Startup-Lösungen für den Maschinenbau in der Corona-Krise

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Während der Corona-Pandemie war das Web-Seminar am 18. Mai 2020 eine gute Gelegenheit für Startups, ihre Lösungen einem Fachpublikum aus dem Maschinen- und Anlagenbau zu präsentieren.

Vertreten waren bei dem Web-Seminar „Startup-Lösungen für den Maschinenbau“ vor allem Mitarbeiter aus den Unternehmensbereichen Innovationsmanagement, Strategie und Business Development sowie Forschung und Entwicklung, Geschäftsführung sowie IT/Softwareentwicklung, die sich über die digitalen Angebote der Jungunternehmen informieren und ihre Fragen an die Referenten adressieren konnten.

Von den Zuhörern haben knapp 60 Prozent laut einer vor und im Rahmen der Veranstaltung durchgeführten Umfrage bereits mit Startups zusammengearbeitet. Der größte Teil der Teilnehmer war vor allem daran interessiert, neue Startups kennenzulernen und ein weiterer Teil der Befragten „wollte in das Thema Startups hineinschnuppern“. Die fünf Startup-Vorträge beinhalteten insgesamt eine große Bandbreite an Themen, die aktuell die Firmen in der Krisenzeit umtreibt.

Startups und ihre Lösungen

Das Unternehmen ifp Software GmbH  beschäftigt sich im Rahmen der oee.cloud mit Lösungen rund um das Thema OEE, das heißt Overall Equipment Effectiveness und somit mit der Verbesserung der Verfügbarkeit, Leistung und Qualität innerhalb von produzierenden Betrieben. Als as-a-Service-Lösung mit geringem Eingriff in den laufenden Betrieb dient oee.cloud der Analyse der Stillstands- und Langsamkeitsgründe innerhalb der Produktion. Die Software wendet dabei das Paretoprinzip an und konzentriert sich auf die Hauptprobleme und -verzögerungen. Dadurch können mögliche Problemschwerpunkte identifiziert und Trendverläufe und Zusammenhänge analysiert werden, um die Produktivität zu steigern.

In Zeiten von Covid-19 erscheint die Wahrung des Sicherheitsabstandes zur Eindämmung der Pandemie von besonderer Bedeutung. Genau diesem Thema widmete sich das Startup endiio GmbH. Unter dem Titel „Retrofitlösung für Predictive Maintenance – trotz Abstand alles wissen“ wurde das Lösungsangebot des jungen Unternehmens vorgestellt. Endiio zeichnet sich dabei durch eine One-Stop-Lösung aus, die unter anderem das Erfassen von Daten durch Sensoren mit der anschließenden Datenanalyse zusammenbringt. Weitere Merkmale des Produktes sind die Skalierbarkeit und der geringe Energieverbrauch durch eine integrierte Energiegewinnung. Einsetzbar ist die vorgestellte Lösung auch unter erschwerten Umgebungsbedingungen, wie es beispielsweise in der Papierproduktion der Fall ist.

Insbesondere für Nutzer und Hersteller von Anlagen ist das von der Industrial Analytics IA GmbH vorgestellte Produkt interessant – hierbei geht es um einen auf künstlicher Intelligenz beruhenden virtuellen Leitstand, der die Produktion in Pandemiezeiten, aber natürlich auch darüber hinaus, sichert und Mitarbeiter schützt. Im Gegensatz zum klassischen Leitstand kann das Personal des virtuellen Leitstandes an Einzelarbeitsplätzen seiner Tätigkeit nachgehen. Die Überwachung und Steuerung erfolgt dabei über ein Management Board und die notwenigen Absprachen zwischen den Mitarbeitern erfolgt über einen Sprach- und Videochat.

Virtuelle Angebote gewinnen verstärkt an Bedeutung – so stellte die WeAre GmbH ein IT-Werkzeug vor, dass die virtuelle Zusammenarbeit in der Konstruktion ermöglicht. Auch wenn das Arbeiten von zuhause oder über verschiedene IT-Tools immer mehr Verbreitung findet, können Missverständnisse beim Abstimmen von komplexen Sachverhalten aufgrund der fehlenden geographischen Nähe im Rahmen der alltäglichen Kommunikation entstehen. Die von WeAre angebotene virtuelle Lösung zielt daher auf die Optimierung des alltäglichen Austausches zwischen den Konstrukteuren ab, indem sie das gemeinsame Konstruieren – von unterschiedlichen Standorten aus, zum Beispiel aus dem Home Office, ermöglicht. Die Software zeichnet sich unter anderen durch einen schnellen Import von CAD-Daten sowie eine sehr hohe Kompatibilität bezüglich der unterschiedlichen CAD-Datenformate ab.

Im finalen Vortrag des Startups Spanflug Technologies GmbH drehte es sich um eine Plattform, die eine Vielzahl von Herstellern und Nachfragern von Dreh- und Frästeilen zusammenbringt. Durch dieses Angebot können so freie Fertigungskapazitäten schnell und flexibel genutzt werden – Angebot und Nachfrage kommen so schneller zusammen. Durch automatisierte Angebote werden dem Nachfrager schnell verschiedene Optionen angeboten, das heißt, er kann wählen, ob er zum Beispiel ein Dreh- oder Frästeil sehr schnell benötigt oder ob ihm ein niedrigerer Preis wichtiger ist. Unter dem Motto „Local Sourcing“ werden ausschließlich Fertigungsunternehmen in Deutschland berücksichtigt. Dies ist im Zuge von noch nicht funktionierenden weltweiten Lieferketten vorteilhaft und reduziert zudem den CO2-Fußabdruck.

Die Startups, die ihre Dienstleistungen vorgestellt haben, sind Teil des umfangreichen Netzwerkes der VDMA Startup-Machine. Die Startup-Machine ist die Plattform, wenn es darum geht Maschinenbauunternehmen mit Startups zu vernetzen. Neben der Suche nach geeigneten Startups und dem Matching von Maschinenbauern, coacht sie bezüglich einer möglichen Zusammenarbeit und zu den typischen Facetten der Startup-Kultur.

Veranstalter

Die Veranstaltung wurde von ProduktionNRW angeboten. ProduktionNRW ist das Kompetenznetz des Maschinenbaus und der Produktionstechnik in Nordrhein-Westfalen und wird vom VDMA NRW durchgeführt. ProduktionNRW versteht sich als Plattform, um Unternehmen, Institutionen und Netzwerke untereinander und entlang der Wertschöpfungskette zu vernetzen, zu informieren und zu vermarkten. Wesentliche Teile der Leistungen, die ProduktionNRW erbringt, werden aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.