Gewerkschafter und Unternehmer diskutierten Auswirkungen der Digitalisierung

NEMAS

Die Teilnehmer des NEMAS-Branchentreffs gingen bei der jährlich stattfindenden Veranstaltung der Frage nach, wie sich die Digitalisierung in der Industrie auf die Beschäftigten und das Arbeitsumfeld auswirken wird.

Insgesamt rund 100 Teilnehmer gingen beim jährlich stattfindenden Branchentreff des Netzwerk Maschinenbau Südwestfalen (NEMAS) der Frage nach, wie sich die Digitalisierung in der Industrie auf die Beschäftigten und das Arbeitsumfeld auswirken wird.

In den Räumlichkeiten der Bombardier Transportation GmbH in Netphen diskutierten Arndt Kirchhoff, Geschäftsführender Gesellschafter der KIRCHHOFF Gruppe, Siegfried Koepp, Geschäftsführer EMG Automation GmbH, Knut Giesler, Bezirksleiter der IG Metall Nordrhein-Westfalen und Andree Jorgella, 1. Bevollmächtigter IG Metall Siegen, wie die Herausforderungen von „Arbeit 4.0“ gemeistert werden können.

WDR-Moderator Jürgen Zurheide eröffnete die Podiumsdiskussion mit der Feststellung, dass der Druck und die Anforderungen im heimischen Mittelstand im Rahmen von „Industrie 4.0“ stetig zunehmen. Dabei stünde jedoch nicht nur die technische Umsetzung im Fokus. „Insbesondere die Arbeitnehmer sind innerhalb des Prozesses zu berücksichtigen“, wie Knut Giesler betonte. Beispielsweise müsse der Tatsache Rechnung getragen werden, dass moderne Informations- und Kommunikationstechnologien zu einer enormen Veränderung der Arbeitswelt führen. Arndt Kirchhoff plädierte in diesem Zusammenhang für eine Flexibilisierung der Arbeitszeitmodelle. „Wenn ein Mitarbeiter nachts durch sein Smartphone geweckt wird, weil die Maschine einen Stillstand meldet, müssen Konzepte erarbeitet werden, wie damit dauerhaft umgegangen wird“, so Kirchhoff. 

Einigkeit herrschte in dem Punkt, dass Unternehmen und Beschäftigte nur gemeinsam die kommenden Aufgaben bewältigen können. Knut Giesler betonte, dass Arbeitnehmer durch Weiterbildungen befähigt werden müssen, mit neuen Prozessen und Arbeitsweisen umzugehen. Hier stünden seiner Meinung nach die Unternehmen in der Verantwortung. Sowohl Arndt Kirchhoff als auch Siegfried Koepp verwiesen auf umfangreiche interne Schulungsprogramme, über die die Mitarbeiter bereits „fit gemacht werden“. Gleichzeitig betonten beide Unternehmer, dass Arbeitskräfte bereit sein müssen, neue Fähigkeiten zu erlernen und offen für Veränderungen zu sein. Im Zusammenhang von „Arbeit 4.0“ sprach Arndt Kirchhoff nicht von einer Revolution, sondern explizit von einer Evolution, wobei jede Evolution immer zu neuen Arbeitsplätzen geführt habe.