Strategische Ausrichtung der Landesverbände

VDMA Ost

Mitte Mai 2017 diskutierten Vertreter des VDMA mit Präsident Carl Martin Welcker und den Landesvorsitzenden die strategische Ausrichtung des Verbandes und Herausforderungen der Wirtschaft.

Der VDMA-Präsident, die Vorstandsvorsitzenden und Geschäftsführer der VDMA-Landesverbände sowie die VDMA-Hauptgeschäftsführung treffen sich jährlich zu einem fachlich und regional übergreifenden Austausch. Sehr konstruktiv und zukunftsorientiert verlief der mittlerweile traditionelle Dialog Mitte Mai 2017 bei der Alfred H. Schütte GmbH & Co. KG in Köln, dem Unternehmen des derzeitigen Präsidenten Carl Martin Welcker.

Welcker sprach mit den ehrenamtlich agierenden Landesverbandsvorsitzenden sowie den Landesverbandsgeschäftsführern und VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann über

  • regionale Aspekte,
  • Freihandel,
  • die Europäische Union,
  • Aktivitäten der Landesverbände im Wahljahr sowie
  • notwendige Veränderungen im VDMA-Dienstleistungsangebot.

Vom VDMA NRW nahm Siegfried Koepp, Vorstandsvorsitzender des VDMA NRW und Vorsitzender der Geschäftsführung der EMG Automation GmbH, sowie Hans-Jürgen Alt, Geschäftsführer des VDMA NRW, teil.

Für offene Märkte werben – auch im privaten Umfeld

Für den Maschinen- und Anlagenbau sind Freihandel und offene Märkte von enormer Bedeutung. Essenziell ist dies aber auch weltweit für die Kunden. Rund um den Erhalt des freien Handels sind daher weitere politische Anstrengungen und Überzeugungsarbeit notwendig, insbesondere mit Blick auf die USA und China.

Ob Einfuhrzölle oder die Besteuerung von Unternehmen: Derzeit lässt sich nur vage vermuten, welche Wahlkampfpläne die Trump-Regierung umsetzt und wie sich diese auf die deutsche Industrie auswirken könnten. Die Unternehmer und Verbandsvertreter waren sich indes einig, dass sich das Verhältnis der USA zu Europa ändern wird. Absehbar sei auch die Konzentration der USA auf Asien. So wurden zwischen den USA und China bereits erste Vereinbarungen zur schrittweisen Marktöffnung getroffen.

Deutschland ist ebenfalls offen für Investitionen und Firmenübernahmen aus China. Dies solle den Teilnehmern zufolge auch so bleiben. Für deutsche Unternehmen müsse es aber die gleichen Rechte in China geben, so der Tenor.

Die Unternehmen müssten zudem weiterhin in Betriebsversammlungen und Gesprächen im persönlichen Umfeld klarmachen, wie wichtig Freihandelsabkommen wie CETA und TTIP sowie offene Märkte für die Branche, die Arbeitsplätze und den Wohlstand Deutschlands sind.

Diskussion über Europäische Union

Der Meinungsaustausch verdeutlichte: Die Europäische Union muss sich verändern hin zu einem stärkeren und handlungsfähigeren Staatenverbund. Mit nationalen Alleingängen lassen sich die globalen Probleme nicht bewältigen. Das gilt auch für die Möglichkeit, bei bestimmten Themen Mehrheitsentscheidungen zuzulassen. In diesem Handlungsfeld muss sich der VDMA noch deutlicher positionieren, forderten die Unternehmer.

Landesverbände unterstützen im Wahljahr

Der Wahlkampf rund um die diesjährige Bundestagswahl in Deutschland ist längst eingeläutet. Auch der VDMA hat mit seinen Kernforderungen bereits Stellung bezogen. Zahlreiche Gespräche mit der Politik werden bis September folgen. Ziel ist, Deutschland zukunftsfest zu machen: zentrale Aspekte sind daher unter anderem Digitalisierung, Energie und Rohstoffe, Infrastruktur, Innovationen, Bildung, Fachkräfte und Internationalisierung. Die Politik muss außerdem mehr Anreize schaffen, damit Unternehmer wieder stärker in Deutschland investieren. Hierzu gehört auch, bürokratische Hemmnisse abzubauen, sei es im Büroalltag, beim Bearbeiten von Bauanträgen, bei überzogenen Umweltschutzauflagen oder der Bürokratie rund um Ausfuhrgenehmigungen.

Der VDMA NRW hat bereits einige politische Gespräche geführt und für Nordrhein-Westfalen Kernforderungen, in deren Mittelpunkt die Wettbewerbsfähigkeit der nordrhein-westfälischen Industrie steht, kommuniziert. Gerade in den Bereichen Digitalisierung, Außenwirtschaft, Energie und Infrastruktur sieht der VDMA NRW dringenden Handlungsbedarf, um international wettbewerbsfähig zu bleiben und den Anschluss nicht zu verlieren.

Europäische Unternehmen im VDMA

Fakt ist: Der VDMA wird auch künftig ein deutscher Verband bleiben. Dennoch wird er sich für europäische Unternehmen, die dem VDMA beitreten wollen, öffnen.

Spagat zwischen Dienstleistung und Politikberatung

Zwischen gezielter Dienstleistungsorientierung und Politiktreiber: Der VDMA muss sich kontinuierlich den sich ändernden Bedarfen seiner Mitglieder stellen und seine Angebote entsprechend anpassen. Dessen ist sich der Verband bewusst. Deshalb will er sich künftig noch stärker als bisher als Dienstleister positionieren. Um ihr Leistungsportfolio zu schärfen und sich noch enger an den Anforderungen der Unternehmen auszurichten, führen die VDMA-Landesverbände derzeit Workshops mit Mitgliedsfirmen durch.

Gleichzeitig stellt die Politik verstärkt Forderungen an den Verband. Gefragt ist eine Politikberatung zu vielfältigsten Inhalten. Dabei nimmt die Themenbreite stetig zu. Will der VDMA weiterhin ein wichtiger Absprechpartner der Politik bleiben, kann und darf er sich nicht ausschließlich auf maschinenbaurelevante Themen begrenzen. Vielmehr wird ein breiterer Themenmix erwartet. Das jedoch erschwert die Gratwanderung zwischen direkten Dienstleistungen und erwarteter Politikberatung. Vor allem die Landesverbände müssen sich in dem Zusammenhang den kapazitiven Herausforderungen stellen.

Fortsetzung geplant

Der direkte Dialog zwischen VDMA-Präsident Welcker, den Landesverbandsvorsitzenden und Vertretern des VDMA wird 2018 fortgesetzt.