Forschungsförderung – Förderprogramme für den Mittelstand

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Das Förderprogramm „Mittelstand Innovativ & Digital (MID)“ des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen und die steuerliche Forschungsförderung unterstützen den Maschinenbau-Mittelstand bei seinen Forschungs- und Entwicklungsvorhaben.

Die Onlineveranstaltung zum Thema „Forschungsförderung – Förderprogramm Mittelstand Innovativ & Digital“ fand am 30. Oktober 2020 statt. Der Schwerpunkt der Veranstaltung war die Vorstellung des Förderprogramms „Mittelstand Innovativ & Digital (MID)“ des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen durch Dr.-Ing. Sebastian Dziallach, Leiter Produktion, Mittelstand und Technologietransfer NRW beim Projektträger Jülich. Dieser erklärte, nicht nur, welche Bereiche gefördert, sondern auch, welche nicht gefördert werden. Darüber hinaus erklärte er die Antragsstellung sowie den Ablauf verschiedener Fördermaßnahmen.

Zuvor ging Dr. Beate Stahl, Projektleiterin beim VDMA Forum Industrie 4.0, auf die aktuellen Fördermöglichkeiten der Unternehmen ein. Forschung und Entwicklung (FuE) ist ressourcen- und zeitintensiv. Die Zusammenarbeit mit Partnern, wie Hochschulen und anderen Unternehmen, schafft neue Ressourcen und Ideen, die durch den Zugang zu neuem Wissen, neuen Geschäftskontakten und neuem Personal (Nachwuchs) zu innovativen Lösungen führen können.

Die finanzielle Förderung ist ebenfalls ein wichtiger Aspekt. Stahl erklärte die verschiedenen Fördergeber wie die Bundesländer, das Bundeswirtschaftsministerium, das Bundesforschungsministerium und die Europäische Union sowie – seit diesem Jahr als neue Säule – das Forschungszulagengesetz und die verschiedenen Förderprinzipien. Letztere strukturieren die Förderung nach „themenoffen“ und „themenspezifisch“. Unter „themenoffen“ fallen beispielsweise die industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF), Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM), KMU-innovativ oder die neue Förderung für die Digitalisierung des Mittelstands „Digital Jetzt“ vom BMWi. Unter „themenspezifisch“ hingegen fallen beispielsweise die Verbundforschung oder Programme des Horizont Europe.

Für VDMA-Mitglieder stehen darüber hinaus noch weitere Angebote zur Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern in Forschungs- und Entwicklungsnetzwerken zur Verfügung:

Zur strukturierten Beobachtung neuer Trends und Technologien finden auf den Seiten der VDMA Future Business und VDMA Startup-Machine weitere Informationen.

Forschungszulagengesetz ermöglicht Förderung

Zum 1. Januar 2020 ist das Gesetz zur steuerlichen Förderung von Forschung und Entwicklung (Forschungszulagengesetz) in Kraft getreten. Nach diesem Gesetz werden FuE-Vorhaben die der Grundlagenforschung, der industriellen Forschung oder der experimentellen Entwicklung zuzuordnen sind, gefördert. Einen Anspruch auf die Förderung haben alle einkommen- oder körperschaftsteuerpflichtigen Unternehmen unabhängig ihrer Unternehmensgröße in Deutschland (Konzernbetrachtung).

Die Bemessungsgrundlage ist der lohnsteuerpflichtige Personalaufwand für Personal, das begünstigte FuE-Tätigkeiten ausführt. Der Fördersatz beträgt 25 Prozent. Für FuE-Tätigkeiten bis zum 30. Juni 2020 beträgt die maximale jährliche Förderhöhe 0,5 Millionen Euro je Unternehmen. Für FuE-Aufwendungen, die in der Zeit nach dem 30. Juni 2020 und vor dem 1. Juli 2026 getätigt werden, beträgt die Deckelung der Bemessungsgrundlage vier Millionen Euro anstelle von zwei Millionen Euro. Damit ist in den Jahren 2020 bis 2026 ein maximaler Förderbetrag von einer Million Euro pro Jahr erreichbar.

Im Falle der Auftragsforschung wird die Förderung auf 60 Prozent beim Auftraggeber beschränkt. Das Antragsverfahren ist zweistufig. Im ersten Schritt erfolgt die Beantragung der FuE-Bescheinigung bei der Bescheinigungsstelle Forschungszulage (BSFZ) und im Anschluss der Antrag auf Forschungszulage beim jeweils zuständigen Finanzamt. Die Bescheinigungsstelle Forschungszulage (BSFZ) hat ihre Tätigkeit aufgenommen. Anträge können unter www.bescheinigung-forschungszulage.de gestellt werden. Weitere Informationen zum Thema erhalten Sie unter Steuerliche Forschungsförderung: Wie funktioniert das Instrument?.

Förderprogramm Mittelstand Innovativ & Digital (MID)

Nach dem Überblick zur allgemeinen Förderlandschaft ging Dziallach auf das Förderprogramm Mittelstand Innovativ & Digital (MID) ein, der aus den zwei Teilprogrammen 1) MID-Assistent/-in“ und die 2) MID-Gutscheine besteht:

  • MID-Assistent: Beim MID-Assistenten können Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten und maximal fünf beschäftigten Akademikern, bei Einstellung eines Hochschulabsolventen einen fixen Zuschuss zum Gehalt von bis zu 45.000 Euro über zwei Jahre erhalten. Förderschwerpunkte sind hierbei:
    • Digitalisierung und Innovation von Produkten, Dienstleistungen und Produktionsverfahren
    • Entwicklung innovativer und digitaler Geschäftsmodelle
    • IT-Sicherheit
  • MID-Gutscheine mit den Varianten MID-Digitalisierung, MID-Analyse und MID-Innovation: Die MID-Gutscheine können von kleinen (bis 49 Beschäftigte und bis 10 Millionen Euro Umsatz pro Jahr) und mittleren (bis 249 Beschäftigte und bis 50 Millionen Euro Umsatz pro Jahr) Unternehmen beantragt werden.
    • Förderschwerpunkte der MID-Digitalisierung sind:
      • Produkte und Dienstleistungen –Intelligente Applikationen unterstützen Handwerk, Dienstleistung und Handel
      • CyberPhysicalSystems und Industrie 4.0 –Vernetzung von Maschinen in der Produktion.
    • Förderschwerpunkte der MID-Analyse sind:
      • Technologierecherchen/ -studien zu innovativen Produkten, Dienstleistungen und Produktionsverfahren
      • Werkstoffstudien
      • Konzeption neuer Produktideen /Machbarkeitsstudien
    • Förderschwerpunkte der MID-Innovation sind:
      • Bau von Prototypen in einer Laborumgebung / Schnittstellen zu bestehenden Systemen
      • Aufbau von Pilotlinien, wenn dies für die Validierung von technologischen Grundlagen notwendig ist
      • Demonstrationsmaßnahmen
      • Erprobung und Validierung neuer oder verbesserter Produkte, Dienstleistungen und Verfahren in einem für die realen Einsatzbedingungen repräsentativen Umfeld.

Dziallach und Stahl appellierten an die Teilnehmer, die verschiedenen Programme zu nutzen und die hohe Innovationskraft des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus weiter voranzubringen.

Veranstalter

Die Veranstaltung wurde von ProduktionNRW angeboten. ProduktionNRW ist das Kompetenznetz des Maschinenbaus und der Produktionstechnik in Nordrhein-Westfalen und wird vom VDMA NRW durchgeführt. ProduktionNRW versteht sich als Plattform, um Unternehmen, Institutionen und Netzwerke untereinander und entlang der Wertschöpfungskette zu vernetzen, zu informieren und zu vermarkten. Wesentliche Teile der Leistungen, die ProduktionNRW erbringt, werden aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.