Digitales Shopfloor Management

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Am 5. März 2020 fand der Erfahrungsaustausch „Produktion“ mit dem Schwerpunkt Digitales Shopfloor Management im BioMedizinZentrum Dortmund statt. Aufbauend auf vorherigen Veranstaltungen zu den Themen „Lean“, „Regelkommunikation“ und zum „Shopfloor Management (SFM)“ wurden im Workshop der digitale Aspekt des SFM in den Vordergrund gerückt.

Neben Grundlagen zum Lean Management gingen zwei einführende Vorträge auf das Fokusthema „digitales Shopfloor Management“, kurz SFM ein. Im zweiten Teil der Veranstaltung hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, sich in Kleingruppen über ihre eigenen Erfahrungen auszutauschen. Einführend wurde die Frage gestellt, wer im eigenen Betrieb eine Regelkommunikation, wie zum Beispiel das Shopfloor Management, verwendet. Rund die Hälfte der Teilnehmer verwendet eine solche geregelte Art des Informationsaustausches.

Felix Prumbohm, Referent VDMA Business Advisory, betonte in seinem Beitrag, dass Kommunikation und Information der Mitarbeiter und Führungskräfte untereinander ein Schlüssel zum Erfolg sind. SFM, als ein zentrales Steuerungs- und Führungsprinzip, zeichnet sich durch die systematische Kaskadierung von Informationen, Störungen und Abweichungen sowie durch deren hohe Transparenz aus. Die Transparenz wird durch ein visuelles Management erreicht – zum Beispiel durch Shopfloor Boards, die eine Abweichung von Soll- und Istzuständen, Kennzahlen, Problemen und Maßnahmen zur Problemlösung anschaulich und für jeden sichtbar darstellen. Diese Visualisierung hat eine effektive und effiziente Kommunikation zur Folge, die wiederum das rechtzeitige Reagieren auf Abweichungen und Störungen im Produktionsprozess möglich gemacht. Ein weiteres wichtiges Element des SFM sind die systematischen Problemlösungsprozesse, mit den man auf diese Störungen und Abweichungen reagieren kann.

Die Digitalisierung des SFM, das heißt das elektronische Erfassen von Kennzahlen, führt zu weiteren positiven Aspekten – aufbauend auf den oben genannten „analogen“ Gesichtspunkten. Zum Beispiel kann der Mitarbeiter direkt an seinem Arbeitsplatz, ohne an das analoge Shopfloor Board gehen zu müssen, über ein Tablet eingebunden werden und so Abweichungen sofort weitermelden. Dadurch sind Echtzeitinformationen aus der Produktion einsehbar und Führungskräfte können diese Informationen ortsunabhängig einsehen. Auch wenn dies nach einer Art „Überwachung“ klingt, besteht der Vorteil für die Mitarbeiter darin, dass sie (eigene) Probleme schneller lösen können. Denn durch die Visualisierung der Informationen wird auch mehr untereinander kommuniziert und Verbesserungsvorschläge oder Hilfestellungen können so schneller zwischen den Mitarbeitern ausgetauscht werden.

Manche Themen oder angesprochene Probleme wiederholen sich teilweise in den Lean Management-Veranstaltungen. Auch, wenn das Wissen und Können bei den Mitarbeitern, die sich mit der Thematik Lean beschäftigen, vorhanden ist, fehlt die Zeit oder die Möglichkeiten die richtigen Schritte einzuleiten. So bewirkt zum Beispiel eine hundertprozentige Verplanung der Mitarbeiter das Gegenteil und die Durchlaufzeit von Projekten oder Aufträgen steigt überproportional an. Die angestrebte optimale Auslastung von Ressourcen liegt daher eher bei 80 Prozent – die restlichen 20 Prozent können zu einer kontinuierlichen Verbesserung der Prozesse nach Lean-Gesichtspunkten genutzt werden.

Veranstalter

Die Veranstaltung wurde vom VDMA NRW in Kooperation mit ProduktionNRW angeboten. ProduktionNRW ist das Kompetenznetz des Maschinenbaus und der Produktionstechnik in Nordrhein-Westfalen und wird vom VDMA NRW durchgeführt. ProduktionNRW versteht sich als Plattform, um Unternehmen, Institutionen und Netzwerke untereinander und entlang der Wertschöpfungskette zu vernetzen, zu informieren und zu vermarkten. Wesentliche Teile der Leistungen, die ProduktionNRW erbringt, werden aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.