Startup-Lösungen für den Maschinenbau – NRW & BeNeLux-Special

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Wie auch in den vorherigen Startup-Veranstaltungen präsentierten ausgewählte Startups ihre innovativen und digitalen Lösungen, die vor allem auf den Maschinen- und Anlagenbau abzielten. An der englischsprachigen online-Veranstaltung nahmen Teilnehmer aus dem Maschinenbau- und Anlagenbau aus Belgien, den Niederlanden, Luxemburg (BeNeLux), Österreich und Deutschland teil.

Ein besonderer Schwerpunkt der Veranstaltung am 6. Juli 2020 lag auf der Vernetzung von Unternehmen aus den BeNeLux-Ländern und Nordrhein-Westfalen. Nach der Begrüßung durch den Moderator Carsten Rückriegel von ProduktionNRW folgte eine kurze Befragung und Vorstellungsrunde der Teilnehmer.

Arjan Schmits, Business Development Manager BeNeLux beim VDMA, zeigte anhand von Beispielen und statistischen Fakten auf, wie wichtig und fruchtbar eine starke, länderübergreifende Verknüpfung zwischen den Unternehmern für alle Seiten ist. Darüber hinaus gab er einen kurzen Überblick darüber, wie Maschinenbauunternehmen (insbesondere auch aus den BeNeLux-Ländern) von einer VDMA-Mitgliedschaft profitieren können.

Danach hatten die fünf Startups die Gelegenheit den Unternehmern und Vertretern der Maschinenbauindustrie, ihre digitalen Lösungen vorzustellen. Zunächst startete Simon Winter von der Obsoletely / Körber Digital GmbH seinen Vortrag über ein IT-Tool für das digitale Obsoleszenzmanagement. Die dargestellte Lösung zeichnet sich durch einen proaktiven Kundenservice aus, der sich dem Thema von obsoleten (veralteten) Bauteilen widmet. Verantwortlichen aus den verschiedenen Unternehmensbereichen wird durch die Software die Möglichkeit gegeben, sich rechtzeitig mit der Obsoleszenz von Bauteilen zu beschäftigen und veraltete Teile rechtzeitig durch neue zu ersetzen. Obsoleszenzmanagement trägt zur Verlängerung der Lebensdauer von Produkten bei und fördert so die Ressourceneffizienz.

Olivier Verhage, Mitbegründer und CEO von Yoho BV, stellte im zweiten Startup-Pitch die Plattform „Yoho“ vor, die dem Wissens- und Informationsaustausch von Mitarbeitern dient. Videobasierte Schulungen und Anweisungen zu unternehmensinternen Problemstellungen, wie dem Einrichten einer Maschine, können auf diese Plattform hochgeladen werden. Dieser Transfer von Erfahrungswissen und Informationen trägt zur Externalisierung von Wissen bei – und führt so auch zu einer Digitalisierung des Unternehmenswissen. Ein Anwendungsfall kann zum Beispiel sein, dass Erfahrungen, die an einem Produktionsstandort mit der Konfiguration einer bestimmten Maschine gemacht wurden, an einem anderem Fertigungsstandort in der Cloud leicht eingesehen werden können.

Timur Ripke, CEO und Gründer der Coman Software GmbH, stellte im Rahmen seines Vortrages eine IT-Lösung vor, die eine visuelle Fortschrittsverfolgung von Entwicklungsprojekten im Maschinen- und Anlagenbau ermöglicht. Die Software von Coman ermöglicht es Unternehmensmitarbeitern, rund um die Uhr und von jedem Eingabegerät, sei es Smartphone, Laptop oder Desktoprechner, den aktuellen Projektfortschritt bei Einrichtung beziehungsweise Montage von Maschinen oder Anlagen zu überwachen und gegebenenfalls auch zu steuern. Zudem ist die Software für die gängigen Programmierschnittstellen (APIs) ausgelegt.

Dem Motto „Industrie 4.0 umsetzen“ folgend, erklärte Martin Irrgang, VP Sales von der Recogizer Analytics GmbH, in seinem Beitrag wie Maschinenlernen zur Digitalisierung beitragen kann. Der auf künstlicher Intelligenz beruhenden AI-Controller von Recogizer Analytics, der sich zudem durch einen geschlossenen Regelkreis auszeichnet, trägt zur Optimierung von Prozessen bei. Dabei kann es zum Beispiel um Prozesse zur intelligenten und umweltfreundlichen Automatisierung von Gebäudetechnik oder Maschinen handeln. Die Software stellt dabei Anomalien fest und trägt unter anderem durch automatische Korrekturen zur Stabilität von Prozessen bei.

Der letzte Pitch wurde von Christian Bremer, dem CEO der Two Pillars GmbH, vorgetragen. Er stellte eine Software für modellbasierte Systemtechnik (Systemsengineering) vor, mit der mechatronische Entwürfe bearbeitet und leicht nachverfolgt werden können. Die Cloud-basierte Lösung verbindet dabei Systemengineering mit Projektmanagement. Dadurch können Unternehmen ihre Entwicklungsprojekte beschleunigen und die interdisziplinäre Kommunikation verbessern.

Zum Abschluss der Veranstaltung präsentierte Dr. Laura Dorfer die bevorstehenden Aktivitäten der VDMA Startup-Machine. Wie wertvoll die Startup-Machine ist, wurde anhand der zahlreichen Beispiele deutlich, die Startups und Maschinenbauunternehmen zusammenbringen. Auch dieses Event hat unmittelbar nach der Veranstaltung zu ersten Schritten auf dem Weg zu gemeinsamen, grenzüberschreitenden Projekten zwischen Jungunternehmen und Maschinen- und Anlagenbauer geführt.

Veranstalter

Die Veranstaltung wurde von ProduktionNRW und dem VDMA BeNeLux angeboten. ProduktionNRW ist das Kompetenznetz des Maschinenbaus und der Produktionstechnik in Nordrhein-Westfalen und wird vom VDMA NRW durchgeführt. ProduktionNRW versteht sich als Plattform, um Unternehmen, Institutionen und Netzwerke untereinander und entlang der Wertschöpfungskette zu vernetzen, zu informieren und zu vermarkten. Wesentliche Teile der Leistungen, die ProduktionNRW erbringt, werden aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.