Ingenieurausbildung 4.0

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Hochschulen müssen die Ausbildung von Ingenieuren an Industrie 4.0 anpassen. Dies ist eine der wichtigsten Erkenntnisse der von der VDMA Impuls-Stiftung durchgeführten Studie zur Ingenieurausbildung.

Die Industrie 4.0 stellt neue Anforderungen an die Mitarbeiter der Unternehmen des nordrhein-westfälischen Maschinen- und Anlagenbaus. Dies bedeutet, dass sich dadurch auch neue Herausforderungen für die Ausbildung ergeben. In einem ersten Schritt wurden bereits die Ausbildungsordnungen der industriellen Metall- und Elektroberufe im Rahmen einer  Teilnovellierung aktualisiert, mit Blick auf die Qualifikationsanforderungen der Industrie 4.0 angepasst sowie durch optionale Zusatzqualifikationen ergänzt.

Soll-Profil Ingenieurinnen und Ingenieure 4.0

Doch nicht nur die dualen Ausbildungsberufe müssen angepasst werden, sondern auch die Ingenieurausbildung an den Hochschulen. Aus diesem Grund befragte die IMPULS-Stiftung Führungskräfte und Ingenieure aus dem Maschinen- und Anlagenbau genauso wie Vertreter von Hochschulen und entwickelte daraus ein „Soll-Profil Ingenieurinnen und Ingenieure 4.0“ aus der Perspektive der Maschinenbau-Industrie.

Neben dem entwickelten Soll-Profil zeigt die Studie, dass die Hochschulen bereits auf dem richtigen Weg sind, aber die Integration neuer fachlicher Inhalte eine große Herausforderung darstellt. Doch nicht nur die fachliche Integration stellt die Hochschulen vor Probleme. Auch überfachliche Kompetenzen wie beispielsweise personelle und soziale Kompetenzen werden zwar als sehr wichtig betrachtet, doch auch hier besteht Nachholbedarf konstatieren die befragten Hochschulvertreter.

Ein weiteres Problem sieht die Studie in der mangelnden Vernetzung einzelner Fachbereiche. Administrative Hürden erschweren den Studenten die fakultäts- und fachbereichsübergreifende Studienorganisation, daher wird von den Autoren die Einführung eines zweisemestrigen gemeinsamen ingenieurwissenschaftlichen Grundstudiums empfohlen. Studierende erhalten so die Chance gleichermaßen Einblicke in die ingenieurwissenschaftlichen Disziplinen Maschinenbau, Elektrotechnik und Informatik zu bekommen.

Maschinenhaus

Der Maschinen- und Anlagenbau ist der wichtigste Ingenieurarbeitgeber in Deutschland. Aus diesem Grunde unterstützt der VDMA mit der Initiative „Maschinenhaus“ bereits jetzt die Hochschulen bei der Weiterentwicklung der Lehre in der Ingenieurausbildung. Ausgangspunkt hierfür waren die hohen Studienabbruchquoten in den Ingenieurwissenschaften. In Nordrhein-Westfalen haben bisher folgende sieben Hochschulen erfolgreich an der Initiative „Maschinenhaus“ teilgenommen: TU Dortmund, Uni Duisburg-Essen, Hochschule Bochum, Uni Siegen, FH Köln, FH Aachen und RWTH Aachen.

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