Future Business: Circular Economy 4.0

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Je früher sich Unternehmen mit relevanten Zukunftsfragen beschäftigen, desto vorausschauender kann die Unternehmensstrategie in die richtigen Bahnen gelenkt werden. Zu einem wichtigen Zukunftstrend gehört die „Circular Economy“.

Welches sind die relevanten Zukunftsthemen für den Maschinen- und Anlagenbau? Dieser Frage widmet sich das VDMA Competence Centers Future Business zusammen mit dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI).

Um unseren Ressourcenverbrauch nachhaltig zu decken, bräuchten wir gemessen an dem Rohstoffverbrauch in Deutschland drei Erden – so der Bericht der Umweltschutzorganisation German Watch. Auch eine Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ist alarmierend: Der weltweite Rohstoffverbrauch hat sich zwischen 1970 und 2017 fast verdreifacht und wird sich bis 2060 nochmal nahezu verdoppeln – wenn wir nicht umsteuern. Angesichts dieser Zahlen ist es voraussehbar, dass sich die Rohstoffpreise verteuern, sobald sie wesentlich knapper werden. Ein Weg vom klassischen linearen Wirtschaftsmodell nach der Devise „Nehmen – Benutzen – Wegschmeißen“ hin zum zirkulären Wirtschaften „Reparieren – Aufarbeiten – Wiederverwenden“ ist wahrscheinlich.

Megatrend Circular Economy

Zirkuläres Wirtschaften entwickelt sich zu einem Megatrend. Was konkret heißt: umweltverträgliche Produkte – CO²-neutral und mit minimalem Ressourceneinsatz hergestellt – möglichst weitgehend aus Sekundärstoffen oder nachwachsenden Rohstoffen bestehend – langlebig, leicht reparierbar, wiederverwendbar und recyclefähig. Die Debatte um den Klimawandel wäre dann nur die Spitze des Eisbergs, denn die Herausforderungen für zirkuläre Wirtschaftskreisläufe wären enorm. Der Produktlebenszyklus aus Recycling, Reduce, Repair, Reuse und Refurbish – kurz auch „5R“ genannt – ist im Bereich der Investitionsgüterindustrie zwar aktuell nur schwer vorstellbar, birgt aber entlang der gesamten Wertschöpfungskette über neue Geschäftsmodelle enorme Wachstumspotenziale für den Maschinen- und Anlagenbau, wenn es gelingt, sich von volatilen Rohstoffmärkten unabhängig zu machen. Nach der Potenzialanalyse einer zirkulären Wertschöpfung im Land NRW wurde schon im Jahr 2016 aufgezeigt, dass die Kosten des Rohstoffverbrauchs um 25 Prozent gesenkt werden können und bis 2050 ein Wachstumspotenzial von 12 Prozent besteht.

Neuer Bericht des VDMA zu Circular Economy

Um Antworten zu geben und Impulse zu setzen für zirkuläre Wirtschaftskreisläufe, haben der VDMA und das Fraunhofer-Institut eine „Broschüre Zukunftsbilder 2030 für den Maschinen- und Anlagenbau | Band 5 erstellt“. Diese beleuchtet die Rolle des Maschinen- und Anlagenbaus zur digitalen Kreislaufwirtschaft 4.0 in vier Zukunftsbildern.

In möglichen Kombinationen von Ausprägungen im Jahr 2030 haben die Teilnehmer des zur Circular Economy 4.0 am 18. Juni 2019 stattgefundenen Erfahrungsaustausch intensiv diskutiert. Im Ergebnis wurden vier Szenarien dokumentiert, die zeigen, dass Kreislaufwirtschaft möglich und sinnvoll ist und die Digitalisierung große Chancen für eine schnelle und weitergehende Umsetzung bietet.

Die oben genannte Broschüre des Competence Centers Future Business beschreibt Handlungsempfehlungen und zeigt, wie Unternehmen die Chancen nutzen, die sich aus Kreislaufwirtschaft und Digitalisierung gleichermaßen ergeben. Sie zeigt, wie die Politik gute Rahmenbedingungen schaffen kann und wie die Forschung nicht nur für technische Lösungen sorgt, sondern auch die nötige Kooperation der Player und Best Practices fördern kann. Im Rahmen des Erfahrungsaustausches erarbeiteten die Teilnehmer außerdem Trendkarten zu „Design-for-Recyclability“ und zur „Digitalisierung von Materialströmen“.

VDMA Mitglieder können die Broschüre zur Circular Economy und die Future Business Trendkarten bei Sabine Egerer (sabine.egerer@vdma.org) von der Abteilung Future Business im VDMA anfragen.

Veranstalter

Die Veranstaltung wird von ProduktionNRW angeboten. ProduktionNRW ist das Kompetenznetz des Maschinenbaus und der Produktionstechnik in Nordrhein-Westfalen und wird vom VDMA NRW durchgeführt. ProduktionNRW versteht sich als Plattform, um Unternehmen, Institutionen und Netzwerke untereinander und entlang der Wertschöpfungskette zu vernetzen, zu informieren und zu vermarkten. Wesentliche Teile der Leistungen, die ProduktionNRW erbringt, werden aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.

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