Bedürfnisse des industriellen Mittelstands berücksichtigen

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Die Mitgliederversammlung des VDMA NRW im November 2018 stand im Zeichen der Digitalisierung. Der Erfolg des Maschinenbaus hängt stark von politischen Rahmenbedingungen ab.

In seiner Antrittsrede als neuer Vorstandsvorsitzender des VDMA NRW setzte sich Bernd Supe-Dienes, geschäftsführender Gesellschafter, Dienes Werke für Maschinenteile GmbH & Co. KG, vor den mehr als 200 Teilnehmern in Recklinghausen für unternehmerischen Freiraum und weniger Bürokratie ein.

Im Mittelpunkt seiner Tätigkeit als Vorstandsvorsitzender werde der Erhalt und Ausbau des Industriestandortes in Nordrhein-Westfalen stehen. Gleichzeitig appellierte der Unternehmer aus Overath an die Politik, europäische Regeln in Deutschland nicht noch weiter zu bürokratisieren oder zu verschärfen. Ziel der Politik müsse es sein, den Unternehmen mehr Freiraum für unternehmerische Entscheidungen im Wettbewerb zu geben und die Bedürfnisse des industriellen Mittelstands möglichst bürokratiearm zu berücksichtigen.

„Waren unsere größten Herausforderungen früher technischer oder auch konjunktureller Art, so sind es heutzutage zunehmend politische Eingriffe ins Wirtschaftsgeschehen. Nicht durchdachte Politik geht zu Lasten der deutschen Industrie“, mahnte auch VDMA-Präsident Carl Martin Welcker an und forderte: „Als Verband des industriellen Mittelstandes müssen wir dafür kämpfen, dass wir wieder verlässliche und vor allen Dingen marktwirtschaftliche und freihandelsorientierte Rahmenbedingungen bekommen. Wir müssen uns mit einbringen, wenn wir in Deutschland und Europa Industriepolitik definieren. Wir müssen lauter als bisher eine europäische Agenda fordern.“

Vor diesem Hintergrund ging NRW-Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart auf die Strategien der nordrhein-westfälischen Landesregierung zur Stärkung der Wirtschaft ein. Sowohl die Bürokratieentfesselungsstrategie als auch die Digitalisierungsstrategie sollen das erfolgreiche Handeln der Unternehmen erleichtern und helfen, die Stellung des Maschinen- und Anlagenbaus in NRW auszubauen. Er betonte, dass Deutschland über alle Chancen verfüge, aber mehr Kraft in die Umsetzung legen müsse.

Herausforderung für KMU

Die Digitalisierung macht auch vor der Mobilität nicht halt, wie der Mönchengladbacher Systemanbieter für mobile Lösungen, Scheidt & Bachmann GmbH zeigte. Geschäftsführer Dr. Michael Lenders gab einen Einblick, wie sich sein Unternehmen in Bezug auf die diversen Trends im Bereich Digitalisierung aufstellt und mit deren Herausforderungen umgeht. „Digitalisierung heißt für uns auch, aktiv in die Substituierung bisheriger Erfolgsprodukte zu investieren“, betonte er und gab zu Bedenken, dass es nicht unbedingt der große Sprung sei, der zum Ziel führe. Vielmehr könne eine große Veränderung, wie die Digitalisierung, auch aus der Summe vieler kleiner Schritte bestehen.

Erweiterte Kompetenzen in NRW

Anlässlich der Mitgliederversammlung überreichte Minister Pinkwart den Förderbescheid für das vom VDMA NRW beantragte Kompetenznetz ProduktionNRW an Siegfried Koepp, ehemaliger Vositzender des Landesverbandes. Damit kann die Arbeit des Netzwerkes zum 1. Dezember 2018 beginnen. Es wird die nordrhein-westfälischen Unternehmen in den Bereichen Digitalisierung, Globalisierung, Kommunikation und Innovation mit vielfältigen Aktivitäten unterstützen. Die Laufzeit von ProduktionNRW, dem Cluster für Maschinenbau und Produktionstechnik, endete am 30. November 2018.