Nachwuchsgewinnung in NRW und den Niederlanden

Niederländische und nordrhein-westfälische Maschinenbauer tauschten sich zum Thema „Nachwuchsgewinnung“, und wie mit diesem Thema im jeweiligen Land umgegangen wird, aus.

Deutsche und niederländische Unternehmen stehen vor sehr ähnlichen Herausforderungen, wie zum Beispiel der Gewinnung von Nachwuchs für die Branche. Zu diesem Thema luden ProduktionNRW und die Koninklijke Metaalunie am 4. April 2017 zu einem grenzüberschreitenden Austausch ein.

Als Gastgeberin stellte Magdalena Münstermann, Prokuristin bei Bernd Münstermann GmbH & Co. KG, das Telgter Modell vor, das die Förderung der praktischen Zusammenarbeit zwischen Telgter Unternehmen und Schulen zum Ziel hat. Bereits in der Grundschule sollen die Schülerinnen und Schüler – unabhängig von den Unterrichtsfächern – vertiefende Einblicke in die verschiedenen Berufsbilder bei Telgter Betrieben erhalten.

Toine Straatman, Regionalbeauftragter der Koninklijke Metaalunie stellte die Programme vor, mit denen in den unterschiedlichen Provinzen der Niederlande der Nachwuchs für technische Berufe begeistert wird. Er berichtete auch von den „InnovatieHubs“, die auf Initiative der mittleren und kleinen Betriebe ins Leben gerufen wurden. Ein InnovatieHub besteht aus einer Gruppe Studenten aus unterschiedlichen Studienrichtungen, die zusammen mit einem Hubmanager Studien und Innovationsprojekte für ein Unternehmen durchführen. Sie stehen für eine inspirierende und innovative Arbeitsumgebung, in der der Wissenstransfer und eine gute Begleitung der Studenten im Vordergrund stehen.

Einer der dualen Studenten der Firma Münstermann, Leon Rupe, berichtete darüber, wie er zum Unternehmen gekommen ist und welche Vorteile er in dieser Form der Ausbildung für sich sieht. Rupe stellte beim Firmenrundgang zu Beginn der Sitzung auch das Unternehmen vor, wobei man seine Begeisterung für das Thema und den Ausbildungsbetrieb deutlich wahrnehmen konnte.

Markus Schleefs, Jurist, stellte im Auftrag der Andreas-Mohn-Stiftung, ein zukünftiges, grenzüberschreitendes Projekt vor, in dem je zehn deutsche und niederländische Schüler in Zweierteams an einem Projekt zusammenarbeiten sollen. Geplant ist, dass Unternehmen diese „Experimentiertage“ fördern und damit die Gelegenheit haben, ihr Unternehmen dem Nachwuchs positiv zu präsentieren. Die Projekttage finden wechselseitig jeweils auf Schlössern in NRW bzw. den Niederlanden statt. Das Projekt befindet sich in der Antragsphase und soll im Sommer dieses Jahres starten.

Die Veranstaltungsteilnehmer diskutierten die verschiedenen Projekte und tauschten sich über Möglichkeiten zur Kooperation aus. Für beide Seiten hat der rege Austausch neue Impulse und Kontakte gebracht.