Kreativität braucht Raum und Methode: Design Thinking und Kreativitätsräume

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Fokus auf Kreativität: sowohl durch die passenden Räumlichkeiten als auch durch neue Methoden, kann die Kreativität im Unternehmen gefördert werden.

Ein Boxsack in der Ecke, zwei Sofas auf Rollen, verschiebbare Flipcharts, Stehtische und die dazugehörigen Barhocker. In einer Ecke sind in Regalen verschiedene Bastelmaterialien wie zum Beispiel Lego, Moosgummi, Knete, Scheren und Playmais gelagert. Der Raum des Institutes der deutschen Wirtschaft, IW Köln, beinhaltet alles, was ein Kreativitätsraum bieten muss. Aus diesem Grunde hätte der Veranstaltungsort für den Erfahrungsaustausch „Personal und Innovation – Kreativitätsraum & Design Thinking“ am 22. Mai 2019 nicht besser passen können.

Die Geschichte des Kreativitätsraum des IW Köln ist so interessant wie der Raum selbst. Durch die fortschreitende Digitalisierung verschwand ein Teil der analogen Bibliothek des Institutes. So entschloss man sich, den freiwerdenden Raum als Kreativitätsraum zu nutzen.
Die Gestaltung und Einrichtung des Raumes wurde dabei in Eigenregie durchgeführt, da keine Anbieter für die Umsetzung gefunden wurden. Wichtiges Merkmal von Kreativitätsräumen ist das Unperfekte und Einfache. Beides stimuliert das Unterbewusstsein und hilft dabei, unfertige oder verrückte Ideen auszusprechen. Für das Einrichten gibt es keine Blaupausen oder Vorschriften, denn jeder Kreativitätsraum steht für sich und sein Umfeld.

Die Veranstaltungsteilnehmer berichteten, dass Kreativitätsräume in ihren Unternehmen klaren Regeln unterliegen. In einem Unternehmen dürften dort keine Abteilungs- oder Regeltermine stattfinden, in einem anderen Unternehmen gelte eine „Closed Laptop“ Regel. Aber auch hier gilt: Regeln werden unternehmensindividuell festgelegt.  Was bei einem Unternehmen gut funktioniert, muss bei dem anderen Unternehmen nicht zwangsläufig funktionieren.

Kreativitätsmethode Design Thinking

Im zweiten Teil der Veranstaltung wurde der Design Thinking-Ansatz in den Fokus gerückt, eine Kreativitätsmethode, die hilft, komplexe Probleme mit vielen unbekannten Variablen und dynamischen Kontexten effektiver zu lösen. Design Thinking orientiert sich stark am Nutzer, vollzieht kurze Sprints und nutzt Feedbackschleifen, um die Bedürfnisse des Kunden besser zu bedienen. Der potenzielle Nutzer steht im Fokus und Minimallösungen und Prototypen können nach dem Leitsaz „try early, fail early“ schnell getestet werden.  Erreicht wird dies durch eine, im Idealfall, ständige Rückkopplung mit der Zielgruppe. Design Thinking erleichtert das Setzen von Prioritäten, das Abschätzen von Aufwänden und flexible und schnelle Experimente und Maßnahmen.

Veranstalter

Die Veranstaltung wurde von ProduktionNRW angeboten. ProduktionNRW ist das Kompetenznetz des Maschinenbaus und der Produktionstechnik in Nordrhein-Westfalen und wird vom VDMA NRW durchgeführt. ProduktionNRW versteht sich als Plattform, um Unternehmen, Institutionen und Netzwerke untereinander und entlang der Wertschöpfungskette zu vernetzen, zu informieren und zu vermarkten. Wesentliche Teile der Leistungen, die ProduktionNRW erbringt, werden aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.