VDMA NRW: Agenda fortsetzen – Standort stärken

30.04.2014 | id:4068505

Der Vorstand des VDMA NRW traf sich am 20. und 21. Mai mit vier Vertretern der Politik in Berlin und diskutierte aktuelle branchenrelevante Themen. Zum Auftakt des Treffens erläuterte Volker Meier, Leiter der Landesvertretung NRW in Berlin, die Arbeit der NRW-Landesvertretung und bot eine Zusammenarbeit bei verschiedenen NRW-relevanten Themen an.

Rentenpolitik verschärft Fachkräftemangel

Vorstandsmitglieder des VDMA NRW wiesen in einem Gespräch mit Kerstin Griese, MdB SPD und Vorsitzende des Bundestagsausschusses Arbeit und Soziales auf die Auswirkungen des gerade verabschiedeten Rentenpaketes hin. Die neue Rentenpolitik verspiele die Gelegenheit, das Rentensystem zukunftsfester zu gestalten und brauche volkswirtschaftliches Vermögen auf. „Die Rente mit 63 trifft uns direkt, denn die Maschinenbauer haben vor dem Hintergrund der Rente mit 67 bereits erhebliche Mittel in die Hand genommen, um ältere Beschäftigte möglichst lange im Erwerbsleben zu halten – Bemühungen, die jetzt durch die Rente mit 63 konterkariert werden", erklärte Siegfried Koepp, Vorstandsvorsitzender des VDMA NRW. „Als Folge werden Wissen und Erfahrung qualifizierter Mitarbeiter vorzeitig verloren gehen und die Nachfrage nach Fachkräften wird sich zusätzlich verschärfen."

Im Zusammenhang mit der Frage des Mindestlohns bei Unternehmenspraktika nimmt Griese die Anregung aus dem NRW-Vorstand auf, über eine Verlängerung des Praktikumszeitraums von sechs Wochen auf drei Monate nachzudenken.

Perspektiven für Maschinenbau

Im Gespräch mit Dr. Carsten Linnemann, MdB CDU, Vorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU, wurden neben den rentenpolitischen Entwicklungen auch das Thema Mindestlohn bei Unternehmenspraktika gestreift und die Frage nach dem Übergang von Schule in den Beruf sowie Hochschule in den Beruf diskutiert.

Darüber hinaus wurden die zukunftsweisenden Themen wie Industrie 4.0, stockender Breitbandausbau und das TTIP (Transatlantic Trade and Investment Partnership), das sogenannte Freihandelsabkommen angesprochen. Das Abkommen mit den USA sei für den Maschinen- und Anlagenbau sehr wichtig. Es biete Potenzial für Normenharmonisierung, Kostensenkung, Wachstum und damit verbunden neue Arbeitsplätze, argumentierten die Vorstandsmitglieder. Gleichzeitig warnten sie vor einer Gleichsetzung der Verhandlungen zum TTIP mit Fragen zu Verbraucherschutz- und Umweltstandards.

Die Gespräche mit Linnemann zu Industrie 4.0, TTIP und den Perspektiven des Mittelstands sollen in einem separaten Termin in einem der Vorstandsunternehmen intensiviert werden.

Nachhaltige Erneuerung

Dr. Oliver Schmolke, Leiter der Planungsabteilung im BMWi, stellte die Ausrichtung des BMWi unter Wirtschaftsminister Gabriel dar. Unter dem Motto „Nachhaltige Erneuerung des Standorts Deutschland" nannte er beispielhaft die Energie-Agenda für 2020-2030 mit dem Ziel der Stabilisierung der EEG-Umlage. „Wir konnten die politischen Gespräche dazu nutzen, die Leistungsfähigkeit und die Anforderungen des NRW-Maschinenbaus darzustellen und auf die Risiken der Arbeits- und Sozialpolitik hinzuweisen", fasst Koepp die Gespräche zusammen.

Alt, Hans-Jürgen
Alt, Hans-Jürgen