Servicedienstleistungen während der Pandemie? Die Nerven liegen blank!

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Emotional haben Leiter und Mitarbeiter des Service aus dem Maschinen- und Anlagenbau die Folgen des Corona-Virus miteinander diskutiert. Am 22. April 2020 hatte ProduktionNRW zu einem Erfahrungsaustausch mit dem Titel: „Servicedienstleistungen während der Pandemie“ eingeladen.

Die angemeldeten Teilnehmer haben zur Lage in den Unternehmen berichtet: Im Schnitt seien von circa dreistelligen Einsätzen nur noch ein paar aktiv. Monteure sitzen im Ausland fest. Wenn sie wiederkommen, müssen sie in Quarantäne und stehen erst mal mehrere Tage nicht zur Verfügung. Die Regelungen für Quarantäne seien in den Bundesländern – je nachdem an welchen Flughafen Service-Mitarbeiter landen – jedoch unterschiedlich. Lukrative Aufträge können teilweise nicht mehr abgewickelt werden. Kunden stornieren in Folge ihre Aufträge.
Das Reisen von Servicekräften im Monteur-Einsatz in Europa ist nur noch eingeschränkt möglich. Lokale Reisebeschränkungen seien in jedem Land wiederum unterschiedlich. Der innereuropäische Personenverkehr ist zum Erliegen gekommen. Auch Informationen von Ämtern wären zwar hilfreich, aber nicht immer zutreffend: Grenzer treffen teils individuelle Entscheidungen, ob eine Einreise in ein Land wirklich notwendig ist oder nicht. Diese Liste könnte man noch um viele weitere Probleme erweitern!

Ein Fazit mit kleinen Lichtblicken
Insgesamt zeichnete sich insofern ein chaotisches Bild der Gesamtlage ab, was ein normales Arbeiten kaum noch möglich macht. Die Bekämpfung der Corona-Pandemie ist für alle eine in dieser Form noch nie da gewesene wirtschaftliche Herausforderung. Der Serviceleiter ist aktuell ein Krisenmanager in den Unternehmen. Einige Teilnehmer rechnen aktuell mit Umsatzeinbußen von mindestens 20 Prozent aufs Jahr gesehen im Bereich Service – und das, sofern die Pandemie im Mai beendet ist! Das unterstreicht den Ernst der Lage.

Doch gab es in den Diskussionen auch erste konkrete Lösungsvorschläge und kleine Lichtblicke: So arbeiten die Unternehmen eng mit den Kunden im Ausland zusammen. Dies ist essenziell, um lokal erforderliche Sondergenehmigungen bzw. Übernachtungsmöglichkeiten für Monteure zu organisieren und sich auf die krisenbedingte Sondersituation in den Ländern besser einstellen zu können. Es ist ein Kampf um jeden Kunden und Auftrag!

Checklisten für Serviceeinsätze und Informationen für Service-Leiter
Auch der VDMA konnte konkrete Hilfe leisten: VDMA Europa Expertin Yvonne Heidler präsentierte, wie Serviceleiter sich über lokale Reisebeschränkungen auf dem Laufenden halten können. Sie informierte zu den Situationen in wichtigen europäischen Ländern und gab Tipps zu den zentralen Informationsquellen. VDMA Serviceexperte Peter Thomin stellte außerdem eine neue Checkliste zur Sicherheit bei Serviceeinsätzen während der Pandemie vor.

Wiederholung des Seminars
Nach dem Erfahrungsaustausch baten alle Teilnehmer einstimmig um eine Wiederholung des Austausches. Allein die Erfahrung, dass sprichwörtlich alle Unternehmen gerade „am Schwimmen“ sind, erhöhte die Bereitschaft, sich gegenseitig helfen zu wollen. Der Austausch sei wichtig. Auch die Aktivitäten des Verbandes wurden wertgeschätzt, da dieser sich aktiv in der Krise für die Unternehmen einsetzt.

Das Webinar „Serviceeinsätzen während der Pandemie“ wird am 26. Mai 2020 noch einmal angeboten. Gerne können Sie sich jetzt bereits über den folgenden Link anmelden: http://vdma.org/web/guest/kalender/-/event/view/56780

Weitere Informationen


Veranstalter
Die Veranstaltung wurde von ProduktionNRW angeboten. ProduktionNRW ist das Kompetenznetz des Maschinenbaus und der Produktionstechnik in Nordrhein-Westfalen und wird vom VDMA NRW durchgeführt. ProduktionNRW versteht sich als Plattform, um Unternehmen, Institutionen und Netzwerke untereinander und entlang der Wertschöpfungskette zu vernetzen, zu informieren und zu vermarkten. Wesentliche Teile der Leistungen, die ProduktionNRW erbringt, werden aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.