Managementbewertung hilft bei der Strategieausrichtung

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Der Arbeitskreis Qualitätsmanagement traf sich am 15. November 2018 beim Hersteller für Anlagen und Komponenten für Kunststoffextrusion. Im Mittelpunkt stand die Bewertung des Qualitätsmanagementsystems durch das Management sowie ein Praxisbeispiel des Gastgebers.

Unternehmer stehen in der Verantwortung die Eignung, Angemessenheit und Wirksamkeit des unternehmenseigenen Qualitätsmanagementsystems regelmäßig zu bewerten und zu prüfen. Das legt die internationale Norm DIN EN ISO 9001:2015 für Qualitätsmanagementsysteme fest. In ihr sind die Mindestanforderungen an das unternehmerische QM-System formuliert, die umzusetzen sind, um die Kundenanforderung sowie weitere Anforderungen an Dienstleistungen und Produkte zu erfüllen. Sie ermöglicht die Transparenz betrieblicher Abläufe, sie verbessert die Kundenzufriedenheit und senkt die Fehlerquote.

Arbeitskreis QM zu Gast bei Reifenhäuser

Gastgeber der Sitzung des VDMA Arbeitskreises Qualitätsmanagement am 15. November 2018 war die Reifenhäuser GmbH & Co. KG Maschinenfabrikaus Troisdorf, die ihre eigenen entwickelten QM-Methoden zur Fehlerfindung in der Kundenkommunikation vorstellte. Zuvor berichtete Dr. Frank Bünting, Referent der VDMA Business Advisory, zur Management Bewertung. Er kommentierte, dass die Geschäftsführung oft die Potenziale einer Management Bewertung unterschätze.

Die Managementbewertung

Der Norm entsprechend muss die „Oberste Leitung“ in geplanten Abständen das unternehmenseigene Qualitätsmanagementsystem bewerten. Dazu bereiten die QM-Beauftragten einen Managementbericht vor. Oft handelt es sich dabei um mehrere Seiten starke Berichte, prall befüllt mit Kundenfeedbacks, Prozessleistungen, Verbesserungswünschen und Audits. Die Erkenntnisse daraus stellt der QM-Manager zusammen und wertet die Ergebnisse aus, beispielsweise mit zur Hilfenahme eines Ampelsystems.

Der fertige Bericht dient der Geschäftsführung als Rückblick auf das vergangene Geschäftsjahr und zur Bewertung des Qualitätsmanagements: Waren die Kunden zufrieden? Wie hoch war meine Fehlerquote? Haben meine Qualitäts-Verbesserungen Wirkung gezeigt?

Managementbewertung in der Praxis

Dass eine Managementbewertung keineswegs zur schnellen Lektüre gehört und komplex ist, wissen die mehr als 20 Qualitätsmanager, die am Arbeitskreis teilnahmen. Während der Unternehmer den Schwerpunkt bei der Managementbewertung auf marktgetrieben Aspekte legt, denkt der Qualitätsmanager in Normen, Prozessen und Tabellen. Zwei unterschiedliche Welten treffen aufeinander! Gelingt es jedoch, das Management von der Sinnhaftigkeit der Normprozesse zu überzeugen und einen strategischen Nutzen für die Wertschöpfungskette abzuleiten, der auch in konkreten Optimierungsmaßnahmen mündet, dann kann die Managementbewertung als regelmäßiger jährlicher Report integriert werden, der zur Strategieausrichtung genutzt werden kann.

Best Practice: Neue Bewertungsmatrix für VDMA Mitglieder

Während in der Praxis oftmals die Managementbewertung von der Geschäftsführung als ungeliebte Aufgabe an die Qualitätsmanagementbeauftragen delegiert wurde, ist das heute nicht mehr zulässig. Er kann heute den Bewertungsprozess vorbereiten, moderieren, dokumentieren und die Normentexte in die Unternehmenssprache übersetzen. Die Bewertung selbst muss aber zwingend von der Geschäftsführung durchgeführt werden. Um diese zu erleichtern, hat der Zentrale Arbeitskreis Qualität & Management im VDMA eine Bewertungsmatrix entwickelt, die auch schon in der Praxis mit Zertifizierungsorganisationen erfolgreich getestet wurde.

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