Höhere Unternehmensleistung mit Lean Management

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Als erprobtes Konzept wird Lean Management vorwiegend in den Produktionsabteilungen, angewendet. Als ganzheitliche Philosophie entfaltet es seine Wirkung jedoch besonders, je mehr Abteilungen eingebunden sind.

Höhere Unternehmensleistung mit Lean Management

Als erprobtes Konzept wird Lean Management in den Unternehmen, vorwiegend in den Produktionsabteilungen, angewendet. Da es sich beim Lean Management um eine ganzheitliche Philosophie handelt, entfaltet es seine Wirkung besonders, je mehr Abteilungen eingebunden sind. Daher widmete sich am 09. September 2020 ein Erfahrungsaustausch dem Efficient Task Management (ETM) und dem Bereich „Konstruktion“. Es ging insbesondere darum, wie man vor dem Lean-Hintergrund Produkte effektiv und effizient entwickeln kann. Der Teilnehmerkreis bestand mehrheitlich aus Vertretern von KMUs sowie von Unternehmen mit einer Anzahl von 250 bis 999 Mitarbeitern.

….aus dem betrieblichen Alltag

Um einen Überblick über den Teilnehmerkreis zu gewinnen, wurden den angemeldeten Personen vorab anonym ein paar Fragen zur Thematik gestellt. Die Teilnehmer kamen vorwiegend aus dem Bereich Konstruktion sowie der Forschung und Entwicklung, aber auch zu einem geringeren Teil aus den Unternehmenseinheiten Produktion und Vertrieb. Knapp 70 Prozent gaben an, selbst erst „Anfänger“ im Bereich Lean zu sein. Dies geht auch mit der Einschätzung einher, dass laut der Umfrage, die meisten Konstrukteure noch einen Aufholbedarf bezüglich des Lean Managements in der eigenen Firma sehen. Auf die Frage hin, ob die Mitarbeiter klare Tages- beziehungsweise Wochenziele haben, die sie in der Regel auch verbindlich einhalten, bejahten dies die Befragten zum größten Teil – wobei rund ein Drittel noch einen signifikanten Verbesserungsbedarf sieht.

Eine ähnliche Verteilung der Antworten ergab auch die nächste Frage, zwei Drittel der Befragten haben „täglich den Überblick über die aktuellen Aufgaben ihrer Mitarbeiter und deren Status haben, ohne dabei Mikro-Management zu betreiben“ und ein Drittel sieht noch einen deutlichen Steigerungspotenziale. Ebenso wichtig für die Effizienz ist es, dass die Mitarbeiter bei ihrer täglichen Arbeit nicht ständig durch Rückfragen von Kollegen oder durch Telefonanrufe unterbrochen zu werden – hier haben viele Teilnehmer noch Verbesserungspotenzial gesehen. Als wichtigsten Punkt wurde vor allem die tatsächliche „Umsetzung“ des Lean Managements angesehen, das heißt, dass die Philosophie des Lean Management nicht nur theoretisch den Mitarbeitern bekannt sein sollte, sondern tatsächlich angewendet wird.

Was es für das pünktliche Abschließen eines Projektes braucht

Felix Prumbohm, Referent der VDMA Business Advisory, ging in seiner Präsentation der Frage nach „was Maschinen- und Anlagenbauer daran hindert, Engineering-Projekte plangemäß abzuschließen“. Ein Problem ist, dass zu Projektbeginn häufig zu wenig Zeit in das Erstellen eines Konzeptes investiert wird – diese scheinbar eingesparte Zeit gegen Projektende dafür in deutlich größerer Menge wieder benötigt.

Darüber hinaus trägt das „Multi-Projektmanagement“, also das Durchführen von mehreren Aufgaben „parallel“ und die bereits vorher angesprochenen Unterbrechungen zu „geistigen Rüstzeiten“ bei – und diese wiederum zu geringerer Effizienz. Das Phänomen „Rüstzeiten“ ist im Fertigungsbereich sehr bekannt, aber in der Büroumgebung dafür weniger. Mit dem Multi-Projektmanagement geht ebenso eine geringere Kreativität einher, die beim Entwerfen und Konstruieren neuer Lösungen notwendig ist.

Best Practices für Lean Management

Im Rahmen eines Vortrages der Stauffen AG wurde die Bedeutung der  Qualität von Prozessen, das heißt, der Abläufe innerhalb des Unternehmens betont. Diese ist notwendig, um eine gute Regelkommunikation zu etablieren oder umzusetzen. Statt auf die Quantität von Projekten zu achten, sollten Unternehmen dem Motto „weniger ist mehr“ folgen, um eine höhere Termin- und Budgetreue zu erreichen.

Neben dem Lean-Kriterium „Störungsfreiheit“ spielt unter anderem der „Fluss“ eine wichtige Rolle. Darunter ist zu verstehen, dass Anforderungen klar strukturiert und Informationen von Kollegen und Vorgesetzten vollständig und „rückfragefrei“ weitergegeben werden sollten. Das Efficient Task Management (ETM) – eine spezielle Form der Regelkommunikation und des Fortschrittsmonitorings in Projekten und in Teams – trägt dazu bei, die angesprochenen Herausforderungen umzusetzen. Mit dem ETM geht unter anderem ein tägliches Abweichungsmanagements einher, mit dessen Hilfe Fehler rechtzeitig festgestellt werden und auch Klarheit über das Beheben der Abweichungen herrscht. Neben der „Hardware“ des ETM, wie die erwähnten festgelegten Regeln, spielt vor allem die „Software“, das heißt, das Führungsverhalten, die Fähigkeiten und die Einstellung aller Mitarbeiter eine entscheidende Rolle.

Das von Maico Elektroapparate-Fabrik GmbH vorgestellte Praxisbeispiel zeigte eindrucksvoll, wie Change und Lean Management erfolgreich im Rahmen eines mehrjährigen Prozesses umgesetzt werden konnten – und weiter umgesetzt werden, da der KVP (kontinuierliche Verbesserungsprozess) per Definition nicht abgeschlossen sein kann. Dargestellt wurde, wie zunächst die Führungskräfte für die Veränderung gewonnen und die Mitarbeiter in den Wandel eingebunden wurden. Beispielsweise erfolgt die Kommunikation und Information innerhalb des Unternehmens nach klaren Regeln und kaskadiert über eine „Pyramide“: Die jeweils übergeordnete Hierarchieebene erhält die Informationen aggregiert. Die Regelkommunikation wurde zudem in einem finalen Schritt digitalisiert. Ergebnisse der digitalen Kommunikation waren unter anderem ein nahezu „perfekter“ Liefergrad und eine insgesamt höhere Unternehmensleistung. 

Veranstalter

Die Veranstaltung wurde von ProduktionNRW angeboten. ProduktionNRW ist das Kompetenznetz des Maschinenbaus und der Produktionstechnik in Nordrhein-Westfalen und wird vom VDMA NRW durchgeführt. ProduktionNRW versteht sich als Plattform, um Unternehmen, Institutionen und Netzwerke untereinander und entlang der Wertschöpfungskette zu vernetzen, zu informieren und zu vermarkten. Wesentliche Teile der Leistungen, die ProduktionNRW erbringt, werden aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.