Exporte im NRW-Maschinenbau erleiden deutlichen Dämpfer

Shuterstock

Die Maschinenexporte aus Nordrhein-Westfalen waren im ersten Halbjahr 2020 rückläufig und litten insbesondere im zweiten Quartal unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie.

Im ersten Quartal 2020 lagen die Ausfuhren 8,6 Prozent und im coronageprägten zweiten Quartal 23,1 Prozent unter dem Vorjahreswert. Von Januar bis Juni 2020 sank der Export im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent auf 13,1 Milliarden Euro (2019: 15,3 Milliarden Euro).

Der Maschinenbau ist die exportintensivste Branche Nordrhein-Westfalens und rund 70 Prozent der hier produzierten Maschinen und Anlagen gehen in den Export – entsprechend stark leidet die Branche zusätzlich zu den Pandemieauswirkungen unter den internationalen politischen Verwerfungen und Turbulenzen.

„Im Maschinenbau gibt es hier und dort Anzeichen, dass das Vertrauen in die Märkte zurückkehrt. Dann werden auch die Investitionen nachziehen“, erklärt Bernd Supe-Dienes, Vorsitzender des VDMA NRW Vorstands.

Die wichtigsten Exportmärkte

Der wichtigste Absatzmarkt des nordrhein-westfälischen Maschinenbaus im ersten Halbjahr war der chinesische Markt. Die Exporte dorthin haben im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,1 Prozent auf 1,66 Milliarden Euro abgenommen. Die Ausfuhren in die Vereinigten Staaten sind in diesem Zeitraum um 12,6 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro geschrumpft.

Auf den Plätzen drei bis fünf folgen Frankreich mit 0,72 Milliarden Euro (-19,3 Prozent), Niederlande 0,57 Milliarden Euro (-14,9 Prozent) und Polen mit 0,51 Milliarden Euro (-14,3 Prozent). Auch das Exportgeschäft mit den vom Corona-Virus stark gebeutelten europäischen Ländern, wie Italien 0,44 Milliarden Euro (-26,6 Prozent), Spanien 0,3 Milliarden Euro (-29,6 Prozent) und dem Vereinigten Königreich 0,48 Milliarden Euro (-27,5 Prozent) lief in diesem Zeitraum erwartungsgemäß besonders schlecht. Insgesamt lagen die Maschinenexporte aus NRW in die EU-27 im ersten Halbjahr mit 5,3 Milliarden Euro 18,9 Prozent unter ihrem Vorjahresniveau.

Protektionismus entgegenwirken

Zu den Herausforderungen für die Zukunft zählen die Unternehmen unter anderem die ungleichen Wettbewerbsbedingungen auf dem Weltmarkt sowie den zunehmenden Protektionismus einiger Länder.

„Reisebeschränkungen und immer neue Außenhandelsbarrieren sind schlecht für den Export. Deutschland und Europa müssen sich entschieden für den freien Welthandel einsetzen“, ergänzt Supe-Dienes.

Mit Blick auf die kommenden Monate scheint der Tiefpunkt in der aktuellen Entwicklung erreicht, denn sowohl Geschäftsklima als auch die Geschäfts- und die Exporterwartung steigen laut den aktuellen ifo-Zahlen wieder leicht.