Fallstricke im Online-Marketing und -Recht

Shutterstock

Online-Marketing ist eine der wichtigsten Säulen der betrieblichen Kommunikation, aber wie kann man Fehltritte vermeiden? Der Arbeitskreis Marketing gab wertvolle – und leicht umzusetzende – Tipps.

Die Digitalisierung der Kommunikationswege hat dazu geführt, dass die tägliche Arbeit des Marketing Managers zunehmend komplexer geworden ist. Auf der einen Seite muss er das Online-Marketing rund um SEO, Social Media, Lead-Management und Content-Marketing beherrschen. Auf der anderen Seite lauern auf ihn diverse Fallstricke hinter der neuen Datenschutzgrundversorgung, der Impressumpflicht oder den Bildrechten. Der Arbeitskreis Marketing informierte am 29. Mai 2019 umfassend zu dem Thema.

B2B und B2C vermischen sich im Online Marketing

„Kaufentscheidungen der Kunden werden im B2B-Bereich des Maschinen- und Anlagebaus eher rational und faktengetrieben entschieden“, erklärt Dr. Jonas Gerlach, Berater bei der Agentur JP KOM GmbH aus Düsseldorf. „Es zählen sachliche Informationen und Expertise, aber im Digitalen gilt das nicht mehr ausschließlich: Emotionale Inhalte – medial ansprechend aufbereitet – spielen zunehmend eine wichtige Rolle, weil Kunden und Unternehmen aus B2B und B2C im Web die gleichen Kanäle nutzen.“

Die Digitalisierung des Marketings führt dazu, dass heute mehr Service, Touchpoints und Erlebnis notwendig sind, um bei B2B-Kunden eine kaufentscheidende Wirkung hervorzurufen. Wichtige Trends im B2B-Marketing sind derzeit:

  • die digitale Begleitkommunikation von Events wie Messen und Kongresse
  • der Aufbau einer Fan-Community im Internet
  • der Aufbau und die Pflege von Beziehungen zu Influencern und Multiplikatoren
  • die Einbeziehung von Mitarbeitern als Markenbotschafter
  • Content Marketing, um mit relevanten Inhalten zu punkten


SEO: Worauf achtet der Algorithmus?

Der Algorithmus von Suchmaschinen wie Google wird zunehmend komplexer und agiert in der Auswertung von Websites zur Indexierung immer intelligenter. Um mit der eigenen Unternehmens-Website bei relevanten Suchanfragen dennoch gefunden zu werden, kann man sich ein paar einfacher Mitteln bedienen:

  • die Wahl der richtigen Domain und die richtige Benennung von Unterseiten, aus der bereits das Thema der Seite hervorgeht
  • eine Verschlagwortung der Seite (Keywords)
  • die richtige Auszeichnung von Überschriften
  • das regelmäßige Verwenden relevanter Schlagworte
  • verschlüsselte Datenübertragung via SSL-Zertifikat etc.


„Man muss kein Programmierer sein, um bereits wichtige erste Schritte gehen zu können“, erklärt Gerlach den Teilnehmern des Arbeitskreises und empfiehlt SEO-Apps, die sich in das CMS als Plug-in integrieren lassen: „Darüber können Sie die Optimierung in wenigen Handgriffen selbst vornehmen. Die Tools machen selbst auf Verbesserungen aufmerksam und schulen den Nutzer indirekt, um noch besser zu werden. Die meisten lassen sich kostenfrei als Plug-in installieren.“

Educational Content: Besser inhaltlich hochwertig

Neben der technischen Optimierung spielen aber auch die Inhalte der Website eine wichtige Rolle für den Algorithmus. Die gute Nachricht: Relevanter Inhalt wird belohnt! Das ist im Industrie-, Technik- und Verfahrenssektor besonders interessant, weil Unternehmen mit Wissensvermittlung rund um wichtige Themen ihres Produkts oder Angebots Aufmerksamkeit erzeugen können. „Unternehmen schaffen sich eine Vertrauensbasis bei der Zielgruppe und glänzen mit Know-how, um sich als Experten zu positionieren“, so Gerlach. Dabei gelte es, lieber eine inhaltliche Nische zu besetzen, als den „Rundumschlag“ zu wählen, denn die Menschen suchen im Netz immer nach ganz konkreten Informationen.

FAQ zur DSGVO exklusiv für VDMA-Mitglieder

Die seit dem 25. Mai 2018 zu beachtenden Regelungen der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) haben für einigen Aufwand bei der Umsetzung der Vorgaben gesorgt. In einem umfassenden Vortrag ging VDMA Rechtsanwalt Daniel van Geerenstein auf ausgewählte Probleme und Fragen der Teilnehmer ein: „Sei es der Umgang mit Visitenkarten auf Messen, die Frage nach Anpassungsnotwendigkeiten im Marketing oder die Frage nach Fotos und Videos im Unternehmen, unsere Mitglieder haben nach wie vor viele Fragen zur neuen Datenschutzgrundverordnung.“

Die wichtigsten Punkte hat die Abteilung Recht in einem „FAQ zur DSGVO“, das exklusiv für Mitglieder des VDMA zur Verfügung stehen, enthalten praxisnahe Antworten auf die meistgestellten Fragen. Das Dokument, welches in Zusammenarbeit mit externen Datenschutzexperten erarbeitet worden ist, soll hierbei als lebendiges Werk verstanden werden: Bei neuen Frageschwerpunkten wird das Dokument diesbezüglich erweitert, auch neue Erkenntnisse, etwa aus Hinweisen der Datenschutzbehörden und der Rechtsprechung, werden sukzessive in das Dokument aufgenommen. Die Broschüre kann von VDMA-Mitgliedern kostenfrei hier abgerufen werden: abgerufen werden.

Veranstalter

Die Veranstaltung wurde vom VDMA NRW in Kooperation mit ProduktionNRW angeboten. ProduktionNRW ist das Kompetenznetz des Maschinenbaus und der Produktionstechnik in Nordrhein-Westfalen und wird vom VDMA NRW durchgeführt. ProduktionNRW versteht sich als Plattform, um Unternehmen, Institutionen und Netzwerke untereinander und entlang der Wertschöpfungskette zu vernetzen, zu informieren und zu vermarkten. Wesentliche Teile der Leistungen, die ProduktionNRW erbringt, werden aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.

Weitere Informationen