VDMA Hochschulpreis „Bestes Maschinenhaus 2015“: Erster Platz für Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

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Der Fachbereich 03 „Elektrotechnik, Maschinenbau, Technikjournalismus“ der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg hat den mit 100.000 Euro dotierten VDMA-Hochschulpreis „Bestes Maschinenhaus 2015“ gewonnen.

„Wir prämieren damit ein Lehrkonzept, das in besonderer Weise den Lernenden in den Mittelpunkt der Betrachtung rückt. Das Konzept richtet sich konsequent an der studentischen Biografie aus“, sagte VDMA-Präsident Dr. Reinhold Festge anlässlich der Preisverleihung vor rund 100 Gästen in Berlin.

Der VDMA-Hochschulpreis zeigt damit erneut in eindrucksvoller Weise, dass gute und erfolgreiche Lehre gelingen kann. Denn „Gute Lehre“ ist  das zentrale Thema der VDMA-Initiative „Maschinenhaus“. Das Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, den Studienerfolg in den Fachrichtungen Maschinenbau und Elektrotechnik weiter zu erhöhen. „Die aktuellen Studienabbruchquoten von 30 bis 40 Prozent im Maschinenbau oder der Elektrotechnik sind noch immer zu hoch. Sie müssen weiter gesenkt werden, und zwar ohne Abstriche bei der Studienqualität zu machen“, forderte Festge anlässlich der Preisverleihung.

„Das Konzept der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg zeichnet sich durch eine starke Projektorientierung und eine hohe Einbindung der Studierenden aus. Die Sieger-Hochschule darf sich nun „Bestes Maschinenhaus 2015“ nennen “, erläuterte Axel E. Barten, Mitglied des Engeren Vorstands des VDMA und Sprecher der 17-köpfigen, hochrangigen Jury.

Besonders hervorzuheben ist  die 4-1-4-1-4-1-Semesterstrukturierung: In allen Bachelor-Studiengängen wird der klassische Stundenplan nach je vier Wochen unterbrochen. In den dann jeweils folgenden Projektwochen eignen sich die Studierenden neben fachlichen Inhalten zusätzlich  Kenntnisse in Projektmanagement und Präsentationstechniken an. Am „Tag des offenen Projekts“  tauschen sie abschließend ihre Erfahrungen aus.

„Der individuellen Förderung der Studierenden Priorität einzuräumen, kommt in der Hochschullandschaft einem Kulturwandel gleich“, stellte Barten fest. Dass viele diesen Wandel bereits aktiv gestalten, zeigen die Konzepte der Fachbereiche und Fakultäten, die in dem zweistufigen Wettbewerb ins Finale gekommen sind. Dazu zählen der Fachbereich Maschinenwesen und das Team MeQS-Hochschuldidaktik der FH Kiel, die Fakultät für Informatik und Ingenieurwissenschaften am Campus Gummersbach der FH Köln, die Fakultät für Anlagen, Energie- und Maschinensysteme der FH Köln, die Fakultät Engineering/Maschinenbau der HAW Albstadt-Sigmaringen sowie das Studiendekanat Maschinenbau der TU Hamburg-Harburg.

„Unsere Maschinenhaus-Bilanz ist uneingeschränkt positiv“, betonte VDMA-Präsident Festge in seiner Eröffnungsrede. So hat der VDMA seit dem Jahr 2013  in 30 Beratungsprojekten an Hochschulen in ganz Deutschland zahlreiche Maßnahmen für mehr Studienerfolg angestoßen. Und mit der Maschinenhaus-Toolbox ist  ein exzellenter Leitfaden für Hochschulen entstanden, der  bewährte Instrumente und zahlreiche Good-Practice-Beispiele zur Förderung guter Lehre enthält. Im „Maschinenhaus-Erfahrungsaustausch“, der zweimal pro Jahr stattfindet, treffen sich darüber hinaus regelmäßig die „Akteure guter Lehre“ und diskutieren neue Entwicklungen.

„Unser Einsatz für mehr Studienerfolg zahlt sich mehrfach aus: für die Hochschulen, denn der Studienabbruch kostet Geld, das an anderer Stelle sehr viel besser investiert wäre. Für uns als Maschinenbau-Industrie ist ein gut qualifizierter Ingenieurnachwuchs in hinreichender Zahl existentiell. Und natürlich profitieren von einer guten Lehre und innovativer Hochschuldidaktik vor allem auch die Studierenden selbst", unterstrich Hartmut Rauen, stellvertretender VDMA-Hauptgeschäftsführer, anlässlich der Preisverleihung. Der VDMA hat sich vor diesem Hintergrund entschlossen, das Maschinenhaus-Projekt um drei weitere Jahre zu verlängern.

Kontakt für die Medien:
Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA)

Dr. Norbert Völker, Telefon +49 69 6603-16 50, norbert.voelker@vdma.org
www.vdma.org/maschinenhaus

Über das Maschinenhaus – die VDMA-Initiative für Studienerfolg

Das Maschinenhaus als Campus für Ingenieure besteht aus zwei Phasen: Gemeinsam mit dem Partner, dem Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung, wurde das theoretische Fundament gelegt. Zunächst wurden die Studienbedingungen in den Fachbereichen und Fakultäten des Maschinenbaus und der Elektrotechnik analysiert. Darauf aufbauend entstand das Referenzmodell für gute Lehre, das mithilfe einer Befragung aller Hochschulen weiter ausgearbeitet wurde. Fallstudien an ausgewählten Pionierhochschulen stellten das zentrale Element zur Praxiserprobung dar. Phase zwei läuft seit Jahresbeginn 2013. Mit mehreren VDMA-finanzierten Beratertagen an Fachhochschulen und Universitäten im gesamten Bundesgebiet gelangt die Theorie in die Hochschulpraxis. Eine Toolbox mit den erfolgversprechendsten Maßnahmen, Indikatoren und Instrumenten macht gute Lehre für alle zugänglich und gibt Unterstützung beim Adaptieren. Im „Erfahrungsaustausch (ERFA) Maschinenhaus“ kommen Fachleute von Hochschulen zweimal jährlich zusammen, um über aktuelle Fragen rund um das Thema Qualitätsmanagement und Lehre zu diskutieren. Den Hochschulpreis „Bestes Maschinenhaus“ hat der VDMA nach 2013 nun zum zweiten Mal verliehen. http://www.vdma.org/maschinenhaus
 

VDMA-Hochschulpreis 2015 - Mitglieder der Jury

  1. Prof. Dr.-Ing. Albert Albers
    Präsident des Allgemeinen Fakultätentages (AFT)
  2. Ralph Appel
    Direktor des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI)
  3. Axel E. Barten
    Geschäftsführender Gesellschafter der Achenbach Buschhütten GmbH
  4. Prof. Dr.-Ing Manfred Hampe
    Vertreter von 4ING – der Fakultätentage der Ingenieurwissenschaften und Informatik an Universitäten
  5. Prof. Dr.-Ing. Helmut Klausing
    stellv. Vorstandsvorsitzender und Leiter des Geschäftsbereichs Wissenschaft, Bildung, Beruf, Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE)
  6. Thomas Koch
    Vorsitzender des VDMA-Bildungsausschuss, Ausbildungsleiter der Benteler AG
  7. Prof. Dr.-Ing. Eckart Kottkamp
    Sprecher der VDMA-Ingenieurinitiative,
    ehemaliger Geschäftsführer der Claas KGaA und Hako Holding GmbH & Co. KG
  8. Patricia Lips
    Mitglied des Bundestags, Vorsitzende des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung des Deutschen Bundestags
  9. Prof. Dr.-Ing. Ernst Nalepa
    Vertreter des Fachbereichstages Maschinenbau der Fachhochschulen in Deutschland (FBTM), emeritierter Professor an der Hochschule Darmstadt
  10. Prof. Dr.-Ing. Peter Post
    Sprecher VDMA-Manufuture Germany,
    Leiter Corporate Research and Programme Strategy der Fa. Festo AG & Co. KG
  11. Prof. Dr.-Ing. Carsten Proppe
    Vertreter des „Besten Maschinenhauses 2013“,
    Studiendekan der Fakultät für Maschinenbau des Karlsruher Instituts für Technologie
  12. Tobias Ruoff
    studentischer Vertreter einer Universität, Fachgruppensprecher Maschinenbau, Mitglied der Studienkommission und des Großen Fakultätsrates (Fakultät 7), Universität Stuttgart
  13. Thomas Sattelberger
    Vorstandsvorsitzender MINT Zukunft schaffen,
    ehemaliger Personalvorstand der Deutschen Telekom AG
  14. Annika Schäfer
    studentische Vertreterin einer Fachhochschule, Frankfurt University of Applied Sciences
  15. Prof. Dr.-Ing. Bernd Schinke
    Vorsitzender der Konferenz der Fachbereichstage (KFBT)
  16. Prof. Dr.-Ing. Andreas Schlüter
    Generalsekretär des Stifterverbands
  17. Dr.-Ing. Kira Stein
    Vorstandsmitglied im Deutschen Ingenieurinnenbund (dib)

Bildquelle : Dirk Laessig

Völker, Norbert
Völker, Norbert