Chancen für den deutschen Mittelstand durch Japangeschäft

Shutterstock

Die Bearbeitung des japanischen Marktes ist für den deutschen Mittelstand mit besonderen Herausforderungen verbunden und verlangt eine neue Form der Marktbearbeitung als aus Westeuropa gewohnt.

Japan zählt zu den größten Volkswirtschaften der Welt. Von besonderem Interesse ist der Maschinenbau, der sowohl in Japan als auch in Deutschland zum industriellen Rückgrat der Wirtschaft zählt. Japanische und deutsche Maschinenbauer befinden sich in einem intensiven Wettbewerb und in Japan selber herrscht eine starke Dominanz japanischer Maschinenhersteller vor. 
 
Das Exportgeschäft nach Japan verläuft für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau derzeit erfreulich. Nach einem Plus von 11 Prozent 2016, legten die Lieferungen der deutschen Investitionsgüterindustrie 2017 um weitere 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu. Nahezu alle Fachzweige des Maschinenbaus konnten sich über eine erhöhte Nachfrage und verbesserte Geschäftschancen freuen. Offensichtlich wächst die Akzeptanz deutscher Maschinenbauprodukte im japanischen Markt. Der Internationale Währungsfonds erwartet, dass die japanische Wirtschaft 2018 insgesamt um 1,2 Prozent wachsen wird. Die wachstumsorientierte Wirtschaftspolitik Japans (Stichwort: Abenomics) scheint den Inselstaat weiterhin erfolgreich zu halten. 
 
Allerdings ist die Bearbeitung des japanischen Marktes für den Mittelstand mit besonderen Herausforderungen verbunden, sei es im Umgang mit Kundenwünschen oder den Auswirkungen auf das Mutterhaus. 
 
Besonderheiten der japanischen Geschäftswelt 
 
Der vom VDMA NRW organisierte Erfahrungsaustausch zum Japangeschäft fand am 6. Juli 2018 bei Mitsubishi Electric B.V. in Ratingen statt. Als gravierendes gemeinsames Problem, so berichtete die Mehrzahl der Unternehmen, muss die Gewinnung und Bindung von geeignetem Personal für die erforderliche lokale Struktur in Japan angesehen werden. 
 
In Vorträgen der VDMA Außenwirtschaft, des Repräsentanzbüros des VDMA in Tokio und von JETRO (Japan External Trade Organisation) wurden den Teilnehmern Unterstützungs- und Informationsangebote rund um ihre Geschäftsaktivitäten mit Japan vorgestellt. Einblicke in die Besonderheiten der japanischen Geschäftswelt gab Andreas Pfaff, Department Manager bei Mitsubishi, der viele interkulturelle Aspekte und typische Missverständnisse vorstellte.
 
Japan sei ein schwieriger aber auch ein interessanter Markt. Er verlange eine andere Form der Marktbearbeitung als aus Westeuropa gewohnt, biete aber langfristig viel Potenzial – so das Fazit der Veranstaltungsteilnehmer. 
 
Weitere Informationen