TCMS und EU-Umsatzsteuerrecht

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Über praxisrelevante Änderungen und Neuerungen in Bezug auf das Tax Compliance Management System und das EU-Umsatzsteuerrecht informierte die Veranstaltung von ProduktionNRW am 23. Mai 2019.

Nach langem Stillstand ist die Bundesregierung in der Steuerpolitik nun wieder aktiver – Anlass für das Kompetenznetz ProduktionNRW, um in einem Erfahrungsaustausch am 29. Mai 2019 über die letzten Neuerungen zu informieren. Schwerpunktmäßig ging es um die Themen Umsatzsteuer und Tax Compliance Managementsystem (TCMS). Die Einrichtung eines Tax Compliance Management Systems ist abhängig vom Umfang, von der Komplexität und der Größe des Unternehmens. Durch ein TCMS soll sichergestellt werden, dass alle relevanten Steuergesetze und alle steuerlichen Pflichten, wie die fristgerechte und korrekte Abgabe von Voranmeldungen und Erklärungen, eingehalten werden.

Florian Schmidt von der Steuerabteilung des VDMA verwies darauf, dass ein TCMS nicht mit einem internen Kontrollsystem (IKS) gleichzusetzen ist. Dieses diene in erster Linie der rein technischen Kontrolle der Datenqualität mit dem Ziel, die Daten korrekt in die Steuererklärung zu übernehmen. Das TCMS hingegen berücksichtige hingegen nicht nur steuertechnische Aspekte, sondern auch ethische Aspekte. Es stelle eine Selbstverpflichtung zur Steuerehrlichkeit und Steuergerechtigkeit dar. Ein IKS kann somit Teil eines TCMS sein, nicht aber umgekehrt.

Nach dem Prüfungsstandard 980 des Instituts der Wirtschaftsprüfer enthält ein TCMS in Bezug auf Compliance folgende Grundelemente: Kultur, Ziele, Risiken, Programm, Organisation, Kommunikation sowie Überwachung und Verbesserung. Diese sieben Bestandteile greifen ineinander und bedingen sich teilweise gegenseitig, wie zum Beispiel die Elemente „Kultur“ und „Kommunikation“. Weitere Informationen zur Implementierung eines TCMS bietet der TCMS Wegweiser 2018 des VDMA an. Dieser kann von VDMA Mitgliedern bei florian.schmidt@vdma.org oder kerstin.bauch@vdma.org kostenfrei angefragt werden.

Ulrich Meißner informierte über die Quick Fixes zur Verbesserung des EU-Umsatzsteuerrechts, die ab dem 01. Januar 2020 in Kraft treten. Diese wurden am 04. Dezember 2018 vom Rat der Europäischen Union verabschiedet und beinhalten Neuregelungen zu Konsignationslagern, Reihengeschäften, Voraussetzungen für innergemeinschaftliche Lieferungen und Nachweise für innergemeinschaftliche Lieferungen. Der Vorschlag zur „Begrenzung der Erleichterung nur auf zertifizierte Steuerpflichtige“ wurde hingegen vom EU-Rat nicht angenommen.

Veranstalter

Die Veranstaltung wurde von ProduktionNRW angeboten. ProduktionNRW ist das Kompetenznetz des Maschinenbaus und der Produktionstechnik in Nordrhein-Westfalen und wird vom VDMA NRW durchgeführt. ProduktionNRW versteht sich als Plattform, um Unternehmen, Institutionen und Netzwerke untereinander und entlang der Wertschöpfungskette zu vernetzen, zu informieren und zu vermarkten. Wesentliche Teile der Leistungen, die ProduktionNRW erbringt, werden aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.

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