Finanzierung von Zukunftsprojekten

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Dem Maschinen- und Anlagenbau stehen erhebliche Investitionen in Zukunftsprojekte bevor. Einerseits gilt es, in umfangreiche Digitalisierungsprojekte zu investieren, andererseits werden Megathemen wie beispielsweise die zukünftige Energieversorgung zu erheblichen Veränderungen führen. Der 18. Finanzierungstag des VDMA NRW gab am 6. Dezember 2017 einen Überblick über dieThemen.

Die Technologien für den Ausbau der stromerzeugenden regenerativen Energietechnik und Netzinfrastruktur entwickeln sich mit großen Schritten weiter. Vor diesem Hintergrund ist es für den nordrhein-westfälischen Maschinen- und Anlagenbau wichtig, auch in Zukunft durch eine wettbewerbsfähige Energieversorgung selber konkurrenzfähig zu bleiben. Laut Lars Seibert, Specialist Financial Engineering der Commerzbank AG, werde Strom aus erneuerbaren Quellen künftig eine Schlüsselrolle einnehmen und über Power-to-X-Technologien zum Primärenergieträger werden. Die Transformation der Energiesysteme führe zu steigenden Investitionen, für die – neben dem Thema Digitalisierung – die Finanzkraft der Unternehmen eine große Rolle spiele.

Smart Factory als notwendige Voraussetzung

Thorsten Meier, Geschäftsführer Boge Kompressoren Otto Boge GmbH & Co. KG stellte die Smart Factory seines Unternehmens vor. Die Smart Factory vereint Digitalisierung, Automation und Handwerk, um sowohl variantenreich als auch prozesssicher zu fertigen – unabhängig vom Erfahrungsschatz der Mitarbeiter. Ein digitalisiertes Assistenzsystem ermöglicht eine schnelle Einarbeitung und eine ergonomische Durchführung auch von komplexen Arbeitsschritten. Smart Services und Smarte Produkte sind, Meier zufolge, notwendige Bausteine auf dem Weg zur Smart Factory als Teil eines neuen Geschäftsmodells.

Umsteuern in guten Zeiten

Digitalisierung führt zu neuen und höheren Anforderungen an die Risikobewertung und Beurteilung von Geschäftsmodellen. Darüber hinaus ändert sich die Investitionsstruktur. Diese ist mit klassischen Finanzierungsinstrumenten zukünftig nur noch schwer finanzierbar. Dr. Volkhard Emmrich, Geschäftsführer Wieselhuber & Partner GmbH wies darauf hin, dass in den Bilanzen der Banken ein derzeit noch nicht abschätzbarer digitaler Wertberichtigungsbedarf drohe. Darüber hinaus bestehe die Gefahr, dass schlechte Bonitäten nicht mehr kreditfinanziert werden. Sein Tipp: in guten Zeiten das operative Geschäft geschäftsmodelladäquat ausfinanzieren und eine „Kriegskasse“ außerhalb des Unternehmens, also ohne Haftungsverbund, aufzubauen.

Olaf Wortmann, VDMA Volkswirtschaft, erklärte, dass viele Indikatoren wie beispielsweise der Geschäftsklimaindex auf eine positive Entwicklung der Konjunktur 2018 hindeuten. Der Aufschwung wird vor allem vom Ausland getragen. Mit Blick auf den zweitstärksten Exportmarkt China sieht er Chancen vor allem für die deutschen Unternehmen der Automatisierungstechnik.

Im Rahmen der Podiumsdiskussion „Maschinenbau in NRW – Branche mit Zukunft?!“ rät Markus Plankemann, Direktor und Projektmanager Digital Business Development Commerzbank AG, Banken und Maschinenbauern, sich aktiv mit der Digitalisierung und der Entwicklung von Angeboten zu beschäftigten. Wichtig seien hierbei Impulse von innen und außen, um passende Lösungen zu entwickeln.