Real Time Innovation – Denken in neuen Mustern

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Der Arbeitskreis Innovation kam unter dem Stichwort 'Real Time Innovation' (RTI) zusammen, um neue Methoden, die die Umsetzung von Innovationen beeinflussen sowie dazugehörige Erfolgsmuster zu diskutieren.

Am 10. April 2019 fand der Arbeitskreis Innovation im Technologiezentrum Dortmund statt. Als Basis für die Veranstaltung wurde zunächst auf die VDMA-Studie „Führung und Innovation in Zeiten der Digitalisierung“ eingegangen – das heißt, welche Faktoren beeinflussen die Umsetzungen von Innovationen in der eigenen Firma.

Andrea Veerkamp-Walz vom VDMA Business Advisory stellte die VDMA-Studie „Führung und Innovation in Zeiten der Digitalisierung“ vor. Laut der Studie sind demnach zur Förderung von Innovationen verschiedene Erfolgsfaktoren von Bedeutung, die je nach Unternehmen und Branche eine größere Auswirkung auf die Entwicklung von neuen Produkten, Prozessen oder Geschäftsmodellen haben.

Neben strategischen, strukturellen und prozessualen Komponenten spielen auch psychologische Faktoren eine wichtige Rolle. Die Fähigkeiten, die Einstellung und das Verhalten von Mitarbeitern und Führungskräften spielen eine zentrale Rolle in Innovations- und Veränderungsprozessen. Ohne kreative Ideen von Mitarbeitern und deren Bereitschaft, Veränderungsprozesse anzustoßen und mitzutragen, ist die Transformation von Unternehmen undenkbar. Eine solche Innovationskultur zeichnet sich beispielsweise dadurch aus, dass Mitarbeiter im Unternehmen darin bestärkt werden, Risiken einzugehen, den Status Quo zu hinterfragen, selbstverantwortlich neue Problemlösungen zu erarbeiten und grundsätzlich offen für Neues zu sein.

Ein gutes Management ist eine wichtige Voraussetzung für die Umsetzung von Innovationen – allerdings erfordern neue Trends, Technologien und Produkte, aber auch Wettbewerber und Startups mit neuen Businessmodellen andere Ansätze seitens der etablierten Unternehmen. Mit traditionellen Führungsmethoden ist es schwierig, sich diesen schnellwandelnden externen Faktoren anzupassen, so dass neue Denk- und Herangehensweisen erforderlich sind, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Solche neuen Erfolgsmuster, die häufig von Startups oder agilen Unternehmen bereits angewendet werden, können auch auf Maschinenbauer übertragen und von diesen übernommen werden.

Professor Dr. Klaus Sailer vom Strascheg Center for Entrepreneurship (SCE) stellte diese Erfolgsmuster vor und erläuterte, worauf diese basieren. Durch eine ausführliche Unternehmensbefragung seitens des SCE wurden typische, häufig wiederkehrende Situationen, Reaktionen und Handlungsweisen – also Erfolgsmuster – identifiziert und zusammengefasst. Diese erfolgreichen Handlungsweisen beruhen auf dem impliziten Wissen innovativer Fach- und Führungskräfte. Unter implizitem Wissen sind hierbei Erfahrungen und die Intuition von innovativen Unternehmern, Startups und Innovationsexperten zu verstehen.

In dem Workshop lernten die Teilnehmer ausgewählte neue Muster kennen und übertrugen diese auf die Gegebenheiten im eigenen Unternehmen. In Kleingruppen wurde dabei diskutiert, wie diese Erfolgsmuster in den verschiedenen Situationen im Unternehmen erfolgreich umgesetzt werden könnten. Im zweiten Teil des Workshops wandte der Teilnehmerkreis das vom SCE entwickelte Real Time Innovation (RTI) Canvas anhand eines Musterbeispiels an. Das RTI Canvas diente dabei als Hilfsmittel, um unter Berücksichtigung der Erfolgsmuster ein neues Geschäftsmodell zu entwickeln.

Die Veranstaltung wurde vom VDMA NRW in Kooperation mit ProduktionNRW angeboten. ProduktionNRW ist das Kompetenznetz des Maschinenbaus und der Produktionstechnik in Nordrhein-Westfalen und wird vom VDMA NRW durchgeführt. ProduktionNRW versteht sich als Plattform, um Unternehmen, Institutionen und Netzwerke untereinander und entlang der Wertschöpfungskette zu vernetzen, zu informieren und zu vermarkten. Wesentliche Teile der Leistungen, die ProduktionNRW erbringt, werden aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.