Shopfloor Management

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Shopfloor Management ist ein zentrales Steuerungs- und Führungsprinzip, das sich durch das systematische Kaskadieren von Informationen, Störungen und Abweichungen sowie durch eine hohe Transparenz auszeichnet. Claas Industrietechnik stellte vor, wie Shopfloor Management betrieblich umgesetzt werden kann.

Am 28. November 2019 fand der Arbeitskreis Produktion mit dem Schwerpunkt Shopfloor Management bei der Claas Industrietechnik GmbH in Paderborn statt. Aufbauend auf den vorherigen Veranstaltungen zu den Themen Lean und Produktion wurden im Zuge dieses Arbeitskreises das „Shopfloor Management“ (SFM) in den Mittelpunkt der Diskussion gestellt.

Nach der Begrüßung durch den Geschäftsführer Uwe Bolweg, ging Produktionsleiter Michael Schlüter auf das Firmenprofil der Claas Industrietechnik ein. Als Marktführer für die Produktion von Mähdreschern in Europa ist Claas auch im Bereich Industrietechnik aktiv und produziert unter anderem Systemlösungen für die Bereiche Antriebstechnik, Reifendruckregelanlage und Hydraulik.

Der zweite Vortrag thematisierte die Regelkommunikation bei der Claas Industrietechnik, präsentiert durch Simon Tölle, LEAN Expert Production, und Marc Kocks, LEAN Expert R&D. Bei einem Rundgang durch die Produktion wurden die einzelnen SFM-relevanten Standorte besprochen. Highlight hierbei war, dass die Veranstaltungsteilnehmer der morgendlichen Shopfloor Management-Besprechung „Level 3 – Produktionsleiter“ beiwohnen und so einen Einblick auf die gut funktionierenden Abläufe innerhalb der Firma erhalten konnten. Im dritten Teil der Veranstaltung wurden die Eindrücke nochmal diskutiert.

Das im Rahmen des Arbeitskreises thematisierte Shopfloor Management ist ein zentrales Steuerungs- und Führungsprinzip, das sich durch die systematische Kaskadierung von Informationen, Störungen und Abweichungen sowie durch deren hohe Transparenz auszeichnet. Die Transparenz wird durch ein visuelles Management erreicht – zum Beispiel durch Shopfloor Boards, die eine Abweichung von Soll- und Istzuständen, Kennzahlen, Problemen und Maßnahmen zur Problemlösung anschaulich und für jeden sichtbar darstellen. Diese Visualisierung hat eine effektive und effiziente Kommunikation zur Folge, was wiederum das rechtzeitige Reagieren auf Abweichungen und Störungen im Produktionsprozess ermöglicht.

Ein weiteres wichtiges Element des SFM sind die systematischen Problemlösungsprozesse, mit denen man auf diese Störungen und Abweichungen reagieren kann. Im Zuge der Veranstaltung wurde betont, dass es dabei Regeln geben müsse, die auf Klarheit, Transparenz und Konsequenz beruhen. Meldungen über Fehler dürfen nicht „gesammelt“ werden, sondern sollten sofort angegangen werden. Aber das alleinige „Melden“ eines Problems oder Fehlers, zum Beispiel durch einen Vertretungskollegen, reiche nicht aus. Vielmehr muss auch die Vertretung immer „aussagefähig“ sein und bei Rückfragen auskunftsfähig sein.

Der Blick auf die Einführung des SFM bei Claas Industrietechnik zeigte, dass sich die anfängliche Skepsis bei den Mitarbeitern auflöste, da die Mitarbeiter die Vorteile erkannten: Zum Beispiel, die Zeitgewinnung durch die regelmäßige Besprechung am Morgen, so dass andere übliche Besprechungen zwischendurch entfallen konnten. Wichtig ist hierbei, wie bei vielen anderen Veränderungsprozessen, dass die Führungskräfte als Vorbild vorangehen und sich teilweise stärker als die Mitarbeiter verändern müssen. Viele Schritte hin zur Einführung und Implementierung des SFM in der eigenen Firma konnten selbst bewältigt werden, aber es wurde auch gesagt, dass das Hinzuziehen von (Lean-) Experten manchmal notwendig wurde. Als weitere künftige Maßnahmen ist zum Beispiel auch die langfristige Entwicklung hin zu einer Dokumentation des Shopfloor Managements angedacht.

Veranstalter

Die Veranstaltung wurde vom VDMA NRW in Kooperation mit ProduktionNRW angeboten. ProduktionNRW ist das Kompetenznetz des Maschinenbaus und der Produktionstechnik in Nordrhein-Westfalen und wird vom VDMA NRW durchgeführt. ProduktionNRW versteht sich als Plattform, um Unternehmen, Institutionen und Netzwerke untereinander und entlang der Wertschöpfungskette zu vernetzen, zu informieren und zu vermarkten. Wesentliche Teile der Leistungen, die ProduktionNRW erbringt, werden aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.