Digitale Geschäftsmodelle – und dann?

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Die ProduktionNRW-Arbeitsgruppe Industrie 4.0 beschäftigte sich in ihrer vierten Sitzung mit den Implikationen, die die Umsetzung neuer digitaler Geschäftsmodelle mit sich bringt und fokussierte sich dabei auf das Thema „Daten“.

Die Sitzungen der Arbeitsgruppe Industrie 4.0 thematisieren verschiedene Themen aus dem Bereich Digitalisierung. Ziel ist der gegenseitige Austausch, um Anregungen für eigene Digitalisierungsprojekte im Unternehmen zu gewinnen. Vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen bieten intelligente und digitale Produktionsverfahren oder auch neue Geschäftsmodelle große Chancen. Sie ermöglichen es den Unternehmen, flexibel und schnell auf Veränderungen zu reagieren und gleichzeitig die klassischen Ziele wie Qualitätssicherung, Zeit- und Kostenersparnis zu erreichen. 
 
Die Sitzungen der ProduktionNRW-Arbeitsgruppe Industrie 4.0 beschäftigen sich mit verschiedenen Aspekten der Digitalisierung und der unternehmerischen Umsetzung von entsprechenden Projekten. Ziel ist der gegenseitige Austausch, um Anregungen für eigene Digitalisierungsprojekte im Unternehmen zu gewinnen. Die vierte Sitzung fand am 11. Juli 2018 beim Hersteller für Kompressortechnologie, NEUMAN & Esser Verwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH, in Übach-Palenberg statt und gab einen Überblick über das Thema „Geschäftsmodelle“. Im Rahmen der Sitzung wurden verschiedene Faktoren für die erfolgreiche Implementierung neuer digitaler Geschäftsmodelle besprochen:
 
  • Kundennutzen: Basis eines neuen Geschäftsmodells sollte der Mehrwert sein, den das Modell bringt. Unternehmen müssen sich Gedanken darüber machen, welchen (neuen) Nutzen und Mehrwert das Modell dem Kunden bieten soll und welche Marktsegmente das neue Produkt oder die neue Dienstleistung bedienen soll
  • Ressourcen: Zu den Ressourcen zählen eigene als auch externe Ressourcen, die für die Umsetzung eines neuen Geschäftsmodells hinzugezogen werden können und sollen. Als Schlüssel-Ressource gilt zum Beispiel das Personal und Wissen – in Bezug auf die Digitalisierung hier auch das Wissen mit Bezug auf die Maschinendaten – auf das zurückgegriffen werden kann. Darüber hinaus entscheidet die richtige Wahl der externen Ressource „Schlüssel-Partner“, die im Zuge der Umsetzung des neuen Geschäftsmodells mitwirken, über den Erfolg der neuen Geschäftsidee. Bei einer solchen Zusammenarbeit ist abzuklären, ob seitens der Kooperationspartner das gleiche Verständnis bezüglich der Weitergabe und Nutzung von Wissen, beispielsweise Daten, vorhanden ist. 
  • Datenqualität: Daten und ihrer Nutzung kommt eine kritische Bedeutung bei der erfolgreichen Umsetzung von neuen digitalen Geschäftsmodellen zu. Nur eine hohe Datenqualität führt zu effizienten Prozessen. Die Daten müssen in Echtzeit übertragen werden und das standardisiert, um eine Durchgängigkeit entlang der Wertschöpfungskette und natürlich auch innerhalb des Unternehmens zu ermöglichen. Darüber hinaus ist die Frage der Datenhoheit oftmals ein strittiger Punkt zwischen Unternehmen und Zulieferern oder Kunden. Die Datenhoheit sollte unbedingt im Vorfeld abgeklärt werden und als mögliche alternative Geschäftsmodelle in Erwägung gezogen werden, bei denen Fragen des „Eigentums der Daten“ leichter zu klären sind.
  • IT-Sicherheit: unbedingt abgeklärt werden sollen Fragen der IT-Sicherheit und des Schutzes der Daten im eigenen Unternehmen aber auch für den Fall von Kooperationen mit Kunden oder Zulieferern. So zum Beispiel, welche Komponenten und welche Daten Teil des Kerngeschäftes einer Firma sind und hardware- und, oder softwareseitig geschützt werden müssen und bei welchen Informationen ist dieser Schutz von geringerer Bedeutung.