Planung und Risikomanagement im Einkauf bei ungewisser Absatzlage

Shutterstock

Durch den Beginn der Coronapandemie sah sich der Einkauf mit der Aufrechterhaltung der Teileversorgung konfrontiert. Mittlerweile sollte der Einkauf seinen Fokus ändern und auf das Liquiditäts-, Kosten- und Risikomanagement lenken.

Im Sommer haben noch viele Akteure mit einer Stabilisierung der aktuellen Coronasituation gerechnet, doch der Eindruck wurde leider nicht bestätigt. Nach wie vor beherrschen große Unsicherheiten den Markt.

Der Einkauf befindet sich traditionell in einem Spannungsfeld aus Termin, Qualität und Preis. Bis Mitte des Jahres 2019 sahen sich viele Einkäufer eher mit einem Verkäufermarkt konfrontiert, der sich mit fortschreitenden Monaten eher zu einem Käufermarkt entwickelte. Durch den Beginn der Pandemie sah sich der Einkauf mit der Aufrechterhaltung der Teileversorgung konfrontiert. Nach dieser hektischen Phase sollte der Einkauf nun seinen Fokus auf das Liquiditäts-, Kosten- und Risikomanagement lenken.

Am 6. Oktober 2020 fand die Veranstaltung „Einkauf – Planung und Risikomanagement bei ungewisser Absatzlage“ statt. Die Teilnehmer haben folgende Tipps erarbeitet:

  • Im Bereich des Liquiditätsmanagement sollten die Bestände an die aktuelle Situation angepasst und optimiert werden. Die Wiederbeschaffungszeiten sollten im System überprüft und aktualisiert und die Dispositionsparameter angepasst werden, weil ansonsten auch weiterhin zu früh bestellt wird und zu hohe Werte für den Sicherheitsbestand neue Bestellvorschläge auslösen. Bei essenziellen Teilen muss gleichzeitig über einen Bestandsaufbau nachgedacht werden.
  • Eine weitere Möglichkeit im Bereich des Liquiditätsmangements ist die Verlängerung der Zahlungsziele, um eine höhere Liquidität zu erzielen.
  • Im Kostenmanagement sollten verhandelte Preise aus der Vergangenheit überprüft werden und nicht weiterhin übernommen werden.
  • Bei Neuvergaben sollten keine Preise aus der Boomphase ungeprüft übernommen werden, sondern der Bedarf ggfs. neu angefragt oder ausgeschrieben werden.
  • Konjunkturbedingt nachgebende Vormaterialpreise können einen Spielraum eröffnen mit Lieferanten zu sprechen und je nach Ausgangslage Preissenkungen einzufordern.
  • Ein besonderer Fokus sollte auf den Ausfall von Lieferanten und Störungen in der Supply Chain beim Risikomanagement gelegt werden. 
  • Ziel des Risikomanagements sollte ein dauerhafter Prozess anstatt aufwändiger Einmalaktionen sein. Hierzu sollte der Einkauf in einem Schritt seine Risiken identifizieren, diese im zweiten Schritt bewerten, im dritten Schritt steuern und im letzten Schritt diese überwachen.

Veranstalter

Die Veranstaltung wurde von ProduktionNRW angeboten. ProduktionNRW ist das Kompetenznetz des Maschinenbaus und der Produktionstechnik in Nordrhein-Westfalen und wird vom VDMA NRW durchgeführt. ProduktionNRW versteht sich als Plattform, um Unternehmen, Institutionen und Netzwerke untereinander und entlang der Wertschöpfungskette zu vernetzen, zu informieren und zu vermarkten. Wesentliche Teile der Leistungen, die ProduktionNRW erbringt, werden aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.