seiten des Traditionsunternehmens, dass das Jungunternehmen am Ende größere Marktanteile wegnehmen könnte.

Zum gegenseitigen Verständnis trägt aus der Sicht der Unternehmensvertreter auch bei, dass auf Startup-Seite das notwendige Maschinenbau-Know-how vorhanden war und die maschinenbautypischen Fachbegriffe verstanden wurden. Genauso war es aber wichtig, dass IT-Wissen und auch typische, agile Startup-Arbeitsweisen, wie beispielsweise SCRUM und die Nutzung von Cloud-Technologien, auf Seiten des Maschinenbauers etabliert wurden. Dieses interaktive und wechselseitige Lernen förderte eine fruchtbare Zusammenarbeit.

Veranstalter

Die Veranstaltung wurde von ProduktionNRW angeboten. ProduktionNRW ist das Kompetenznetz des Maschinenbaus und der Produktionstechnik in Nordrhein-Westfalen und wird vom VDMA NRW durchgeführt. ProduktionNRW versteht sich als Plattform, um Unternehmen, Institutionen und Netzwerke untereinander und entlang der Wertschöpfungskette zu vernetzen, zu informieren und zu vermarkten. Wesentliche Teile der Leistungen, die ProduktionNRW erbringt, werden aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.