Projekt ADiTPro²: Weiterbildungsreihe zur digitalen Transformation gestartet!

RWTH Aachen

Das Projekt ADiTPro² bietet ein Qualifizierungskonzept zum Gestalten von industriellen Prozessen und Produkten für Ausbilder in gewerblich-technischen Berufen. In einem ersten Workshop standen die Auswirkungen der digitalen Transformation im Fokus.

Am Beispiel des 3D-Laserdrucks machten sich die Teilnehmer mit der neuen Technologie vertraut und besuchten das Fraunhofer ILT, wo Martin Kimm, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Digitale Additive Produktion der RWTH Aachen, einen Einblick in das Verfahren präsentierte. Im Anschluss diskutierten die Teilnehmer, welche neuen Tätigkeiten durch die Technologie entstehen und formulierten Bildungsziele für die Integration neuer Ausbildungsinhalte zu additiven Verfahren in die Ausbildung.

An die Workshop-Phase knüpfte der Vortrag von Torben Padur, Leiter des Arbeitsbereiches gewerblich-technische Berufe am Bundesinstitut für Berufsbildung, der einen Überblick über den aktuellen Stand der geplanten Änderungsverordnung zu den industriellen Metall- und Elektroberufen sowie des Mechatronikers gab. Karl-Georg Nöthen, Schulleiter am Hans-Böckler-Berufskolleg in Köln, stellte stellvertretend für den dualen Partner Berufsschule, die Überlegung und Ansätze seines Kollegiums zur Integration der digitalen Transformation in Schule und Unterricht vor.

Während einer Führung durch die Demonstrationsfabrik des Werkzeugmaschinenlabors (WZL) der RWTH Aachen konnten die Teilnehmenden nicht nur die technologischen Möglichkeiten einer Industrie 4.0 live erleben. Sie erlebten die Umsetzbarkeit der Assistenzsysteme an den für ihre Berufsbilder relevanten Arbeitsplätzen und die Konsequenzen für die Facharbeit.

Dreh- und Angelpunkt der Diskussionen war die „Polarisierungshypothese“, nach der einfache Routinetätigkeiten in Zukunft automatisiert werden, während die Komplexität der verbleibenden Tätigkeiten für Fachkräfte weiter zunimmt. „Um über die technologischen Veränderungen auf dem Laufenden zu bleiben, ist es notwendig, das Bildungspersonal entsprechend zu schulen“, fasste ein Teilnehmer die Diskussion zusammen. „Darüber hinaus benötigen wir konkrete Beispiele, wie die digitale Transformation in die Ausbildung einfließen kann.“

Das Projekt

Im Projekt ADiTPro² wird gemeinsam mit Unternehmen aus Industrie und Handwerk ein Weiterbildungsangebot für Fachkräfte mit Ausbildungsverantwortung zum Themenkomplex Digitale Transformation entwickelt und angeboten. Geplant ist eine vierteilige Workshopreihe mit den Themen

  • Die digitale Transformation und Auswirkungen auf die Facharbeit
    Was bedeutet Digitale Transformation und welche Auswirkungen kann diese Entwicklung für die Facharbeit und für die Ausbildung im Betrieb haben?
  • Prozessmanagement
    Mit welchen Methoden können Fachkräfte Prozesse im Betrieb dokumentieren und optimieren? Wie können Prozesse und Projekte gemanagt werden?
  • Prozessorientiert ausbilden
    Was bedeutet prozessorientiert ausbilden und wie kann eine prozessorientierte Ausbildung im Betrieb geplant und durchgeführt werden?
  • Digitale Medien im Ausbildungsalltag
    Welche Medien eignen sich für das Lernen im Betrieb? Was sind nützliche Anwendungsmöglichkeiten und Best Practice Beispiele?

Alle Workshops umfassen 1,5 bis 2,5 Tage und finden zwischen April 2018 und Februar 2019 in Aachen statt. Die genauen Termine für die Workshops werden bald bekannt gegeben. Die Teilnahme wird kostenfrei sein. Interessenbekundungen werden ab sofort entgegengenommen. Das Projekt wird begleitet durch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW (MAGS) und gefördert durch den Europäischen Sozialfonds in NRW.

Interessiert?
Alle Informationen zum Projekt und zur geplanten Weiterbildung für Ausbilderinnen und Ausbilder sowie ausbildende Fachkräfte in gewerblich-technischen Berufen, finden Sie auch auf der Homepage des Projektes. Das Projektteam freut sich über die Kontaktaufnahme von interessierten Unternehmen oder weiteren Partnern aus NRW bei:

Clarissa Schmitz:  +49 241 80-99482, c.schmitz@iaw.rwth-aachen.de
Nora Warner:  +49 241 80-99462, n.warner@iaw.rwth-aachen.de