Lernen in der Lern- und Forschungsfabrik

RUB, Marquard

Das didaktische Konzept der Anfang Juni 2018 neu eröffneten Lern- und Forschungsfabrik der Ruhr-Uni Bochum verbindet Theorie, Simulationen und Rollenspiele – und das in einem realen Produktionsumfeld.

Es ist soweit: Die neue Lern- und Forschungsfabrik der Ruhr-Uni Bochum (RUB), kurz LFF, ist in Betrieb. Am 5. Juni 2018 wurde sie feierlich eröffnet. Mit dem Umzug vom Campus in eine große Industriehalle der ehemaligen Wollschläger-Gruppe in Bochum-Langendreer gibt es jetzt deutlich mehr Platz, eine hochmoderne Ausstattung und unzählige Möglichkeiten in Lehre, Forschung, Weiterbildung.

Die Lern- und Forschungsfabrik ist ein Ort für Forschung, Lehre, Qualifizierung und Industriekooperationen. Die LFF ist mit modernen Laboren, Werkzeugmaschinen, Industrierobotern und Messtechnik ausgestattet und ermöglicht ein problem- und handlungsorientiertes Lernen. Durch ihre Struktur schafft sie den notwendige Freiraum zur Erforschung neuer Forschungs- und Praxisansätze.

Mehr Raum für ein bewährtes Konzept

„Ich freue mich, dass wir an diesem Ort einem bewährten Konzept, das Anwendungsorientierung für Studierende und Kooperationen mit Unternehmen fördert, noch mehr Raum geben können“, sagt Prof. Dr. Axel Schölmerich, Rektor der RUB. „Die Lern- und Forschungsfabrik ist ein tolles Beispiel für das, was wir mit der Worldfactory und im Sinne unseres Leitbilds Creating Knowledge Networks für die RUB und die Region konkret umsetzen wollen: Netzwerke bilden, die auf Wissen basieren.“

Hans-Jürgen Alt, Geschäftsführer vom VDMA Landesverband NRW und Clustermanager von ProduktionNRW, lobte bei der Eröffnungsfeier das innovative Konzept der Lern- und Forschungsfabrik als sehr gelungen.

Trotz des weltweit anerkannten guten deutschen Ausbildungssystems, das durch die duale Ausbildung und die Ingenieurstudiengänge, hoch qualifizierte Fach- und Führungskräfte hervorbringt, ist die ständige Weiterbildung der Mitarbeiter für die Zukunft der Branche immens wichtig. Die Lern- und Forschungsfabrik bietet die Infrastruktur, um zur Steigerung des Wissenstransfers zwischen Forschungseinrichtungen und Industriebetrieben und zu einem Erkenntnisgewinn insgesamt beizutragen.

Spielwiese mit idealen Bedingungen

„Die Bedingungen, die wir unseren Nachwuchswissenschaftlern und Studierenden hier bieten können, sind ideal“, freut sich Prof. Dr. Bernd Kuhlenkötter, Leiter der Lern- und Forschungsfabrik und Inhaber des Lehrstuhls für Produktionssysteme der RUB. Dabei spiele die fachliche Breite der RUB eine entscheidende Rolle: „Wir kooperieren beispielsweise auch mit Arbeitswissenschaftlern, Arbeitspsychologen und Sozialwissenschaftlern.“

In der Fabrik lässt sich schon während des Studiums die Theorie praxisnah vertiefen. „Um Produktionsprozesse zu verstehen, muss man auch wissen, wie man eine Maschine bedient“, so Kuhlenkötter. „Bei uns können die Studierenden das ausprobieren – und dabei auch Fehler machen. Sie haben hier eine Spielwiese und werden optimal auf ihren späteren Beruf vorbereitet.“

Umzug nach zehn Jahren

Die Idee der Lernfabrik reicht bis in die 2000er-Jahre zurück. Auf den Weg gebracht wurde sie von Prof. Dr. Dieter Kreimeier. Vor zehn Jahren wurde die erste Lernfabrik in den Werkhallen der Ingenieurwissenschaften eingerichtet. Mit dem Umzug in die Industriestraße hat sich der Raum mehr als verdoppelt. Die LFF bildet die Produktion eines mittelständischen Unternehmens ab und spannt sich ganzheitlich über den Produktionsprozess: von der Technik über die Organisation bis hin zum Personal. Die technische Ausstattung umfasst moderne Labore, Werkzeugmaschinen, Industrieroboter und Messtechnik.

Weitere Informationen

„Aus Arbeitgebersicht ist dieser praxisorientierte Ansatz der Mitarbeiterweiterbildung für die Unternehmen extrem wichtig."