Digitalisierung im Service als Schlüssel zur Ertragssteigerung

TML

Die Kunden der Maschinenbauer beginnen im Rahmen der Industrie 4.0 weltweit damit, die Qualitäts- und Prozessdaten (KPIs) über den Zustand einer Anlage auszuwerten. Auch der Service muss die digitale Transformation aktiv mitgestalten und passende Leistungen bereitstellen wie der entsprechende Erfahrungsaustausch von ProduktionNRW am 20. März 2018 zeigte.

Die Besten der Maschinenbauunternehmen realisieren mit Service-Dienstleistungen schon heute einen bis zu 70 Prozent höheren Anteil des Serviceumsatzes am Gesamtumsatz und dies bei einer signifikant höheren Profitabilität.

Der VDMA und Branchenexperten raten deutschen Mittelständlern dringend, ihr Potenzial auszuschöpfen und neue digitale Geschäftsmodelle auch für den Service zu erschließen, bevor andere Länder wie China vorbeiziehen. Nur so können sich die Maschinen- und Anlagenbauer nachhaltig vom Wettbewerb abheben. Zu den innovativen Leistungen aus den neuen Service-Geschäftsmodellen zählen beispielsweise: Remote Services, Condition Services, Additive Manufacturing (3D-Druck) oder auch das Virtual Training Center, bei dem die 3D-Brille Serviceprozesse durch Augmented Reality unterstützt.

Fit For Service 4.0

Über Digitalisierungspotenziale für den Service diskutierten im März zahlreiche Unternehmensvertreter beim Erfahrungsaustausch „Fit for Service 4.0“, zu dem ProduktionNRW eingeladen hatte. Das Treffen fand bei der TML Technik GmbH, einem Maschinenbauhersteller für Spezialbagger mit Teleskopauslegern statt. Mit einem Exportanteil von 80 Prozent liefert TML an Stahl-, Kupfer-, oder auch Aluminiumwerke in Indien, Russland, Südafrika oder China. Das 75 Mitarbeiter starke Unternehmen in Monheim am Rhein sieht große Potenziale durch die digitale Transformation für eigene neue Geschäftsmodelle im Service.

Servicemarketing und -vertrieb: Vom Ersatzteillager zum proaktiven Dienstleister

Mit der Digitalisierung wandeln sich die Aufgaben im Servicebereich enorm: War der Service in der Vergangenheit ein eher reaktives Geschäft, um beispielsweise Ersatzteile oder Techniker von A nach B zu befördern, muss der Service seine 4.0-Dienstleistungen und -Produkte dem Kunden künftig proaktiv anbieten. Auch im Neugeschäft muss er seine neuen Leistungen mit entsprechenden Maßnahmen bewerben – und sei es zunächst nur mit einem elektronischen Servicekatalog. Lösungen in diesem Bereich sind auf jeden Fall oft ein bislang unterschätzter Imagegewinn.

Handlungsempfehlungen als Basis zur Strategieentwicklung

Welche Potenziale im Service 4.0 stecken, hat die Studie „Fit for Service“ für den Maschinen- und Anlagenbau zusammengefasst. Sie wurde auf dem Erfahrungsaustausch kurz vorgestellt. Zusammen mit der goetzpartners Management Consultants GmbH hat der VDMA 43 Erfolgsfaktoren herausgearbeitet, die sich profitabel auf die gesamte Wertschöpfungskette auswirken können, wenn der Service „4.0 ready“ gemacht wird.

Um die „4.0-Readiness“ im eigenen Unternehmen zu prüfen oder auch erste Schritte zur zukunftsfähigen Optimierung des Servicegeschäfts einzuleiten, hat der VDMA den „Fit for Service-Check“ entwickelt. Das Online-Tool beinhaltet Handlungsempfehlungen, die Maschinen- und Anlagenbauer als Basis zur Strategieentwicklung nutzen können.

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