Maschinenbau weiterhin starke Branche in Nordrhein-Westfalen

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Der Umsatz des nordrhein-westfälischen Maschinen- und Anlagenbaus wird sich 2019 mit voraussichtlich 43,5 Milliarden Euro leicht unter dem Niveau von 2018 (44,4 Milliarden Euro) einpendeln.

Der Auftragseingang zeichnete in den ersten drei Quartalen 2019 ein mit +/-0 Prozent ausgeglichenes Bild. Die Inlandsbestellungen gingen um 1 Prozent zurück, die Auslandsorders legten um 1 Prozent zu. Die Orders aus den Euro-Ländern schrumpften um 5 Prozent, aus den Nicht-Euroländern kamen 3 Prozent mehr Aufträge. Der NRW-typische Branchenmix im Maschinen- und Anlagenbau sorgt dafür, dass sich Nordrhein-Westfalen im Auftragseingang in diesem Jahr bisher besser als der Branchendurchschnitt darstellt. Jedoch sollte man berücksichtigen, dass es sich bei den Auftragseingängen um einen statistischen Mittelwert handelt, der nicht allen Teilbranchen gerecht wird.

„Die Auftragslage stellt sich im bisherigen Jahresverlauf für Nordrhein-Westfalen besser als erwartet dar. Der nordrhein-westfälische Maschinen- und Anlagenbau trotzt bisher den negativen Tendenzen der Weltwirtschaft und realisiert seine Chancen – in diesem Monat insbesondere im europäischen Markt. Entgegen dem allgemeinen Trend konnte NRW in den ersten neun Monaten dieses Jahres die Leistung des Vorjahres halten“, erklärt Hans Seelen, Referent ProduktionNRW, anlässlich der Eröffnung der FMB Zuliefermesse Maschinenbau am 6. November 2019 in Bad Salzuflen.

Im ersten Halbjahr 2019 konnte das Umsatzvolumen des nordrhein-westfälischen Maschinen- und Anlagenbaus um 2,3 Prozent auf 21,2 Milliarden Euro zulegen. Aufgrund der globalen Unsicherheiten und der damit verbundenen Auswirkungen auf den NRW-Maschinenbau, wurde die Umsatzprognose für 2019 von zu Jahresbeginn prognostizierten nominal +1 Prozent auf -2 Prozent gesenkt.

Wie geht es 2020 weiter?

Der exportstarke Maschinenbau in Nordrhein-Westfalen leidet zunehmend unter den vielen Verwerfungen auf den internationalen Märkten. Insbesondere ungelöste Handelsstreitigkeiten, der Brexit und fehlende konjunkturelle Impulse wirken sich immer stärker aus und machen den Betrieben zu schaffen. Der VDMA NRW rechnet – von einem hohen Niveau ausgehend – für 2020 mit einem Umsatzrückgang von 2 Prozent auf 42,6 Milliarden Euro.

Zahl der Arbeitsplätze im NRW-Maschinenbau angestiegen

Ende August 2019 beschäftigte der nordrhein-westfälische Maschinen- und Anlagenbau 200.465 Mitarbeiter in Betrieben mit mehr als 50 Beschäftigten. Verglichen mit dem August des vergangenen Jahres nahm die Zahl der Beschäftigten um 0,6 Prozent bzw. 1.109 Personen zu. Damit liegt die Zahl der durchschnittlich im NRW-Maschinen- und Anlagenbau beschäftigten Mitarbeiter in den ersten acht Monaten 2019 um 1,1 Prozent oder 2.210 Personen über dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Vor dem Hintergrund der Konjunkturerwartungen für Nordrhein-Westfalen rechnet die Branche in den kommenden Monaten mit mehr Entlassungen als Einstellungen und einer Zunahme der Kurzarbeit.

Weiterhin stark im Export

Als Technologieführer mit einer starken Exportorientierung ist der nordrhein-westfälische Maschinenbau nach wie vor erfolgreich auf den Weltmärkten unterwegs. Die Exporte des nordrhein-westfälischen Maschinenbaus betrugen 2018 insgesamt 31,3 Milliarden Euro und waren damit einer der wichtigsten Eckpfeiler der Wirtschaft nicht nur in NRW, sondern auch bundesweit.

Jede fünfte deutsche Maschine wird in Nordrhein-Westfalen produziert und der Maschinenbau ist die exportintensivste Branche Nordrhein-Westfalens. Rund 70 Prozent der hier produzierten Maschinen und Anlagen gehen in den Export. Traditionell stehen die Lieferungen ins europäische Ausland mit mehr als Hälfte der gesamten Maschinenexporte aus Nordrhein-Westfalen an erster Stelle; dahinter die Regionen Asien mit über 26 Prozent und Amerika mit 16 Prozent. Das wichtigste Absatzland des nordrhein-westfälischen Maschinenbaus ist der US-amerikanische Markt. Ausfuhren in die USA haben im ersten Halbjahr 2019 um 5,6 Prozent auf 1,72 Milliarden Euro zugenommen. Damit haben die Vereinigten Staaten die Volksrepublik China, die bisher der wichtigste Markt war, abgelöst. Die Exporte nach China haben im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,7 Prozent auf 1,69 Milliarden Euro zugelegt. Auf den Plätzen drei bis fünf folgen Frankreich mit 871 Millionen Euro (+6,3 Prozent), das Vereinigte Königreich mit 650 Millionen (+6,4 Prozent) und die Niederlande mit 642 Millionen Euro (-2,1 Prozent).

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