Innovationspotenzial von Startups nutzen

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Immer mehr Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau arbeiten mit Startups zusammen, gründen eigene technologieorientierte Töchter oder integrieren externe Jungunternehmen in ihr Unternehmen. Auf seinem 20. Finanzierungstag setzte der VDMA NRW seinen Schwerpunkt auf die Finanzierung sowie die Gründe der Zusammenarbeit mit Startups.

Jubiläum beim NRW-Finanzierungstag: zum 20. Mal kam die Branche am 12. November 2019 im Industrie-Club Düsseldorf zusammen, um die Top-Themen aus der Finanzierung für den Maschinen- und Anlagenbau zu besprechen.

Startups setzen Trendthemen in neue Technologien oder Produkte um und wenden neue Arbeitsweisen an – Kooperationen mit ihnen können daher für etablierte Unternehmen sehr wertvoll sein. Dabei bringen beide Partner nicht nur ihre Technologien und Prozesse in die Zusammenarbeit ein, sondern auch ihre unterschiedlichen Unternehmenskulturen. Für beide Seiten ist es in der Zusammenarbeit daher wichtig, das Erwartungsmanagement zu steuern. „Startups vollbringen keine Wunder, sondern Innovationen brauchen Zeit“, so fassen es Peter Hornik, Geschäftsführer Digital Innovation Hub Düsseldorf/Rheinland GmbH und Tim Eschert, Co-Founder des Startups FeroLabs GmbH zusammen.

Passgenaue Fördermöglichkeiten für jede Strategie

Philipp Salm, Leiter Förderberatung Rheinland der NRW.BANK klärt über Möglichkeiten, die sich zur Förderung anbieten, auf: egal ob Zuschüsse, Kredite, Haftungsübernahmen oder andere Förderprogramme – die NRW.Bank hat viele Finanzierungsoptionen zur Hand und empfiehlt eine Kontaktaufnahme. Bisher seien zum Beispiel aus dem Zentralen Förderprogramm Mittelstand, ZIM, mehr als 400 Millionen Euro Fördergelder nach Nordrhein-Westfalen geflossen. Salm betont, dass es Möglichkeiten einer Kreditoptimierung und der Risikoteilung in der Zusammenarbeit zwischen Startup – Hausbank – Förderbank gäbe und oft nennenswerte Zuschüsse realisiert werden können.

Chancen mittelständischer Carveouts

Wenn mittelständischer Innovationsgeist auf eine neue deutsche Startup-Kultur trifft, entstehen erfolgsversprechende Neugründungen. „Mehr als zehn Prozent aller deutschen Neugründungen finden innerhalb der Rhein-Ruhr-Schiene statt. Damit belegt NRW bundesweit den 2. Platz nach Berlin“, wie Thomas Koch, Leiter Startup-/Digital-Hub West & Leiter Niederlassung Essen Firmenkunden der Commerzbank AG, erklärt.

Bei den Neugründungen haben Carveouts aus Mittelständlern, also die Ausgliederungen, Abspaltungen oder der Verkauf von Unternehmensteilen noch einmal andere Rahmenbedingungen als Gründungen „auf der grünen Wiese“. Der Mittelständler stellt seine Eigenbonität zur Verfügung, die vom Carveout genutzt werden und den Weg zu Fremdkapital ebnen kann. Strategische Partnerschaften oder Beteiligungsverhältnisse sind – je nach Zielsetzung des Kapitalgebers oder ursprünglichem Unternehmen – unter Umständen auch nach der Ausgründung des Carveouts sinnvoll.

Maschinenbaukonjunktur

„Der deutsche Maschinenbau durchläuft schwierigere Zeiten und die konjunkturelle Lage ist nicht komfortabel aber auch kein Weltuntergang“ – so das Fazit des Konjunkturvortrages von VDMA Konjunkturexperte Olaf Wortmann. Grund dafür seien die globalen Unsicherheiten, die sich schädlich auf die Auftragslage bei Investitionsgütern auswirke.

In Nordrhein-Westfalen verläuft die Konjunktur bisher noch etwas positiver als beim Bund. Das liegt zu einem Teil daran, dass NRW im Gegensatz zu den südlichen Bundesländern weniger stark an der Automobilindustrie hängt und der breite Branchenmix in Nordrhein-Westfalen zur Dämpfung eines Abschwungs beiträgt. Doch auch in Nordrhein-Westfalen gibt es neben den Automobilzulieferern Teilbranchen des Maschinenbaus, denen es deutlich schlechter als vor einem Jahr geht.

Motive für Kooperationen mit Startups

Die Ergebnisse der Podiumsdiskussion zum Thema „Maschinenbau in NRW – Tradition trifft Zukunft?“ diskutierten Koch, Hornik, Eschert und Sebastian Hanny, Senior Produktspezialist Fördermittel der NRW.BANK sowie Bernd Supe-Dienes, Geschäftsführender Gesellschafter der Dienes Werke für Maschinenteile GmbH & Co. KG und Vorstandsvorsitzender des VDMA NRW, spiegeln die Ergebnisse der VDMA Mitarbeiterbefragung zur Startup-Affinität und -Strategie wider:

  • Treiber für die Zusammenarbeit mit Startups ist der Zugang zu neuen Technologien, Prozesswissen oder Zielgruppen. Ziel ist es, die eigene Wettbewerbsfähigkeit auf bestehenden und neuen Märkten zu erhöhen.
  • Maschinenbauer wünschen sich insbesondere Startups aus dem Bereich Industrie 4.0, Data Analytics und Künstliche Intelligenz, um ihren Technologiebedarf zu decken.
  • Kriterien für die Auswahl von Kooperationspartnern helfen, Reibungsverluste zu vermindern und die Erfolgswahrscheinlichkeit der Kooperation zu erhöhen. Zu den wichtigsten Auswahlkriterien zählen ausreichende personelle Ressourcen, Kundenreferenzen und persönliche Referenzen der Gründer.
  • Maschinen- und Anlagenbauer suchen als Kooperationspartner bevorzugt Startups, die seit längerem am Markt tätig sind und über ein funktionierendes Geschäftsmodell,  Markterfolge und Projekterfahrung verfügen.


Startup-Radar unterstützt VDMA-Mitglieder

Mit dem VDMA Startup-Radar unterstützt die VDMA Startup-Machine Mitglieder nun noch besser beim Screening von globalen Startup-Trends und beim Aufspüren passender Kooperationspartner aus der internationalen Startup-Szene. Der VDMA Startup-Radar ist der erste Navigator durch die Startup-Szene für den Maschinenbau. Der Report identifiziert über 3.000 maschinenbaurelevante Startups auf der ganzen Welt und leitet per Künstlicher Intelligenz Analysen zur globalen Startup-Szene für den Maschinenbau ab. Der Startup-Radar steht exklusiv für Mitglieder zum Download bereit.

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