Exporttag NRW

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Auch in diesem Jahr brachten die Themen der Exportabwicklung – Exportkontrolle, Logistik & Verkehr, Zoll – über hundert Teilnehmer zum Erfahrungsaustausch zusammen und boten ein Forum für Austausch und Information rund um wichtige Exportthemen.

Für die Exportkontrolle berichtete Klaus Friedrich, VDMA Außenwirtschaft, dass es keine wesentlichen Veränderungen in EU-Dual-Use Verordnung, Außenwirtschaftsgesetz und Außenwirtschaftsverordnung gibt. Meldungen interessierter Dienstleister zu Veränderungen der Dual-Use Verordnung sind verfrüht und bilden nicht die Rechtslage ab. Hier gilt es abzuwarten, der Prozess innerhalb der EU läuft noch – ein Ende ist weder zeitlich noch inhaltlich abzusehen. Typische Probleme und Fehler in der betrieblichen Praxis der Exportkontrolle wurden im Erfahrungsaustausch besprochen.

Logistik und Verkehr

Im Themenfeld Logistik & Verkehr hat sich die Aufregung um die Luftfrachtsicherheit etwas gelegt. Leider bleiben die Probleme bestehen und es ist zu beobachten, dass vermehrt Unternehmen den Status des bekannten Versenders wieder aufgeben. Ferner ist eine Verlagerung der Luftfracht ins benachbarte Ausland zu beobachten. Der VDMA setzt sich, wie andere Industrieverbände auch, für Investitionen in eine moderne und leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur ein. Marode Brücken, vermehrte Staus, lange Umwege und überlange Bearbeitungszeiten für Schwer- und Sondertransporte führen für die Unternehmen zu gravierenden Kosten und Problemen. Veränderungen beim Containertransport, verifiziertes Gewicht, und ein Exkurs zu typischen Fallstricken bei der Verwendung von Incoterms rundeten den Erfahrungsaustausch ab.

Im Zollbereich ist die Einführung des neuen Zollkodex der europäischen Union weitgehend reibungslos verlaufen. Für die Unternehmen gibt es weder signifikante Erleichterungen noch Verschärfungen. Derzeit läuft die Neubewertung von Bestandbewilligungen als zugelassener Ausführer. Dies führt vermehrt zu Besuchen des Zoll in den Unternehmen. Hierzu gab es unter den Teilnehmern einen intensiven Austausch.

Brexit

Mit dem Brexit kam in diesem Jahr ein neues Thema zur Sprache. Die formale Lage ist klar, das vereinigte Königsreich wird Ende März 2019 die EU verlassen und es soll eine kurze Übergangsfrist bis Ende 2020 geben. Das ist leider schon alles was klar ist. Die wesentlichen Fragen für den geschäftlichen Alltag sind in den laufenden Verhandlungen bisher nicht geregelt und niemand weiß auf welche Lage er sich einstellen muss. Der VDMA empfiehlt seinen Mitgliedern vorbereitend die eigene Betroffenheit zu analysieren. Wie viele Exporte und Importe gibt es, wie hoch ist der Anteil mit UK-Ursprung in den eigenen Produkten, welche kritischen Teile werden aus UK bezogen? Dies sind die wesentlichen Fragen im Bereich Warenverkehr.

Weitere Informationen
https://euro.vdma.org/