Sich wandelnde Märkte – Herausforderung für den südwestfälischen Maschinenbau

Kemper

Die Weltmärkte sind in Bewegung. Wie müssen sich die südwestfälischen Maschinenbauunternehmen in dieser wirtschaftspolitischen Gemengelage verhalten, um auf den Weltmärkten weiter erfolgreich zu sein? Der NEMAS-Branchentreff versuchte, Antworten zu finden.

„Was sollte man als südwestfälisches Maschinenbauunternehmen machen, um unter den ständig wechselnden Rahmenbedingungen auf den Weltmärkten weiterhin erfolgreich zu sein?“ – dieser Fragestellung ging der Branchentreff 2018 des Netzwerks Maschinenbau Südwestfalen (NEMAS) am 9. Juli 2018 in Olpe nach.

Rupprecht Kemper, Geschäftsführer des gastgebenden Unternehmens, wies in seiner Begrüßung auf den Einfluss der politischen Ideologie Donald Trumps hin. Harald Rackel, Sprecher des NEMAS-Lenkungskreises und Vorstandsmitglied der elexis AG, betonte, dass sich insbesondere durch die neuen Handelszölle die Handelszentren verschöben. Bezug auf den neuen Brexit-Minister in Großbritannien nahm Moderator Hans-Jürgen Alt, Geschäftsführer VDMA NRW und Clustermanager ProduktionNRW. So durchlebe man derzeit bewegte Zeiten, in denen sich laufend etwas tue.

Dirk Wiese MdB, SPD, Koordinator für Russland, Zentralasien und die Länder der östlichen Partnerschaft der Bundesregierung, ging auf die Veränderungen der internationalen Märkte ein. „Für die heimische Industrie ist immer noch der europäische Absatzmarkt der Wichtigste. Dieser Binnenmarkt ist immer noch ein Pfund!“, erklärte Wiese. So lohne es sich, jeden Tag für dieses Europa zu streiten. Im Blick haben solle man aber auf jeden Fall die neue Seidenstraßenpolitik der Chinesen.

Die Chancen für den deutschen Maschinenbau in China beleuchtete Heinrich Willms, Geschäftsführer der BLIS GmbH aus Wuppertal. Als langjährig im chinesischen Markt tätiger Unternehmer, der inzwischen auch mit seiner Familie dort lebt, preiste er die Vorteile des chinesischen Marktes, gab aber auch zu bedenken: „China heute als Low-Cost-Land zu nutzen, können Sie vergessen!“ Den Unternehmen riet er, um die sprachlichen Hürden erfolgreich zu nehmen, Chinesen einzustellen, die in Deutschland studiert haben: „Mit einem Dolmetscher kann man in China nicht viel reißen!“ Auch müsse man genügend Kapital mitbringen, um in China Geschäfte erfolgreich zu gestalten.

Die anschließende Podiumsdiskussion, die zusätzlich zu den Referenten mit Frank Herrmann, Außenhandelsexperte der SIHK zu Hagen, besetzt war, thematisierte unter anderem, dass es – bei aller Euphorie über die sich öffnenden Möglichkeiten in China – hier auch Protektionismus gebe. Auch die Geschäfte mit Iran und den USA sowie die Finanzierung internationaler Großprojekte standen im Fokus. Um auch zukünftig erfolgreich zu sein, merkte Frank Herrmann an, solle man mehrgleisig im Dollarraum, im Chinesischen Markt und in Europa unterwegs sein.