Verrechnungspreissysteme in der Krise

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In einem Erfahrungsaustausch wurden am 26. Mai 2020 unter der Überschrift „Verrechnungspreissysteme in der Krise“ verschiedene Fragestellungen aus dem Bereich der internationalen Verrechnungspreise diskutiert.

Ein Verrechnungspreis wird für grenzüberschreitende Geschäftsbeziehungen zwischen verbundenen Unternehmen bestimmt. Wichtig bei der Bestimmung des Verrechnungspreises ist, dass dieser dem Grundsatz des Fremdvergleichs entspricht.

Die Missachtung des Fremdvergleichsgrundsatzes führt bei Aufdeckung durch die Betriebsprüfung zur steuerlichen Korrektur der angesetzten Verrechnungspreise. Bei der steuerlichen Korrektur werden die tatsächlich vereinbarten Verrechnungspreise durch die Verrechnungspreise ersetzt, die dem Fremdvergleichsgrundsatz genügen. Dies führt zu einer Erhöhung der steuerlichen Bemessungsgrundlage und aufgrund von mangelnder Korrektur der Verrechnungspreise im Ausland zu einer Doppelbesteuerung von Unternehmensgewinnen.

Ausgangspunkt der Diskussionen im Erfahrungsaustausch war die Frage, ob durch die Corona-Krise international tätige Unternehmen Auswirkungen auf die Liefer- und Leistungsbeziehungen erfahren, und wie sich dies auf bestehende Verrechnungspreise auswirkt. Beispielhaft wurde dies anhand von vier aktuellen Fallbeispielen und verschiedenen Lösungsalternativen betrachtet. Als wichtiger Grundsatz hat sich herausgestellt, dass Verrechnungspreise auf einer schlüssigen und durchgängigen Argumentation beruhen müssen. Um Verrechnungspreise gegenüber den Steuerbehörden verteidigen zu können, ist eine gute Dokumentation zudem unerlässlich. Bei internationalen Verrechnungspreisen sollte immer die inländische als auch die ausländische Sichtweise berücksichtigt werden. Denn zum Beispiel wird ein Verrechnungspreis, der in Deutschland von den Steuerbehörden akzeptiert wird, noch längst nicht in Italien akzeptiert. 

Veranstalter

Die Veranstaltung wurde von ProduktionNRW angeboten. ProduktionNRW ist das Kompetenznetz des Maschinenbaus und der Produktionstechnik in Nordrhein-Westfalen und wird vom VDMA NRW durchgeführt. ProduktionNRW versteht sich als Plattform, um Unternehmen, Institutionen und Netzwerke untereinander und entlang der Wertschöpfungskette zu vernetzen, zu informieren und zu vermarkten. Wesentliche Teile der Leistungen, die ProduktionNRW erbringt, werden aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.