Impulse für das Fertigungsmanagement durch Manufacturing Execution System (MES)

Das Manufacturing Execution System (MES) bildet auf dem Weg zu Industrie 4.0 die Schnittstelle zwischen der Auftragsplanung auf der einen und Fertigung und Montage auf der anderen Seite. In einem Erfahrungsaustausch griff ProduktionNRW das Thema auf und beleuchtete verschiedene Blickwinkel durch Praxisbeispiele.

Das Manufacturing Execution System (MES) bildet auf dem Weg zu Industrie 4.0 die Schnittstelle zwischen der Auftragsplanung auf der einen und Fertigung und Montage auf der anderen Seite. Beim MES-Erfahrungsaustausch von ProduktionNRW, der am 25.Oktober 2016 bei GFOS in Essen stattfand, gab es vielfältige Impulse für die Teilnehmer aus dem Fertigungsmanagement.

Burkhart Röhrig, geschäftsführender Gesellschafter von GFOS GmbH und Vorsitzender des Fachverbandes Software und Digitalisierung im VDMA, veranschaulichte mit seinem Vortrag zum Thema „Industrie 4.0 human“ die prägende Rolle des Menschen auch in der Produktion der Zukunft.

Weitere Praxisberichte gingen auf die unterschiedlichen Perspektiven und Erfahrungen beim Einsatz von MES-Lösungen in Unternehmen ein. So beschrieb Haver & Boecker-Produktionsleiter Andreas Bauer, wie sich die Synchronisation der Fertigungstiefe über drei Standorte hinweg durch den Einsatz von MES vereinfachen ließ. Matthias Kornfeld, Leiter Informationsmanagement bei ARI-Armaturen Albert Richter GmbH & Co. KG, wies darauf hin, dass viele Veränderungen in Prozessen und der Organisation umgesetzt werden müssen, um MES erfolgreich umzusetzen. Joachim Hofius, ALCOA Power and Propulsion Tital GmbH, hob hervor, dass mithilfe von MES exakte, fehlerfreie Produktions- und Lohndaten ermittelt werden können, die das Controlling in die Lage versetze, exakt (nach)kalkulieren zu können.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete die Präsentation des Instituts für Fabrikanlagen und Logistik (IFA) der Leibniz Universität Hannover über die Studie „Aktuellen Herausforderungen der PPS mittels Industrie 4.0 begegnen“. Die Studie wurde in einem Gemeinschaftsprojekt mit dem Institut für Produktionsmanagement und -technik (TUHH Hamburg), dem Fraunhofer IGCV (Augsburg) und dem Werkzeugmaschinenlabor (WZL der RWTH Aachen) durchgeführt und wird in Kürze veröffentlicht. Thematisch behandelte der Vortrag die aktuellen Herausforderungen in der Produktionsplanung und Steuerung (PPS) mit denen sich die Unternehmen konfrontiert sehen. Die Studienergebnisse zeigen deutliches Entwicklungspotenzial hinsichtlich der verwendeten PPS-Systeme auf: zwei Drittel der befragten Unternehmen sehen deutlichen Handlungsbedarf hinsichtlich der Zukunftsfähigkeit ihrer PPS.

Das wichtigste Fazit der Veranstaltung ist die regelmäßige Stammdatenpflege. Volker Schnittler, Referent der VDMA Informatik, wies in diesem Zusammenhang auf Unterlagen des VDMA hin, die als Hilfestellung dienen können.