Vom Produkt- zum Lösungsanbieter

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Die Digitalisierung eröffnet dem Maschinen- und Anlagenbau neue Möglichkeiten und Geschäftsmodelle. Welche Strategie dabei helfen kann, die Entwicklung von einem reinen Produktanbieter zu einem innovativen Lösungsanbieter zu vollziehen, war Thema auf dem Erfahrungsaustausch Produktmanagement am 9. Mai 2019 in Dortmund.

Als Best Practice Lösung für ein modernes Business Development Szenario stellte Kampf Schneid- und Wickeltechnik GmbH & Co. KG die integrative Plattform „the@dvanced“ vor. Maik Krüger, Leiter Produktmanagement bei Kampf, machte in seinem Vortrag deutlich, dass „alte Wege keine neuen Türen öffnen können“. Das Unternehmen aus Wiehl hatte sich vor wenigen Jahren intensiv mit den Themen Modularisierung, Automatisierung und Digitalisierung auseinandergesetzt. Menschen, Kultur, Skills, Digital Readiness und auch das Netzwerken mit Stakeholdern entlang der Wertschöpfungskette haben sich anschließend grundlegend im Unternehmen verändert. Dieser Wandel hat enorm zur Weiterentwicklung des Unternehmens beigetragen.

Produktentwicklung über integrierte Netzwerke

Mit Partnern hat Kampf die Plattform the@vanced entwickelt, die als integrative Softwareplattform effizienzsteigernde digitale Zusatzfunktionen für den Betrieb von Maschinen und Anlagen, wie beispielsweise die Überwachung von Produktionsprozessen auf mobilen Endgeräten, bietet. Die Plattform integriert Zusatzaggregate und sorgt für die Konnektivität und Interoperabilität mit digitalen Unternehmensinfrastrukturen. Der Datenfluss aller vernetzten Maschinen kann damit automatisiert überwacht und analysiert werden.

Um auch Maschinen an anderen Standorten anbinden zu können, wurde schließlich eine Cloud-Lösung entwickelt. Damit können sich Maschinenbediener jederzeit über den Status der Maschine informieren. Aufgrund des Echtzeit-Monitorings lässt sich die Produktivität bei sinkenden Wartungskosten steigern. Die Plattform the@vanced ist im Rahmen von Converting 4.0 entstanden – einem interdisziplinären Netzwerk mit 50 Partnern, das neue digitale Ideen für die Optimierung der Produktion in der Folienherstellung entwickelt.

Ohne Marktangangsstrategie kaum Erfolge

Robert Konjusic, Referent der Abteilung Business Advisory im VDMA, berichtete nach einem Workshop „Vom Produkt- zum Lösungsanbieter“ zum Thema aus einer Studie, die der VDMA zusammen mit der Boston Consulting Group entwickelt hat. Digitale Technologien werden weitestgehend von den Unternehmen beherrscht, aber die Umsetzung der Digitalisierung ins aktive Leistungsportfolio verlaufe noch langsam. Bisher zeichne sich ein marginaler Umsatzbeitrag ohne signifikante Profite ab. Dies liege an einem geringen Nutzungsgrad erhobener Daten, vor allem bei intelligenten datenbasierten Services.

Konjusic stellte daraufhin vor, wie wichtig eine durchdachte Strategie für den Marktangang ist, um ein klares Nutzenversprechen neuer Produkte oder Services für den Kunden herauszuarbeiten. So könne eine Spezifikation des Anwendungsfalls durch einen Use Case quantitative Ergebnisse liefern. Die Studie von VDMA und Boston Consulting können VDMA-Mitglieder auf Anfrage bei der VDMA Abteilung Business Advisory beziehen (robert.konjusic@vdma.org).

Veranstalter

Die Veranstaltung wurde von ProduktionNRW angeboten. ProduktionNRW ist das Kompetenznetz des Maschinenbaus und der Produktionstechnik in Nordrhein-Westfalen und wird vom VDMA NRW durchgeführt. ProduktionNRW versteht sich als Plattform, um Unternehmen, Institutionen und Netzwerke untereinander und entlang der Wertschöpfungskette zu vernetzen, zu informieren und zu vermarkten. Wesentliche Teile der Leistungen, die ProduktionNRW erbringt, werden aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.

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