Teilnovellierung der Ausbildungsberufe

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Am 12. März 2020 fand die Veranstaltung „Teilnovellierung der Ausbildungsberufe“ statt. In dem Erfahrungsaustausch ging es hauptsächlich um die seit dem 1. August 2018 geltende „Teilnovellierung der Ausbildungsberufe – Industrielle Elektro- und Metallberufe sowie Mechatroniker“ und die damit verbundenen Zusatzqualifikationen.

Neben vielen Änderungen im IHK-Ausbildungsrahmenplan, können die Auszubildenden nun eine sogenannte kodifizierte Zusatzqualifikation ablegen. Dies ist eine freiwillige Leistung, die der Auszubildende erbringen kann, aber nicht muss.

Es gibt sieben Zusatzqualifikationen in den Bereichen Additive Fertigungsverfahren, Digitale Vernetzung, IT-gestützte Anlagenänderung, IT-Sicherheit, Programmierung, Prozessintegration und Systemintegration. Die Zusatzqualifikation wird mit einer Abschlussprüfung abgelegt. Für die Zusatzqualifikation ist ein zusätzlicher Aufwand von acht Wochen in der Ausbildung zu berücksichtigen. Das bedeutet, dass eine Zusatzqualifikation besonders für Auszubildende geeignet ist, die schnell lernen und dadurch die vorgesehene Vermittlungszeit aus dem Ausbildungsplan unterschreiten. Die Teilnehmer waren sich einig, dass die Zusatzqualifikation eine Belohnung für gute Auszubildende sein kann, da durch sie deren bisherige Leistung honoriert und anerkannt wird. Der Auszubildende wiederum hat die Chance, sein berufliches Profil zu spezifizieren.

Im Rahmen der Veranstaltung stellte die Nachwuchsstiftung Maschinenbau eine weitere Möglichkeit der Zusatzqualifikation vor. Die von der Nachwuchsstiftung Maschinenbau entwickelte Zusatzqualifikation „Digitale Fertigungsprozesse“ soll während der aktuell laufenden Projektphase ca. 1.200 Auszubildende erreichen. Im Gegensatz zur kodifizierten Zusatzqualifikation, die ausschließlich im Betrieb stattfindet, findet diese weitestgehend schulisch statt. Dies bedeutet für den Auszubildenden einen Mehraufwand von ca. vier bis fünf Schulstunden in der Woche.

Das Ziel der Zusatzqualifikation „Digitale Fertigungsprozesse“ ist es, den Auszubildenden die Zusammenhänge der Industrie 4.0 verteilt auf die Bereiche Prozessanalyse, IT-Security, Smart Maintenance, Additive Manufacturing, Vernetzte Fertigungssysteme, CAx-integrierter Fertigung, Intelligente Produktion mit CPS als auch Arbeit 4.0 zu vermitteln. Mit der Fragestellung „Warum sind die einzelnen Bereiche miteinander vernetzt?“ sollen die Auszubildenden sehr praxisnah anhand eines Beispielunternehmens die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Modulen erkennen und als zukünftige Facharbeiter direkt wertvolle Impulse für ihr Unternehmen mitnehmen. Die Zusatzqualifikation zeigt auf, warum es für die jungen Fachkräfte wichtig ist, im Gesamtprozess zu denken und so die zukünftige Produktionsumgebung mit zu gestalten.

Auch in dieser Zusatzqualifikation werden die Auszubildenden am Ende eine Prüfung ablegen, die mit einem Zeugnis der Nachwuchsstiftung Maschinenbau und einem Zertifikat der IHK bestätigt werden soll.


Veranstalter

Die Veranstaltung wurde von ProduktionNRW angeboten. ProduktionNRW ist das Kompetenznetz des Maschinenbaus und der Produktionstechnik in Nordrhein-Westfalen und wird vom VDMA NRW durchgeführt. ProduktionNRW versteht sich als Plattform, um Unternehmen, Institutionen und Netzwerke untereinander und entlang der Wertschöpfungskette zu vernetzen, zu informieren und zu vermarkten. Wesentliche Teile der Leistungen, die ProduktionNRW erbringt, werden aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.