Iran: Wachstum mit Hindernissen

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Die vielen Hürden im Iran-Geschäft der deutschen Maschinenbauer standen im Mittelpunkt des Erfahrungsaustauschs.

Nach der Lockerung der Wirtschaftssanktionen im Januar 2016 verzeichnete die iranische Wirtschaft 2016 ein Umsatzplus von 37 Prozent auf nunmehr 760 Millionen Euro. Das Fazit des VDMA: der Iran kommt zurück, bleibt aber noch unter seinem Potenzial und seinem früheren Niveau, das oberhalb einer Milliarde Euro? Jahresumsatz liegen sollte. Dieses Potenzial und die vielfältigen Probleme bei der Marktbearbeitung und Auftragsabwicklung führten 50 Iran-Experten aus dem NRW-Maschinenbau zum Erfahrungsaustausch nach Düsseldorf.

Eines der Hauptthemen für die Unternehmen ist die immer noch schwierige Zahlungsabwicklung. Nur wenige Banken engagieren sich im Geschäft mit Iran, in der Zahlungsabwicklung hat sich im letzten Jahr keine positive Entwicklung ergeben. Dies liegt nach Einschätzung der Teilnehmer am Einfluss der USA, aber auch daran, dass die iranischen Banken lange vom internationalen Finanzmarkt isoliert waren und die entsprechenden internationalen Standards noch nicht wieder etabliert sind.

Eine Hermes-Deckung ist prinzipiell wieder möglich und wird auch politisch befürwortet, aber leider bleibt die iranische Seite mit der Stellung entsprechender Sicherheiten problematisch. Derzeit gibt es keine großen Kreditrahmen für den Iran und für iranische Unternehmen ist die Verfügbarkeit entsprechender Devisen problematisch.

Klaus Friedrich, VDMA Außenwirtschaft, wies in seinem Vortrag auch darauf hin, dass sowohl die politische Lage (Präsidentschaftswahl 2017) als auch die Volkswirtschaft im Iran ein deutliches Restrisiko bei der Geschäftsabwicklung bedingen. Er rät daher zur Vorsicht bei den Zahlungsbedingungen und der -absicherung.

Unter dem Aspekt der Exportkontrolle sind nur wenige Produkte des Maschinenbaus noch kritisch bzw. von Beschränkungen betroffen. Trotzdem verlangen Banken und Zollbehörden nach Berichten der Teilnehmer immer noch Bafa-Nullbescheide. Diese Praxis wird als völlig unnötig eingeschätzt.

Made in Germany hat im Iran einen guten Ruf, die Kunden wollen gerne im direkten Kontakt mit den deutschen Herstellern arbeiten. Trotzdem wird immer noch viel Geschäft über Zwischenstellen, wie zum Beispiel Dubai, abgewickelt. Für den weiteren Ausbau der Geschäfte ist eine verstärkte Präsenz im Lande sinnvoll. Hierzu zeigte die lebhafte Diskussion, dass sich mit Messen, eigenen Niederlassungen und iranischen Vertriebspartnern gute Möglichkeiten bieten.