Energieeffizienz: Umwelt schonen und Kosten sparen!

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Gemeinsam weiterkommen: ProduktionNRW brachte die beiden Energieeffizienz-Netzwerke Rhein/Ruhr und Ostwestfalen zum gemeinsamen Erfahrungsaustausch an einen Tisch.

Ein exzellentes Energiemanagement kann über die Senkung des Energieverbrauchs Kosten einsparen und Wettbewerbsvorteile bringen. In Nordrhein-Westfalen arbeiten bereits zwei regionale Netzwerke daran, weniger Strom zu verbrauchen. Organisiert werden die Energieeffizienznetzwerke vom VDMA Forum Energie in Kooperation mit dem Kompetenznetz ProduktionNRW. Am 14. Mai 2019 trafen sich die Netzwerke Rhein/Ruhr und Ostwestfalen zum gemeinsamen Erfahrungsaustausch von ProduktionNRW im Technologiezentrum in Dortmund.

Erfahrungen aus der Netzwerkarbeit
Wie erfolgreich die Netzwerkarbeit aus Sicht der Teilnehmer ist, berichtete Jürgen Hesmer. Er ist Qualitätsmanagement-Beauftragter Sicherheitsingenieur für das Energiemanagement bei Achenbach Buschhütten GmbH & Co. KG: „Wir erhalten wertvolle Hilfen und Anregungen aus der Netzwerkarbeit zur Steigerung der Energieeffizienz bei Achenbach“. Auch aktuelle Themen wie zum Beispiel zur vergangenen Klimaschutzkonferenz in Katowice oder das EU-Paket „Saubere Energie für alle EU-Bürger“ wie auch die Problematiken zur Abgrenzung von weitergeleiteten Strommengen an Drittfirmen seien wichtige Themen, zu denen das Netzwerk informiere.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Prof. Dr. Jörg Meyer, Leiter des Instituts Energietechnik & Energiemanagement an der Hochschule Niederrhein in Krefeld: „Regelmäßig zeigen die Netzwerkteilnehmer bei den Treffen umgesetzte Energieeffizienz-Maßnahmen. Modernisierung von Heizungsanlagen, innovative Beleuchtungskonzepte und die Modernisierung der Druckluftversorgung stehen genauso auf der Tagesordnung wie effiziente Antriebssysteme.“

Die Netzwerke sind eine wichtige Plattform für aktuelle Themen rund um Gesetze, Verordnungen und Politik. Die Vielfalt neuer Gesetze und Gesetzesänderungen sowie das Tempo der Erlasse macht es den Unternehmen nicht immer einfach. Der VDMA informiert während der Netzwerktreffen deshalb über die wichtigsten Neuerungen im Ordnungsrecht.

Klimaschutz: Gesetzgeber machen Druck!
Alle Unternehmen mit einem Jahresverbrauch von über 400.000 kWh sind verpflichtet, mindestens alle vier Jahre ein Energieaudit durchzuführen. Energieaudits sind der erste Schritt zur Steigerung der Energieeffizienz und Reduzierung der Kosten. Es schärft das Bewusstsein und die Transparenz und spornt an, die eigene Energieeffizienz der Produktion zu steigern. Mit dem Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) hat die Bundesregierung in der letzten Legislaturperiode zudem ein umfassendes Maßnahmenpaket auf den Weg gebracht, um die Potenziale für Energieeffizienz in Deutschland möglichst umfangreich und sektorübergreifend auszuschöpfen.

Erklärtes Ziel der Bundesregierung: bis zum Jahr 2050 soll in Deutschland 50 Prozent weniger Primärenergie verbraucht werden als 2008. Die wichtigsten Handlungsfelder der Energieeffizienzpolitik sind: Voranbringen der Energieeffizienz im Gebäudebereich sowie in Industrie, Gewerbe, Handel und Dienstleistungen, Etablieren der Energieeffizienz als Rendite- und Geschäftsmodell sowie Erhöhung der Eigenverantwortlichkeit für Energieeffizienz.

Politik fördert Energieeffizienzprojekte!
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) hat zusammen mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) am 1. Januar 2019 ein neues Förderpaket unter dem Namen „Energieeffizienz und Prozesswärme aus erneuerbaren Energien in der Wirtschaft“ auf den Weg gebracht. Es kombiniert sechs bisherige Förderprogramme in neuer Weise und vereinfacht damit die Antragstellung.

Im Erfahrungsaustausch stellten die Energieagentur.NRW und die KfW Bank verschiedene Fördermöglichkeiten vor. Als nützliches Tool stellte Peter Lückerath, Referent der Energieagentur.NRW das neue Fördernavigationstool vor. Das Online-Tool gibt einen Überblick über regionale und nationale Förderangebote von Banken und weiteren Institutionen.

So finden sich dort auch die Angebote der NRW.Bank. Die Unternehmen haben die Wahl: Sie können die Förderung entweder als direkten Zuschuss oder im Rahmen eines zinsverbilligten Kredits mit Teilschuldenerlass (Tilgungszuschuss) erhalten. Durch die Neuausrichtung der Förderprogramme sollen insbesondere Investitionen in komplexere und stärker auf eine systemische energiebezogene Optimierung der Produktionsprozesse ausgerichtete Maßnahmen wirksamer gefördert werden. Daneben ist auch weiterhin eine Förderung von Einzelmaßnahmen im Bereich hocheffizienter Querschnittstechnologie, erneuerbare Technologien zur Prozesswärmebereitstellung sowie Mess-, Steuer- und Regelungstechnik und Energiemanagement-Software möglich.

Energieeffizienz-Netzwerke im VDMA
In NRW betreut der VDMA zwei Netzwerke in der Region Rhein/Ruhr und Ostwestfalen. Ein drittes Netzwerk ist für die Region Südwestfalen und Bergisch Land geplant. Deutschlandweit betreibt der VDMA insgesamt zehn angemeldete Netzwerke.

Veranstalter
Die Veranstaltung wurde von ProduktionNRW angeboten. ProduktionNRW ist das Kompetenznetz des Maschinenbaus und der Produktionstechnik in Nordrhein-Westfalen und wird vom VDMA NRW durchgeführt. ProduktionNRW versteht sich als Plattform, um Unternehmen, Institutionen und Netzwerke untereinander und entlang der Wertschöpfungskette zu vernetzen, zu informieren und zu vermarkten. Wesentliche Teile der Leistungen, die ProduktionNRW erbringt, werden aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.

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