Finanzierungstag fokussiert Industrie 4.0

VDMA

Neben dem Thema Industrie 4.0 beschäftigte sich der 17. Finanzierungstag des VDMA NRW mit der aktuellen und zukünftigen Konjunkturentwicklung sowie mit der Finanzierung der Energiewende.

Rund 100 Unternehmens- und Bankenvertreter nahmen an der Veranstaltung am 16. November 2016 im Düsseldorfer Industrie-Club teil.

Herausforderungen für den CFO-Bereich

„Die Investitionstätigkeit in Deutschland muss zulegen, damit die Industrie 4.0 langfristig erfolgreich werden kann“, forderte Bianca Illner, Leiterin VDMA Betriebswirtschaft. Als Konsequenz der fortschreitenden Digitalisierung sieht sie einen steigenden Automatisierungsgrad im Controlling und das Wegfallen von klassischen Reportingtätigkeiten. Dadurch würden Aufgaben und Stellen im klassischen Controlling reduziert. In der Folge müssen Planungs- und Budgetierungsprozesse flexibler, schneller und einfacher werden ganz im Sinne eines self service. „Das Controlling steuert mit der Industrie 4.0 auf eine höhere Komplexität und Transparenz sowie eine verstärkte Vernetzung innerhalb und außerhalb der Organisation zu“, so Illner.

Industrie 4.0 revolutioniert Energiewende

Dr. Carola Kantz, Geschäftsführerin VDMA Forum Energie stellte die Auswirkungen der Energiewende auf die Finanzierung im Maschinen- und Anlagenbau dar und betonte: „Der Maschinen- und Anlagenbau ist die Schlüsselindustrie für die Energiewende und die Digitalisierung macht auch hier keinen Stopp: ohne Digitalisierung sind dezentrale Energiesysteme nicht denkbar.“ Industrie 4.0 wird es ermöglichen, dass bisher nicht rentable Flexibilitäts- und Energieeffizienzpotenziale erschlossen werden können und neue Geschäftsmodelle auf den Markt kommen. Kantz appellierte an die Politik: „Innovationen brauchen Freiraum für unternehmerischen Mut – keine überbordende Regulierung!“

Ein kleines Plus für 2017 ist drin

Dr. Ralph Wiechers, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des VDMA berichtete, dass die deutsche Maschinenbauproduktion seit vier Jahren auf hohem Niveau weitgehend stagniere. Im Jahre 2015 sei der Umsatz der Weltmaschinenbauproduktion zwar gewachsen, jedoch erhielt nicht jede Nation einen größeren Anteil davon als zuvor. Risiken durch den britischen EU-Austritt lägen laut Dr. Wiechers vor allem in der Zunahme nicht-tarifärer Handelshemmnisse. Für 2017 prognostiziert er unter anderem ein „kleines Plus“ für den deutschen Maschinenbau, da Länder aus der zweiten und dritten Reihe neue Absatzchancen böten und die wirtschaftliche Erholung in der EU an Fahrt gewinne.

Globaler Maschinenbau aus NRW

In der Podiumsdiskussion „Globaler Maschinenbau aus NRW“ diskutierten Bianca Illner, Dr. Carola Kantz, Dr. Günther Horzetzky, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen, Siegfried Koepp, Vorstandsvorsitzender des VDMA NRW und Reiner Ramacher, Bereichsvorstand Firmenkunden Deutsche Postbank AG. Folgende Leitgedanken kristallisierten sich dabei heraus:

  • Der Showcase Deutschland ist für die Energiewende sehr wichtig, um Leitmärkten das Gelingen der Energiewende aufzuzeigen.
  • Unter dem zukünftigen Präsidenten der USA, Donald Trump, wird es, das Freihandelsabkommen TTIP zu beschließen. Allerdings sollte vor dem Hintergrund der republikanischen Regierung auch berücksichtigt werden, dass diese freihandelsorientiert sind. Die Debatte um TTIP sollte öffentlich und sachlich geführt werden.