Unternehmertum, Innovation und Wettbewerb brauchen Freiraum

Der Vorstand des VDMA NRW traf sich am 30. und 31. Mai 2017 mit Vertretern der Politik in Brüssel und diskutierte branchenrelevante EU-Themen.

Nordrhein-Westfalen ist eine der bedeutendsten Wirtschaftsregionen Europas, zu der der Maschinenbau einen wesentlichen Beitrag leistet. Grund genug für den VDMA NRW Vorstand, nach Gesprächen auf regionaler und Bundesebene, nun auch den Dialog auf europäischer Ebene zu führen.

Holger Kunze, Geschäftsführer des VDMA European Office, und Rainer Steffens, Leiter der nordrhein-westfälischen Landesvertretung bei der EU, erläuterten aktuelle Themen ihrer Arbeit. Sie betonten, dass sich die internen Prozesse bei der politischen Entscheidungsfindung der Europäischen Union (EU) klar von denen in Deutschland unterscheiden und längeren Zeiträumen unterliegen. Steffens bot eine Intensivierung der Zusammenarbeit an, mit dem Ziel die NRW-Landesvertretung als Schaufenster des Maschinen- und Anlagenbaus zu nutzen.

Jens Geier, Mitglied des Europäischen Parlaments (SPD), erläuterte die Folgen des Brexits sowie der Entwicklungen in Griechenland und Russland. Geier erklärte, dass die EU aus ihren bisherigen Krisen gestärkt hervorgegangen sei. Darüber hinaus ging Geier auf Themen wie Subsidiarität, Bürokratieabbau, Mehrheitsentscheidungen und freier Handel in einer globalisierten Welt ein.

In diesem Zusammenhang erklärte Siegfried Koepp, Vorsitzender des VDMA NRW Vorstandes, dass gerade in Zeiten des zunehmenden Protektionismus freier Handel Voraussetzung für Wohlstand und Beschäftigung sei und forderte den Abbau von Handelsbarrieren zwischen den wichtigsten weltwirtschaftlichen Regionen, um Impulse für mehr Wachstum zu setzen.

Für eine aktive Einmischung in die Politik warb Herbert Reul, Mitglied des Europäischen Parlaments (CDU), und regte an, dass sich Unternehmen über relevante Themen auf regionaler Basis mit ihren Abgeordneten austauschen und diesen direkt vor Ort die möglichen Auswirkungen von Gesetzesvorhaben zeigen sollen. Nur dadurch können industriepolitische Argumente an Bedeutung gewinnen.

Björn Juretzki, Assistent des Direktors im Bereich der digitalen Industrie bei der Europäischen Kommission, zeigte auf, welche Entwicklungen und Chancen die EU im Bereich von Industrie 4.0 sieht. In den kommenden Jahren liegen die Schwerpunkte der Union bei Fragen zu Dateneigentum, Datensicherheit sowie der Sicherstellung der Lehre von Digitalisierung.

„Unter dem Schirm der EU haben wir die Chance, unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. Wir benötigen hierzu einen angemessenen europäischen Ordnungsrahmen, der gleichzeitig Freiraum für Unternehmertum, Innovation und Wettbewerb bietet,“ zog Koepp Bilanz des Austauschs.

Die anwesenden Vorstandsmitglieder erklärten ihre Bereitschaft, sich bei Bedarf für die Themen des Maschinenbaus in Brüssel aktiv einzubringen. Erste Termine wurden bereits vor Ort vereinbart, um die begonnenen Gespräche weiter fortzuführen. Zudem werden die politischen Vorstandsgespräche ab sofort abwechselnd in Berlin und Brüssel durchgeführt.