Großraum- und Schwerlasttransporte in Nordrhein-Westfalen

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Der Gesprächskreis „Schwerlasttransporte“ bietet eine Plattform für Unternehmen, konstruktiv zu diesem Thema ins Gespräch zu kommen und Lösungen zu diskutieren. Ein erstes Treffen hat am 2. Juli 2019 stattgefunden. Der Teilnehmerkreis freut sich über weitere Teilnehmer!

Egal in welchem Fachzweig des Maschinen- und Anlagenbaus – funktionierende Großraum- und Schwertransporte spielen eine wesentliche Rolle bei der Abwicklung der Lieferungen. Angeregt durch den Exporttag NRW des VDMA NRW, bietet der Gesprächskreis „Schwerlasttransporte“ von ProduktionNRW eine Möglichkeit für Mitarbeiter aus Logistik-, Transport und Versandabteilungen, um sich zu diesem Thema zu vernetzen und Erfahrungen austauschen.

Verbände-Initiative

Ingo Elste, Referent Logistik/Verkehr beim VDMA, berichtete von der Gründung eines zentralen VDMA Arbeitskreises in Frankfurt und stellt die Verbandsaktivitäten der letzten Jahre vor. So hat sich der VDMA zum Beispiel mit weiteren führenden Wirtschaftsverbänden zu einer Verbände-Initiative zusammengeschlossen, um auf die Behinderungen von Logistikprozessen für die Wirtschaft hinzuweisen und die Politik zum Handeln aufzufordern.

Die Aktivitäten der Verbände-Initiative, der sich immer mehr Verbände anschließen, fokussiert sich 2019 nach derzeitigem Stand auf das Thema Beleihung im Rahmen des BF4-Verfahrens und auf die Weiterführung des Maßnahmenkatalogs. Elste verweist unter anderem auf den Masterplan Schwergut, der erstellt wurde, um die große Bedeutung des Schwerguttransportes für die deutsche Wirtschaft aufzuzeigen.

Berichte aus dem Teilnehmerkreis

Die Teilnehmer berichten von erheblichen Problemen bei der Durchführung von Schwertransporten. Dies betrifft nicht nur die Auslieferung fertiger Produkte, sondern auch Transporte während des Herstellungsprozesses, die für einzelne Bearbeitungsschritte erforderlich sind.

Die marode Verkehrsinfrastruktur ist insbesondere für die ländlichen Standorte mit langem Vorlauf zu einem Binnenhafen ein echter Standortnachteil. In einzelnen Fällen kommt es sogar zu einer Verlagerung von Bearbeitungsschritten an externe Standorte in Hafennähe oder gleich zu einer Fertigung an einem Standort im Ausland, da die Probleme bei der Transportabwicklung inzwischen zu groß werden.

Darüber hinaus berichten die Teilnehmer von Genehmigungszeiten von acht bis zehn Wochen und sehen die vielen beteiligten Stellen als eine der Ursachen dafür an. Die gleiche Behandlung bei Genehmigungen von „einfachen, kleinen“ Schwertransporten sowie wirklich großen und komplexen Schwertransporten verschärft diese Zeitproblematik weiter.

Ein weiterer Gesprächspunkt dreht sich um die Nutzung der deutschen Nordseehäfen. Viele Unternehmen nutzen nur noch kurze Wege bis zum nächsten Binnenhafen genutzt werden. Dies führt dazu, dass die Verschiffung der Ladung über die Häfen im benachbarten Ausland, wie Rotterdam und Antwerpen und nicht mehr über deutsche Häfen erfolgt.

Die Teilnehmer des Gesprächskreises betrachten aber auch ihr eigenes Verhalten in Bezug auf die eigene Anfragehäufigkeit nach Angeboten zu Schwertransporten kritisch und sind sich über den damit einhergehenden eigenen Einfluss auf Prozesse bewusst.

Weitere Vorgehensweise

Die Teilnehmer begrüßen die Initiative zu diesem Gesprächskreis und bekunden ihre Bereitschaft, sich zum Thema Schwertransport auch weiterhin einzubringen. Aktuell wird ein Termin im nordrhein-westfälischen Verkehrsministerium angestrebt, um dort die Position des Maschinenbaus und die Betroffenheit der Branche bei der derzeit nicht befriedi-genden Abwicklung von Großraum- und Schwertransporten zu platzieren.

Am 17. September 2019 wird die 2. Sitzung des Gesprächskreises in Düsseldorf stattfinden. Weitere Teilnehmer sind herzlich willkommen, sich aktiv einzubringen! Interessenten können gerne Kontakt mit Hans Seelen (hans.seelen@vdma.org, Tel. 0211 687748-21) aufnehmen.

Veranstalter

Der Gesprächskreis wird von ProduktionNRW angeboten. ProduktionNRW ist das Kompetenznetz des Maschinenbaus und der Produktionstechnik in Nordrhein-Westfalen und wird vom VDMA NRW durchgeführt. ProduktionNRW versteht sich als Plattform, um Unternehmen, Institutionen und Netzwerke untereinander und entlang der Wertschöpfungskette zu vernetzen, zu informieren und zu vermarkten. Wesentliche Teile der Leistungen, die ProduktionNRW erbringt, werden aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.