VDMA NRW Vorstandssitzung

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Die Vorstandsmitglieder des VDMA NRW trafen sich am 17. September 2019 bei der Claas Industrietechnik GmbH in Paderborn. Gegenstand der Sitzung waren neben der aktuellen konjunkturellen Lage, die politische Interessenvertretung auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene.

Die turnusgemäße Vorstandssitzung des VDMA NRW fand am 17. September 2019 bei der Claas Industrietechnik GmbH in Paderborn statt. Diese ist Teil der Claas Gruppe und agiert als eigenständiges, mittelständisches Industrieunternehmen mit dem Fokus auf Antriebstechnik und Hydraulik. Auf besonderes Interesse stieß während der Betriebsbesichtigung das Thema „Shopfloor-Management“ sowie die hohe Fertigungstiefe in der Produktion.

Ingenieure im Maschinenbau

Eines der zentralen Anliegen des Maschinenbaus ist es, mehr Nachwuchs für die Branche, begeistern zu können. Die neu erschienene Impuls-Studie „Ingenieurinnen und Ingenieure für Industrie 4.0“ der Impulsstiftung geht der Fragestellung nach den notwendigen Fähigkeiten und Kompetenzen von Ingenieuren nach und ermittelt gleichzeitig den Status Quo hinsichtlich der Industrie 4.0-Ausbildung an deutschen Hochschulen. Die VDMA Bildungsreferentin Dr. Franziska Seimys erklärte, dass die Hochschulen bei der Ingenieurausbildung für Industrie 4.0 bereits erste zielführende Ansätze entwickelt haben, aber noch am Anfang der Entwicklung stünden. Insbesondere die Integration neuer fachlicher Inhalte stelle eine große Herausforderung dar.

„Mit der Studie liegt erstmals ein ‚Soll-Profil Ingenieurinnen und Ingenieure 4.0‘ vor, das auf den Anforderungen der Maschinenbau-Industrie basiert“, so Bernd Supe-Dienes, Vorstandsvorsitzender des VDMA NRW und appellierte an die Hochschulen, dem Change-Prozess höchste Priorität einzuräumen, die Curricula anzupassen und die Lehre besser auszustatten.

Maschinenbaukonjunktur enttäuscht

Dr. Ralph Wiechers, VDMA Chefvolkswirt, gab in seinem Konjunkturbericht einen Überblick über die konjunkturelle Lage und erklärte, dass Daten wie Produktion, Umsatz, Auftragseingang oder Export des deutschen Maschinenbaus 2019 rückläufig seien, sich aber die Entwicklung in den einzelnen Teilbranchen nicht einheitlich darstelle. Insgesamt erwarte er für die nächsten Monate keine Erholungen – gerade auch mit Blick auf die internationalen Unsicherheitsfaktoren. Wiechers erklärte, dass die Entwicklung in NRW bisher deutlich besser verlaufen sei als auf Bundesebene. Daraufhin ergab sich unter den Vorstandsmitgliedern ein intensiver Austausch hinsichtlich der weiteren Entwicklung in NRW.

Politisches Update

Dr. Johannes Bauerdick, Referatsleiter im NRW-Wirtschaftsministerium, gab den Vorstandsmitgliedern einen Überblick über den Status des industriepolitischen Leitbildes des nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministeriums, bei dem sich unter anderem der VDMA NRW mit eingebracht hat. Ressortübergreifend soll das Leitbild den Handlungsrahmen der Landesregierung bilden. Darüber hinaus berichtete er vom beschlossenen Kohleausstieg der Bundesregierung und dessen Auswirkungen auf Nordrhein-Westfalen.

Im Rahmen seines politischen Updates erläuterte Andreas Rade die aktuelle Lage der Bundespolitik und die möglichen Auswirkungen des kommenden SPD-Parteitages am 6. bis 8. Dezember 2019. Je nach Ausgang der dann stattfindenden Wahl des Parteivorsitzes und der sich daraus ergebenden Machtverhältnisse im Bundestag kommt es zu einem politischen Richtungswechsel. Die hieraus hervorgehenden Szenarien, können vom Weiterbestand der Großen Koalition, über deren Aufkündigung bis hin zu Neuwahlen reichen.

Auf europäischer Ebene setzte die neue EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen für ihre Präsidentschaft einen besonderen Fokus auf die Klimaproblematik und die Digitalisierung – Herausforderungen, die auch den Maschinen- und Anlagenbau betreffen.