Innovation neu denken

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Unternehmen tun gut daran, Innovationsmanagement und eine Weiterentwicklung hin zu einer Innovationskultur zu unterstützen. Wie Mitarbeiter motiviert werden können, die Digitalisierung innovativ mitzugestalten und welche Veränderungen, Methoden und Prozesse dabei helfen, zeigte der Workshop Design Thinking von ProduktionNRW.

„Innovation darf heute nicht nur auf Produkte angewendet werden. Ich muss als Unternehmer auch hinterfragen, wie ich die traditionelle Unternehmenskultur neu denke, um eine Innovationskultur im Unternehmen fest zu etablieren“, sagte Prof. Dr. Eckehard Fozzy Moritz in seinem Vortrag. Moritz ist Gründer und CEO der Münchner Innovationsberatung Innovationsmanufaktur. Er regte die Unternehmer dazu an, sich von traditionellen Prozessen loszulösen hin zur offenen, agilen, kollaborativen und strukturierten Unternehmenskultur.

Wie gesund sich Veränderungen auch auf die Zusammenarbeit und die Kreativität im Unternehmen auswirken kann, unterstreicht Moritz in diversen Beispielen: „Kreativität für Innovationen erzeugt man zum Beispiel dann, wenn man freie Räume zum Denken nutzt. Ein Spaziergang durch den Wald kann Wunder bewirken und regt gezielt neue Ideen an.“

Design Thinking als Enabler für Innovation

Auch agile Managementmethoden sind ein hilfreiches Tool für eine Strategieentwicklung hin zur Innovationskultur im Unternehmen. Einer der momentan häufig diskutierten Methoden ist das Design Thinking, das Andrea Veerkamp-Walz aus der VDMA Abteilung Business Advisory vorstellte.

Der Ansatz hilft, komplexe Probleme mit vielen unbekannten Variablen und dynamischen Kontexten effektiver zu lösen. Es orientiert sich stark am Nutzer, vollzieht kurze Sprints und nutzt Feedbackschleifen, um im Lernprozess die Bedürfnisse des Kunden besser zu bedienen – ein Prozess, der vor allem für Start-ups oder auch die Entwicklung neuer Maschinen im Feld genutzt werden kann. Das Vorgehen erleichtert das Setzen von Prioritäten, das Abschätzen von Aufwänden und flexible und schnelle Experimente und Maßnahmen. Design Thinking wird auch als Methode für die innovative Produktentwicklung im Prototypenbau angewendet – beispielsweise im Kontext von Additive Manufacturing.

Additive Manufacturing als Enabler für Innovation im Prototypenbau

„Deutschland ist führend in der Herstellung von 3D-Druckmaschinen. Allerdings haben sich erst rund 10 Prozent der deutschen Maschinenbauer mit der additiven Fertigung wirklich intensiv auseinandergesetzt“, sagt Raphael Hoffmann, CEO der H&H Gesellschaft für Engineering und Prototypenbau mbH aus Leopoldshöhe in seinem Vortrag. Er gab einen tiefen Einblick in die stark wachsende Branche. Zwar sei der 3D-Druck noch eine Nische für die meisten Maschinen- und Anlagenbauer in NRW, aber es lohne sich schon jetzt, sich damit auseinanderzusetzen, um Innovationen mithilfe des 3D-Drucks voranzutreiben: „Der Weg in die Industrialisierung 3D-gefertigter Teile ist da und man wird ihn trotz bestehender einzelner Hürden ganz sicher gehen“, so das Resümee. Zugleich ist die additive Fertigung ein Enabler für Innovationen im Maschinenbau. Für Prototypen lassen sich kostengünstig, effizient und schnell Teile drucken, die man dann an einer Maschine direkt testen kann – und das ist nur ein kleines Beispiel!

Das Fazit der Veranstaltung: Veränderungen erfordern Mut und wer sich nicht verändert, der lebt riskant.

Initiative „Wachstumsmotor Maschinenbau NRW – Erfolg selbst gestalten“

Die Veranstaltung am 12. April 2018 in Dortmund war Teil der Initiative „Wachstumsmotor Maschinenbau NRW – Erfolg selbst gestalten“. Die Initiative fokussiert sich auf die Handlungsfelder Unternehmensführung, Innovation, effiziente Organisation und Marktbearbeitung. Ziel ist es, Unternehmen Impulse und Anregungen für eine thematische und individuelle Umsetzung der Handlungsfelder im eigenen Haus zu geben. Mit der Initiative und den dazugehörenden Veranstaltungen bietet ProduktionNRW den nordrhein-westfälischen Maschinenbauern umfangreiche Hilfestellungen an, um sich zu orientieren und individuelle Maßnahmen abzuleiten.

„Innovation muss frei gelebt werden. Dazu zählen ein bewusstes Experimentieren, die Nutzung von Funktionsträgern, der Mut für Neues und aktives Handeln anstatt nur zu reden.“