Engpasstheorie (TOC) liefert gute Ergebnisse

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Kennen Sie Ihre Engpässe, die Sie am Wachsen hindern? Jeder Ablauf im Unternehmen ist nur so schnell, wie es der schwächste – sprich langsamste oder ineffizienteste Schritt es zulässt. Es lohnt sich, hier mit Verbesserungen anzusetzen.

Auch in Zeiten der Digitalisierung und unabhängig von der Unternehmensgröße darf die ständige Verbesserung und Weiterentwicklung der firmeninternen Prozesse nicht vernachlässigt werden. Lean Management bietet dafür einen ganzheitlichen Ansatz und definitiv mehr als einen Methodenkoffer, der nur einzelne „Werkzeuge“ – wie 5S – einsetzt. Die erfolgreiche Verankerung von Lean Management bedarf eines Systemgedankens, einer Veränderung des Bewusstseins und eines langfristigen Ansatzes, der über kurzfristige Einsparziele hinausgeht. In diese ganzheitliche Betrachtungsweise müssen sowohl interne Abläufe und Strukturen, technologische Möglichkeiten als auch die Einbindung von Mitarbeitern und Führungskräften einbezogen werden.

Interne Optimierung

Im Rahmen des Arbeitskreises Lean, der am 4. Juni 2019 bei der Kampf Schneid- und Wickeltechnik GmbH & Co. KG in Wiehl stattgefunden hat, wurde gezeigt, wie das Unternehmen Fragen der internen Optimierung – nicht unbedingt unter dem Schlagwort „Lean“ – angepackt hat. Im Zuge eines internen Verbesserungsprozesses wurden, unter Einbindung von externen Spezialisten, die Mitarbeiter um ihre Meinung zur Optimierung der Arbeitsabläufe gebeten. Die Vorschläge und Kritikpunkte wurden anschließend den Führungskräften und Mitarbeitern aufgezeigt.

Die Einbindung eines externen Beraters kann manchmal hilfreich sein, um schwierige Punkte anzusprechen, die auf die Notwendigkeit einer Verhaltensveränderung von Fach- und Führungskräften abzielen müssen. Der Erfolg eines solchen Veränderungsprojektes hängt unmittelbar mit den Begrifflichkeiten „Führung“ und „Verantwortung“ zusammen – während ersteres auf die Chefetage abzielt, bezieht Letzteres alle Mitarbeiter ein. Die Einbindung und die Übertragung von Verantwortung auf die Mitarbeiter schafft eine Unternehmenskultur, bei der Verbesserungsvorschläge proaktiv hervorgebracht werden. Diese sollen dabei in einen Prozess der Standardisierung münden und zu einem Prozess-Redesign mit einer entsprechenden Dokumentation der neuen Methode führen.

Engpassorientierte Betrachtung

Neben der Erläuterung der allgemeinen Philosophie wurde die erfolgreiche Umsetzung des Lean Managements bei Kampf anhand der engpassorientierten Betrachtungsweise (englisch: Theory of Constraints – TOC) dargestellt. Die Idee dahinter ist, dass bei jedem Prozess ein Engpass vorliegt, der die gesamte Prozesskette ausbremst. Meistens wissen die Mitarbeiter sogar besser als das Management, wo genau diese Schwachstelle liegt und können entsprechende Vorschläge zur Verbesserung unterbreiten. Ist der Engpass bekannt, dann muss der Prozess daran ausgerichtet und so gestaltet werden, dass ein (Zeit-)Puffer für ihn eingerichtet wird.

Um eine Beschleunigung der Durchlaufzeit zu erreichen, kann man hierbei die Puffer der einzelnen Arbeitspakete addieren und die sich daraus ergebene Summe wieder um einen Wert X reduzieren, um einen realistischen Gesamtpuffer zu erhalten. Die Idee dahinter ist, dass jeder Puffer sowieso aufgebraucht wird und man durch diese Methode den Mitarbeitern einen Ansporn gibt, Zeit nicht unnötig zu „verschwenden“. Die Engpasstheorie basiert auf den fünf Schritten:

  1. Identifizierung des Engpasses
  2. Volle Auslastung des Engpasses
  3. Unterordnung aller Gegebenheiten der Auslastungsentscheidung
  4. Behebung des Engpasses
  5. Basierend auf der Annahme, dass ein System kann nur wachsen kann, wenn es keine einengenden Randbedingungen mehr gibt und dass das System so lange wächst, bis es an einen neuen Engpass stößt, beginnt man hier an diesem Punkt von vorne.

Veranstalter

Die Veranstaltung wurde vom VDMA NRW in Kooperation mit ProduktionNRW angeboten. ProduktionNRW ist das Kompetenznetz des Maschinenbaus und der Produktionstechnik in Nordrhein-Westfalen und wird vom VDMA NRW durchgeführt. ProduktionNRW versteht sich als Plattform, um Unternehmen, Institutionen und Netzwerke untereinander und entlang der Wertschöpfungskette zu vernetzen, zu informieren und zu vermarkten. Wesentliche Teile der Leistungen, die ProduktionNRW erbringt, werden aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.