Im modernsten Gebäude Europas: Wenn das Sofa aus der Lobby funkt

VDMA

Das Energieeffizienznetzwerk Westfalen/Ostwestfalen hat sich im Juni 2018 in einem der derzeit modernsten Gebäude Europas bei Phoenix Contact GmbH & Co. KG zum Austausch getroffen.

Im Smart Building von Phoenix Contact ist es voll. ProduktionNRW und das ostwestfälische Unternehmen aus Bad Pyrmont haben die Teilnehmer des Energieeffizienznetzwerks Westfalen/Ostwestfalen am 6. Juni 2018 in eines der derzeit modernsten Gebäude Europas zum Austausch eingeladen. Unter der Decke installierte Präsenzmelder wissen jetzt, wie viele Teilnehmer sich im Veranstaltungsraum tummeln. Automatisch regelt die Lüftung hoch und der Temperaturfühler schickt seine Daten an eine Software zur Steuerung der Klimaanlage. Aus der Lobby funkt ein Sensor: Das Sofa ist links außen besetzt – nur noch zwei Plätze frei. Derweil fährt der Aufzug selbständig wieder nach unten, damit ankommende Mitarbeiter nicht zu lange warten müssen.

Produkte brauchen Schnittstelle

Frank Schröder, Head of Facility Manager bei Phoenix Contact, hat zahlreiche Projekte im Unternehmen angestoßen. Sein Job ist es, aus Daten Nutzen zu stiften und dabei intelligent und effizient Kosten und Energie einzusparen. „Wird für das Gebäude eine neue Anlage oder Maschine angeschafft, ist die Kommunikationsfähigkeit des Geräts immer mehr der Faktor, der eine Kaufentscheidung beeinflusst. Dadurch werden sich ganze Geschäftsmodelle verändern.“

Mit Gebäudeautomation Geld sparen

In größeren Fabrikanlagen können diese Maßnahmen in der Summe viele tausend Euro einsparen und sie verbessern die CO2-Bilanz der Unternehmen. Derzeit ist das Gebäude 4 von Phoenix Contact eines der modernsten digitalen Gebäude Europas mit mehr als 30.000 Datenpunkten. Jeder Datenpunkt bringt einen Mehrwert – für den Betreiber und auch für den Nutzer des Gebäudes. Alle einzelnen Gewerke im Gebäude kommunizieren miteinander. Zum Beispiel beim Energiemanagement: Erst durch die intelligente Vernetzung von Energieerzeugung, -verbrauch und -speicherung – in Kombination mit dem Wärme- und Kältekreislauf – werden Energiemanagement und Versorgungsprozess effizienter.

Energiepolitik in Europa, Deutschland und der Welt

Neben dem Unternehmensrundgang referierte Prof. Dr.-Ing. Jörg Meyer von der Hochschule Niederrhein zu aktuellen Entwicklungen in der Energie- und Klimapolitik. Er betonte die besondere Relevanz von Verordnungen und Richtlinien der EU und verweist auf die steigenden Preise für Emissionszertifikate. „Efficiency First“ ist weiterhin der Grundsatz für die gesamte Energiewertschöpfungskette und das Energieeffizienzziel bis 2030. Er informierte die Teilnehmer auch über die am 17. April vom Europäischen Parlament abgesegnete EU-Gebäuderichtlinie (EPBD): Die hier enthaltenen Neuregelungen sollen bewirken, dass 2050 ein Großteil der Gebäude CO2-neutral ist. Dazu gehört unter anderem auch, dass die Ladeinfrastruktur für Elektroautos verstärkt ausgebaut werden soll.

Software Tools für das Monitoring

Edwin Shizrad von der Firma Siemens stellte abschießend eine Software für Energiemanagement-Lösung vor, die Daten von Produktionsanalgen auswerten kann.

Energieeffizienznetzwerke

Der VMDA unterstützt in Kooperation mit dem Cluster ProduktionNRW die von der Bundesregierung und der deutschen Wirtschaft gemeinsam getragene Initiative Energieeffizienz-Netzwerke. Gemeinsames Ziel ist es, durch den Aufbau von Energieeffizienz-Netzwerken einen Beitrag für die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft, die Erschließung neuer Geschäftsfelder und zum Klimaschutz zu leisten.

Wenn Sie Interesse haben, sich bei einem der Netzwerke in NRW anzuschließen, kontaktieren schreiben Sie eine Mail an phillip.kuebber@vdma.org.